* *;-- . \ Vit/ h;. . 1^ * * !# ' #4^ ^^ \^y'<: .:K- ^^;;?V- ^ <*S _ "- ^ tt ..**%^ *<' .>-*^t '^.vit; . ^'^ v:*^"-^^< ^S'M, Redigirt von l>i*. H. Potoiiie, Docenteii der Pilaiizenpalaeontologie an der Kgl. Bergakademie zu Berlin und Geologen an der Kgl. Preuss. geologischen Landesanstalt. s^m^- ACHTER BAND -^ (Januar bis December 1893). BERLIN. Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung. Inhalts -Verzeichniss. Die Original-Abhandlungen, -Mittheilungen und -Abbildungen sind durch die Beifgung der Abkrzung Orig." gekenn- zeichnet; ausserdem sind viele Autoren an den Referaten ber ihre Arbeiten dadurch betheiligt gewesen, dass sie die Correcturen gelesen haben. Seite Allgemeines niul Verschiedenes. Aschersoii (siehe Zoologio). Driesch, Mathematisch- mechanische Betrachtung morphologischer Pro- bleme der Biologie 113 Franke, Zum Brunnenunglck in Sclineitlemhl (Orig.) 341 Friedel, Sechellen Nuss aus d. Spree- bett (Orig.) . . ._ 378 Hahn, Der Scheich im Nibelungen- liede 2 Jordan, Ist die unmittelbare Ge- dankenhertragung oder mentale Suggestion erklrbar? (Orig.) . 44, 152 Klein, Anmerkungen zu Jordan's Ar- tikel ber Gedankenbertragung (Orig.) 45, 162 Lucks, Ursachen des natrlichen Todes (Orig.) 4.3, 4il0, 503 , Vererblichkeit erworbener Organ- Abnderungen (Orig.) 375 Nies, Ueberschtzung der Neigung bei Bschungen (Orig.) . . ... 287 Angelegenheiten der Naturwissenschaft- lichen Wochenschrift .... 10. 164 Philosophie. Dreher, (Jeher den Ursprung und die Bedeutung d. geometrischen Axiome (Orig.) 158 Anthropologie. Aisberg, F ritsch, von Hey den, Krause und Waldeyer, Rechts- und Linkshndigkeit .... 423, 424 Ammon, Natrliche Auslese beim Menschen 542, 553 Bedart, Vererbung einer Missbildung 159 Krause, Megalithische Denkmler . 425 Liesegang, Die Gehrfarben (Orig.) 359 Merkel, Blumenbach's Schdelsamm- lung 421 Nehring, Gleichzeitigkeit des Men- .schen mit der sog. Mammuthfauna (Orig.) 589 Parizi, Ist der Mensch omnivor, her- bivor oder carnivor? 141 Ranke, Schwimmhautbildung beim Menschen 426 Kowald, Das Opfer beim Baubeginn 423 Schuchardt, Neuer deutscher limes 423 Stolpe, Ausgrabungen auf der Karls- insel 425 Seite V i r c h o w , Stand der prhist. Forschung u. Wiege des Menschengeschlechts 422 , Zwergrassen 425 Waldeyer. Missbildungen am Schdel 425 Wallenberg, Raumvorstellung eines Blindgeborenen ((_)rig.) 357 W e s t e r m a r c k , Naturgeschichte d.Ehe 330 Wlfling, Untersuchungen ber den kleinsten Gesichtswinkel .... 361 Die Heisterburg 421 Ende der Ca nnstadt- Rasse ... 67. 120 Geburten und Eheschliessungen in Venezuela 295 Zoologie. Alcock, Zusammenleben zweier ver- schiedener Thierarten 536 Ascherson, Die Ziegen mit goldenen Zhnen und das Goldkraut (Orig.) 121 Binet, Vergleichende Physiologie des Nervensystems der Coleopteren . . 593 Blanchard, Dasselfliegenlarven Inder Menschenbaut 377 Brandes, Blattluse und Honigthau 583 Braun, Knstliche Erzeugung von Doppel-, Halb- und Zwergbildungen bei Thieren (Orig. mit Orig.- Abb.) . 265 B tschl i , Knstliche Nachahmung der karyokinetisehen Figur 149 C h o 1 o d k (1 v s k y , Zur Kenntniss der Coniferen-Lusi' 68 Cotejean und Werner, Selbstver- stmmelung bei Heuschrecken . . 178 Dareste, E.xperimental-Teratogenie . 386 Dreyer, Physikalische Erklrung v. Formenverhltnissen organ. Skelett- bihlungen (Orig. mit Orig.-Nachb.) 225 Dune k er, Maden an Krten .... 361 Dutczynski, Insectentlug .... 445 Fleischer, Die Eiche als Kferwoh- nung 295 Gaubert, Autotomie bei Nymphon . 561 Gaule, Der Einfluss des Nervus trige- minus auf die Hornhaut des Auges 96 Giard, Lamarck's Theorie und die Vi'r- erbung krperlicher Abnderungen 441 G r a w i t z , Dochmins siehe unter Medicin. Greef u. Noll, Trichosphaerium Sie- boldii .548 Haacke, Trger der Vererbung . . 523 Hacker, Bedeutung des Haupt-Nu- cleolus 451 Hagen, Conservirungsflssigkeit fr zoologische Prparate (Orig.) . . . 337 Harn a c k , Giftfestigkeit des Igels gegen Cyankalium (z. Th. Orig.) . . 128, 329 Seite H e g e m a n n . Geschichte des Walfanges 259 H e n s e n , Einige Ergebnisse d. Plankton- Expedition 567 His, Aufbau unseies Nervensystems . 520 K e n n el , Verwandtschaftsverhltnisse der Arthropoden 160 K I e i n s c h m i d t . Wie hlt der fliegende Rauhvogel die Fnge? 537 Knig, Die Biene als Depeschentrge- rin verglichen mit der Taube (Orig.) 305 Kkenthal, Pflanzenfressender Del- phin 274 Zur Phylogenese der Sugethiere . 205 Kunckel d'Herculais, Farben Wech- sel der Wanderheuschrecke . . . 241 K u t a g i n , Verwandtschaft der E.skimo- hunde 188 Lach mann, Ssswasser - Aquarien (Orig. mit Orig.-Abb.) ..... 78 Loeb, Zur Experimental-Embryologie 460 Ihering, Leydig, Ludwig u. Wag- ner, Aufenthalt der Afterskorpione 572 Marey, Analyse der Sehwimm-Bewe- gungen des Rochens. (Mit Orig.- Nachbild.) 209 Martens, Ueber Schtt's Analytische Planktonstudien" (Orig.) .... 158 Mehely, Verbreitung der Kreuzotter. 350 Mlli'r, Im Wasser lebende Raupen . 336 Nagel, Chem. Sinn bei Actinien . . 459 Nehring, Ki'euzungen von wilden und zahmen Meerschweinchen (Orig ) . 473 , Neuer Wanderzug des Tannen hhers (Orig.) 500 , Raupenfrass an Knieholz des Riesen- gebirges (Orig.) 445 Noe, Lebenszhigkeit von Skorpionen 593 Petersen, Dichogamie bei Schmetter- lingen 388 Piokering, Ph3'siol. des embryonalen Herzens 244 Piette, Equus zur Rennthierzeit . . 178 Poppe, Vorkommen von Mus alexan- drinus in Vegesack (Orig.) .... 505 Pouchet, Ocean-Sardine 260 Pouchet und Beauregard, Verzeich- niss ber Cetaceen an der franz- sischen Kste 171 Preyer, Angebliche Giftfestigkeit des Igels (Orig.) 255 Ra i 1 1 e t, Krtze b. Kaninchen u. Katzen 242 , Megnin, Laver an u. Cadiot, Im Ohr V Sugethieren lebende Milben 27 Rey, Baldamus u. a., Fortpflanzung des Kuckuck 171 Ridgway, Erblindung von Krhen durch Klte (z. Th. Orig.) ... 274 3 8 81.8 IV Inhalts -Verzcicliniss. Seite Rittmeyer, Ueber die Nonne (Liparis monacha) (Orig. mit Abb.) .... 83 Russ, Freilebende Papageien in der Mark Brandenburg {z. Th. Orig.) . 58 Scbmidt, Mitbewohner von Ameisen- baiiten 426 Schulze, System der Hvalonomatiden 414, 427 , Zur Bezeichnung der Lage u. Ricli- tung im Thierlvrper 188 Seitz, Zur Mimicry 459 S tru b e 11 , Entwickelungsgeschichte der Pedipalpen 129 Thomas, Fischfressende Nagethiere . 274 Verhff, Staehelapparate d. Insekten- puppen 323 Verworn, Physiologische Bedeutung des Zellkerns 485 Voigt, Fortpflanzung v.Planariaalpina 27 Vosseier, Biol. Mitth. ber Orthopt. aus Oran 472 W e s t h o f f , Geschlechtsreife Larven bei unseren Lurchen 89!) Wiese's Conservirungsflssigkeit . . 337 Ziemer, Stellung der Raubvgel- Fnge beim Fluge 336 Bison-Ausrottung 561 Material der essbaren indischen Vogel- nester 39 Neuseelndische Vgel 274 Schmetterlingsinvasion 242 Botanik. Ascherson sielie Zoologie. Baenitz, Herbarium Europaeum 10, 525 Binz, Ueber StJirkekrner 204 Eggers, In der Heimath des Caeao (Orig.) 51 Engler, Das natrl. Pflanzensystem . 31 Fauvelle, Transformation der Pflan- zenwelt (mit 1 Schema) ..... 417 Frank, Assimilation des Stickstoffs . 296 Giard, Neue Gattung der Laboul- beniaeeae 209 Giesenhagen, Hexenbesen an Farn und hygrophyle Farne 204 Graebner, Das Reifen der Frchte und Samen frhzeitig von der Mutter- pflanze getrennter BlUthenstiinde (Orig.) 581, 596 Haberlan dt. Anatomisch -physiologi- sche Untersuchungen ber das tro- pische Laubblatt 179 , Die Mangrove (mit Abb.) .... 577 Hennings, Algenflora des Mggelsees (Orig.) 81 Hock, Kosmopolitische Pflanzen (Orig.) 135 Kayser, Entwickelung der Samen- decken bei den Eupliorbiaceen . . 27 Keller, Myrniecophile Akazien. . . 8(il Klebs, Fortpflanzung der Vaucheria sessilis 381 Kuntze, Botanische Excursion durch die Pampas und Monte-Formationen nach den Cordilleren (Orig.) 4, 90, 214.'^ 264, 327, 575 Kurtz, Berichtigung zu Kuntze's Auf- satz (Orig.) ..... 214, 327, 551 Loesener, Zur Verbreitung, Biologie und Geschichte von Ilex Aqui- folium L. (Orig.) 15, 50 Loew, Anfnge epiphyt. Lebensw. b. Gefsspfl. Norddeutschi. (z. Theil Orig.) 210 Mller, Pilzgrten von Ameisen . . 247 Ngeli, Oligodynamische Erschein, in lebenden Zellen ... .... 455 Nawaschin, Betuhi ebenfalls chala- zogam (mit Orig.-Nachb.) .... 142 , Die ,.Mikrosporangien" d. Torfmoose 295 Neil, Einfl. d. Phosphat-Ernhrung auf Pflanzen (Orig.) " . . 181 Seife Otto. Einfluss von Lvsol auf Pflanzen (Orig) . . . . " 68, 181 , Aufnahme und Speicherung von Kupfer durch die Pfanzenwurzel (Orig.) 565 Pfeffer, Reizbarkeit der Pflanzen . 533 Potonie, Das natrl. Pflanzensystem Engler's und Treub's Unters, zur syst. Stellung von Casuarina (< >rig. mit Orig.-Nachb.) ...... 31 , Was sind Blumen? (Orig. m. z. Th. Orig.-Abb.) 195 , Der Begriff der Blthe (Orig. mit Orig.-Abb.) 517, 584 Pouchet, Neue schwimmende Meeres- alge 161 , Pelagische Flora des Naalsoefjords und des Dyrefjords 286 Prantl, System der Farne .... 150 Seh midie. Algen des Schwarzwaldes und der Rheinebene 451 Schorler, Schinetterlingsfang durch Drosera rotundifolia (Orig.) ... 38 Seh weinf urt h, Balsam und Myrrhe. 547 Solms - Laub ach, Geschichtlielier Rckblick auf die Botanische Zei- tung 90 Stahl, Regenfall und Blattgestalt (mit Orig.-Nachb.) ......... 284 Stoney, Energiequellen der Bacterien 537 Ta u b e r t , Vorkommen einer Gleditschia in Sd-Amerika (Orig.) 161 Tavel, Wirth Wechsel der Rostpilzo . 350 Thomae, Bildung der Eiweisskrper (Orig.) 469 , MyrmekophiliedesAdlerfarns(Orig.) 524 Tre a b, Untersuchungen ber Casuarina (mit Orig.-Nachb.) 31 Williams, Jlonographie von Dianthus 244 Wollnj-, Elektrische Culturversuche 472 Zoobel und Mikosch, Function der Grannen der Gerste .... 223. 348 Botanisches Laboratorium in Florida . 474 Palaeontologie. Buschan, Die tertiren Primaten und der fossile Mensch in Sdamerika (Orig.) .-. 1 Conwentz, Wasserniiss fossil in West- preussen (Orig'.) ...... 337, 362 Cope, Fos,siler SchlangenGiftz.-ihn . 388 Friedel, Reecnte Steinnsse als ver- meintliche Fossilien (Orig.) . . . 378 G n t h e r, Palaeontologie und physische Geographie 556 Lesquereux, Florader Dakota-Gruppe 438 N e h r i n g , Ueber die Tundren-, Steppen- und Waldfiuina aus der Grotte zum Schweizerbild" bei Schaffhausen (Orig.) 91 Pavlow, Rhinozeriden 254 Potonie, Folliculites eine fossile Ana- cardiaccen-Gattung (Orig.) .... 58 , Stigmaria - Erhaltungsweise als Be- weis fr die Autochthonie von Car- boupflanzen 312 , Recente Steinnsse als vermeiuriiclie Fossilien (Orig.) ........ 337 , Eine Psilotacee des Rothliegenden (Orig. mit Orig.-Abb.) 343 , Folliculites (mit Orig.-Nachb. und Orig.-Abb.) 395 , Volumen-Reduction beiUmwandlung von Pflanzenmaterial in Steinkohle 485 , Blattformen fossilm- Pflanzen in Be- ziehung zu den Niederschlgen (Orig.) ... 513 Rohon, Ein mesozoischer Fisch vom Altai- 87 Stirling. Diprotodon-Skelette ... 286 Weber, Vegetation des diluvialen Torf- lagers bei Klinge 398 Seite Weberbauer. Brasenia Victoria . . 398 W h i t e f i e 1 d , Gastropoda und Cepha- lopoda aus Kreide und Tertir von New Jersey 439 Zeiller, Williamson und Potonie, Ueber die Sphenophyllaceen (z. Th. Orig., mit Orig.-Nachb.) 219 Zimmermann, Dictyodora Liebeana eine rthselhafte Versteinerung (Orig. mit z. Th. Orig.-Abb.) 1.55 Z i 1 1 e 1 , Geologische Entwickelung, Her- kunft und Verbreitung der Suge- thiere . 501 Mineralogie imd Geologie. Berendt, Der Gletschergarton auf dem Adlerfels in Schreiberhau im Riesengebirge (mit 3 Abb.) . . . 165 , Sdbaltische Endmorne .... 412 Brackebusch, Geologische Karte von Mittel Argentinien 412, 446 C r e d n e r , K e i 1 h a c k , N e h r i n g , P o - tonie. Wahnschaffe, Weber und Weberbauer, Neuere Unter- suchungen ber das diluviale Torf- lager bei Klinge unweit Kottbus (mit z.'Th. Orig.-Abb.) 393 Endriss, Fr aas und Gussmann, Hhlen der scliwbischen Alb (mit Orig.-Nachb.) 429 Franke, Zur Sidineidemhler Brunnen- kalamitt (Orig.) .288 Gottsche, Sdl)altische Endmorne in Schleswig-Holstein .412 G r e b e , H a u c h e c o r n e und P o t o n i e , Devon-Kohle in der Eifel .... 221 Hague, Eureka-District 439 Herr m a n n , Culmgebict von Lenzkirch 450 .Jaeger, Eiszeit im Reicheidialler Thal 364 Keil hack, Wanderdnen in Pommern 413 K 1 o c k m a n n , Lagerungsverhltnisse des Ranimelsberges 412 Koch, Tektonische Verhltnisse des Oberharzer Diabaszuges . . .413, 446 Laspeyres, Beyrichit 29 Lepsius, Geologische Karte von Attika 412 Mornen im Taunus und Odenwald 413 Meyer, Georg", Die Geologie, eine Lehr- meisterin des 19. Jahrhunderts (Orig.) 61 Meyer, Rieh. Jos., Knstliche Dar- stellung der Diamanten (Orig.) . . 245 Moissan, Knstlich Darstellung der Diamanten 245 Munster, Gold und Silber im Meeres- wasser 800 Nios, Mnznietalle und Ausbeute- mnzen 275 Pfaff, Geologie aus dem badischen Oberland 451 Rinne, Verhalten der Zeolithe beim Erwrmen 399 Sieiniradzki, Zur Geologie von Nonl- Patagonien 299 Stelz ner, Obsidianbombeu aus Austra- lien 411 Supan, Erdbebenstatistik in Japan . 161 Thomson, Mitwirkung der atmosph- rischen Niederschlge bei der Ge- staltung des festen Landes . . . 210 Wich mann, Ausbruch des Bunung Awu 413 , Obsidia.nbondien von Biliton . . . 412 Geologie des Harzes 413 Physik. Bar US, Die bei der Condensation von Wassordampf auftretenden Farben . 222 Blondlot, Elektromagnetische Wellen 131 Iiilialts -Verzeicliniss. V Fiel)elkorn, Dichte Jer Erdo (Orif;.) Kelvin, Geschwindigkeit des Croolrig. mit Orig.-Abb.) 55 Glasenapp, Doppelsternbahnen . . 143 Knopf, Schmidt'sche Sonnentheorie . 233 Lockyer, Spectra hellerer Sterne. . 288 Markuse und Preston, Schwankun- gen der Polhhe 8 Niessei, Aufsteigender Meteor . . . 261 S chaeb er lo, Planet Mars 151 Tisserand, LTober die Rotation der grossen Planeten 250 Wein eck, Bericht ber die Thtigkeit der k. k. Sternwarte zu Prag 1892 (Orig.) . 175 Wolf, Photographien kleiner Planeten und Sternschnuppen 261 Andromediden-Beoiiachtungen .... 1U7 Jupiter . 39 Komet Holmes 48, 69, 88 Meteorologie. Elster und G eitel, Elmsfeuer-Beob- achtungen H ellnian n , Niederschlagsbeobachtun- tungen in Preussen Hildebrand H il debran dsson. Die kritischen Tage des Herrn Falb 270, Koebke, Bedeutung wissenschaftlicher Ballonfalu-ten (Orig. mit (_)rig.-Abb.) Rotch und Janssen, Arbeiten zur Errichtung eines r)bservatoriums auf dem Montblanc (mit Orig.-Nachb.) . Sohncke, Wissenschaftliche Luftfahr- ten Chemie. Bihal und Desyignes, Asbolin . . Bischoffund Waiden, Anilide und Toluide in zwei Modificationen . . Carnot, Prfung der Manganoxyde . Engler und Loew. Organisehe Su- ren und Esther bei hherer Tem- peratur 260 350 303 529 150 233 38 389 460 378 Engler und Fischer, Paraffin und Schmierl im Fischtliran Hesse, Zur Kenntniss der Solanaceen- Alkaloide Jaonsch, Zn Spiegel's Aufsatz Natur der chemischen Elemente (Orig.) Jaffe, Apparat zur Destillation mit berhitzten Wasaerdmpfen . . . Jahns, Betain und Cliolin im Wurm- samen Liebermann, Synthese der AUo- Zimmetsure Michel, Knstliche Darstellung des Granats (Melanits) und des Titanits M i 1 1 e r und P 1 o e c h 1 , Amido.xy Isuren P o t i 1 i t z i n , Halbhydrat dos Calcium- sulfats Richardt, Atomgewicht des Kupfers Sammler, Campherarten Smith & Co., Xanthalin, ein neues Alkaloid des Opiums Spiegel, Jodoso- und Jodo- Verbin- dungen, .lodstickstoff und Stick- stofl'wasserstoffsure (Orig.) . 548, , Natur der chemischen Elemente (Orig.) . . . . _. Wiesner, Mikroskopischer Nachweis der Kohle in den verschiedenen Formen Geographie und Verwandtes. Buwernnd Thorold, Durclikreuzung von Tibet Bau mann, Ueber die Nilquollen . . Comstock, Stand des Breitenproblenis Dinglage, Treibeis in sdl. Breiten V. Drygalski, Rolle des Wassers bei Bewegung von Eismassen .... Eggers, siehe Botanik. Hassert, Reisen in Montenegro (mit Orig.-Nachbild.) H e 1 1 ni an n , Columbus- Feierlichkeiten von 1892 in Genua, Huelva und Madrid Kling und Bttner, Hinterland von Togo. . . . . . Kuntze, siehe Botanik. M a i s t r e , Vom Congo zum Benue niger Mascart, TglicheSchwankungen der Schwerkraft Neu m ay e r , Die Entdeckung Amerikas, ein Wendepunkt in dem Verkehr der Vlker Pechuel - Loesche . Polarregionen und Eisliildung (z. Th. Orig.). Regel, Der 10 Geograpbentag (Orig.) Sievers, Die Umrisse von Asien (mit Abb.) .- Wislicenus, Forschungsreise der Manche" Gesellschaftsreise nach Spitzbergen. . Nansen's Nordpolexpedition . 7, 277, Neue Seekanle Reisen, wissenschaftliche, Expeditionen 277, 301, 314, 402, 415, 450, 460, 515, Seite 389 88 44G 182 399 399 !29 426 538 221 221 473 594 293 Unterricht. Un- H a r m s , Naturwissenschaftlicher ti'rriclit auf den Schulen .... Bergschule in Ivkutzk Gruppe .Unterricht und Erzicdiung" der Berliner Gewerbeausstellung 1896 Unterrichtskurse in Jena 349 364 142 561 234 593 256 97 363 864 161 86 188 185 63 323 262 325 234 550 346 353 515 262 Seite Medizin, Hygiene und Verwandtes. Behring, Blutserumtherapie .... (i Brieger, Frnkel, Lassar und Lit- t hau er. Zu Liebreich's Vortrag ber den Werth der Cholerabacterien- Untersuchung 334 Bunge, Assimilation des Eisens und therapeutische Wirkung der Eisen- prparate Ebstein, Aleuronat F^mmerich, Choleragift Grawitz, Vorkommen von Dochmius duodenalis bei Berlin Guttmann, Metylenblau als Heil- mittel der Malaria H u e p p e , Ursachen der Ghrungen und Infectionskrankheiton Jaeger, Bacteriologische Diagnose und ihre Anfeindung Kobert, Giftstoffe der Flechten . . Koch, Die Cholera 1892-1893 . ^ . Krebs, Internationale Uebereinkunft in der Cholera - Frage (Orig. mit Orig.-Karte) Kusmin, Fall von Leberhernie . . . Liebreich. Werth der Cholerabac- terien-Untersuchung . . . .319, Lorenz, Uebertragung der Aphthen- Seuche Miyako u. Scriba, Neuer mensch- licher Parasit Nowaek, Symbiose und Kampf der Mikrobien Pettenkofer, Cholera von 1892 in Hamburg Pflger, Neues Grundgesetz der Er- nhrung und die Quelle der Muskel- kraft Ponfick u. Jacobasch, Ist die Mor- chel giftig? Rauer, 'Giftigkeit der Expirationsluft Schaefer, Die Chemotaxis der Leuco- cyten (Orig.) , Die Rosenbach'sche Seekrankheits- Theorie (Orig.) Schaefer, Sonnenstich und Hitzschlag Or" 348 259 472 457 96 496 345 388 406 317 593 335 295 177 .572 232 (<- :) Schenck. Bedeutung der Rheinvege- tation fr die Selbstreinigung des Rheines Schiess u. Kartulis, Behandlung von Tuberculosen mit Tuberculin . Schmalz, Wiederkuende Menschen . Schtz, Die erworbene Immunitt . Strmpell, Entstehung und Heilung von Krankheiten durch A^orstel- lungen , Alkoholfrage U f f e 1 m a n n u. H u e p p e , Zur Biologie des Cholera-Bacillus Uf fei mann. Lebenbegnstigeude Be- dingungen fr Cholera-Bacillen . . Woliff liiisel , Lehre vom Luftwechsel 39 202 434 145 308 405 352 570 560 309 35 507 433 548 Landwirthschaft und A erwandtes. Eggers, siehe unter Botanik. Oh mann, Verwstungen der Heu- Ara:entinieu Schreckenlarven (Orig.) 178 Rittmeyer, die Nonne (Orig. mit Abb.) 83 Werner, Eine Reise zur Weltausstel- lung nach Chicago (Orig.) .... 465 Muse Vertilgung mittelst Tvphusbacillus 273, 361, 561 Zuckerrolir-Cultur-Versuchs-Station . . 390 Teehnili und Instrunientenkunde. H pke, Selbstentzndung von Scldffs- ladungen 447 Nieser, Apparat zur photographischen Darstellung schwach - vergrsserter Prparate (mit Abb.) 401 Oliver, Sonnenuhr fr mittlere Zeit (mit Abb.) . 118 Ransome, Hi-rstellung knstlicher Steine 234 VI Inhalts- Verzeichniss. Seite Recklin ghausen, Queeksilberther- mometer fr Temperaturen bis 500 Gr. C 389 Spolin, Frbe Vorgang 248 Fll-Federhalter 587 Lehmbeck u. Mecke's selbstthtige Spi- ritus-Geblse (mit Orig.-Abb.) . . 487 Lephay-Compass -86 Photographischer Apparat 551 Biograpliieen, Necrologe, Personalien. Asche rson, Chr. K. Sprengel als Florist und als Frncht-Biolog (Orig.) 140 Gutzmer, Leopold Kronecker (Oiig.) 591 Kirchner, Christian Konrad Sprengel, der Begrnder der modernen Blumen- theorie (Orig.) 101 Mittmann, Material zu einer Biogra- phie Christian Konrad Sprengel's (Orig.) . 124 Potonie, Ktzing als Vorgnger Dar- win's (z. Th. Orig.) 432 Arago-Denkmal 2'(7 Cassini-Statue 3.38 Chappe-Denkmal 353 Chevreul-Statue 538 Emin Pascha 300, 52.5 Humboldt, A. v., Notiz ber .... 431) Jnaudi, der Rechner 6 Lossen, K. A., (" 113 Pasteur's 70. Geburtstag 48 Personalien, kurze Angaben von Er- nennungen, Jubilen, Todesfllen, Versetzungen u. dgl. 9, 17, 29, 39, 48, 59. 70, 77, 88, 99, 108, 1 19, 131, 143, 152, 162, 173, 183, 191, 204,213,223, 233, 242, 253. 2151,277,290,300,313, 325, 338, 353, 365, 378, 390, 402. 414, 426, 437, 4-iO, 460, 474, 488. .502, 515, - 525, 538, 549, 562, 572, 585, 594. Semmelweis-Denkmal ....... o25 Siemens, Werner von, f (mit Portrt) 19 Yereinswesen, Museen etc. Anthropologen-Congress, 24. deutscher 421 Ausstellungen 291, 378, 515 Baeteriologischos Institut 378 Biologische Stationen 366, 378 Congi-esse. Wis.senschaftliche Versamm- lungen 50. 99, 108. 131, 143, 153, 162, 191, 204, 213, 223, 242, 253, 262, 277, 290, 301, 314, 325, 3H8, 353, 365, 378, 402, 415, 421, 437, 515, 585. Gartenbau-Versammlung, internationale 525 Kakteenfreuude 9 Museum in Praetoria 525 Preis- Aufgaben 365, 390, 415 Stipendien 119 Versammlung, i40.) der Deutschen geo- logischen Gesellschaft 411 Versammlung der Gesellschaft Deut- scher Naturforscher und Aerzte 325, 496 Litteratur. Acloque, Les Champignons .... 173 , Les Liehens 402 Ammon, Natrl. Auslese bei Menschen 460 Andree, Handatlas 193 Arndt, Biologische Studien .... 291 Arndt, Kraft und auslsende Kraft . 264 Arnold, Rep. der Chemie .... 391 Bach, Studium und Lesefrchte aus dem Buche der Natur 131 Bail, Leitfaden der Zoologie .... 164 Bartels, Medicin der Naturvlker (mit Abb.) 573 S.-ite B a r u 8 , Phys. Behandlung und Messung hoher Temperaturen 379 , Compressibility of liquids .... 490 , Mccanism sol. viscosity .... 490 , Volume thermodyn. liquids . . . 490 I Beck, Flora von Nieder-Oesterreich . 402 Bergemann, Anthropologie .... 353 Berghaus, Physikal. Atlas .... 89 Berteis, Erdl, Schlammvulkane und Steinkohle 427 Berzelius, Verbindungs Verhltnisse d. unorgan. Bestandtheile der Natur . 253 Betti, Mathem. Schriften .... 89 V. Bezold, Meteorolog. Institut 1892 .596 Biedermann, Tintinnen-Gehuse . 301 Binet, Seelenleben der kleinsten Lebe- wesen 89 Blum u. .lnnicke, Botan. Fhrer durch Frankfurt a. M 163 du Bois-Reymond, Maupertuis . . 427 Brner, Lehrbuch der Physik . . . 133 Boltzmann. Vorles. ber Maxwell's Theorie d. Elektricitt u. d. Lichtes 79 Boys, Seifenblasen 253 Brathuhn, Katechismus der Mark- scheidekunst 277 Brehm's Thierleben 119, 132, 192, 338, 562 Breslich u. Koepert, Bilder aus dem Thier- und Pflanzenreich 5-50 Breuer. Verschiedene Schriften mathe- matischen Inhalts 70 Brinkmann, Naturbilder 415 Brockhaus' Conversations -Le.xikon 119, 253, 426 Brcke, C u m m i n g , H e 1 m h o 1 1 z , Ruete, Augenleuchten und Augen- spiegel 415 Buchheister, Bergsteigen .... 163 Buckmann, Vererbungsgesetz . . . 595 Bunsen, Unters, b. die Kakodylreihe 78 u. Roscoe, Photochemische Unter- suchungen 338 Buschbaum, Flora von Osnabrck . 402 de Candolle, Darwin 402 Cannizzaro, Lehrgang der theoreti- schen Chemie 79 Clark, Eoceno 489 Clarke, Rep. work. div. ehem. physics 490 Carnot, Betrachtungen ber Kraft des Feuers 663 Coupin, L'aquarium d'eau douce . . 403 Dali u. Harris, Neocene 489 Darton, Rec. N. Am. geol 490 Darwin, Reise eines Naturforschers . 301 David u. Scolik, Photogr. Notiz und Nachschlagebuch 133 Dlter, Edelsteinkunde 263 Dreher, Materialismus 108 Dreyer, Ziele und Wege biologischer Forschung 17 Ebeling, Einf i. d.Kartenverstndniss 163 , Leitf. der Chemie fr Realschulen 461 Eck, Geogn. Beschreibung der Gegend von Baden-Baden, Rotbenfels u. s. w. 109 Eckstein, Berieht berLeistungen der For.-=t- und Jagdzoologie . . 243, 574 , Insoctenschaden im Walde . . . 253 Ed er, Recepte und Tabellen fr Photo- graphie 18 Eisner, Praxis des Chemikers . . . 213 Engelmann, Ursprung d.Muskelki-aft .538 Engler u. Prantl, Natrl Pflanzen- familien 110, 164, 214, 315, 415. 488, 539 Esser, Bekmpfung parasit. Pflanzen- krankheiten 143 Falsan, Alpes fran^aises 253 Farwick, Ntzliche Vogflarten . . 527 Ferrier, Catal. stratip-af Coli. . . . 596 Fickel, Litteratur ber die Thierwelt von Sachsen 204 Fletscher, The optical indicatrix . 79 Foussereau, Polarisation rot., re- flexion et refraction vitreuse . . . 303 Fraas, Scenerie der Alpen .... 314 Frank, Lehrbuch der Botanik . 224, 390 Seite Frst, Deutschlands ntzliche u. schd- liche Vgel 183 Gad u. Heymanns, Physiologie . . 354 Gand e r, Erdschichten u. Erdgeschichte 132 Gorland, Geschichte der Physik . . 133 G 1 y, Siedelungskunde Nord-Albingiens 163 Graber, Zoologie 183 Gravelius, Lehrbuch d. hh. Analj'sis 562 Gross, Aesthetik 213 Groth, Tabelle der 32 Abtheilungen der Krystallformen 99 Gucrin, Traite prat. d'anal. ehim. . 461 Gutzmer, Ueber gew. partielle Dif- ferentialgleichungen hh. Ordnung . 144 Haas. Kat. der Geologie 277 , Sturm- u. Drang-Periode der Erde 391 Haase, Atmosph. Elektricitt . . . 379 Haberlandt, Botan. Tropenreise . . 538 Haeckel, Monismus 191 Haenle, Chemie des Honigs .... 291 Hagen, Antike Gesundheitspflege . . 213 Hamann, Entwickelungslehre u. Dar- winismus 39 Hammer, Zeitbest. ohne Instrumente 502 Hampe, Tafel z. qualit. ehem. Analyse 550 Hansen, Rep. der Botanik .... 144 H a s b o r d t u. F i s c h e r , Mach's Gnind- riss der Physik 391 Heiden, Dngerlehre und Statik des Landbaus 302 Helmholtz. Physiologische Optik . 18 Hering, Hygienisches ber den Staub 143 Hertwig, 0., Aeltere und neuere Ent- wickelungstheorien 415 , O., Lehrbuch der Entwickelungs- geschichte 488 -, O., Zelle und Gewebe 427 , O., Lehrbuch der Zoologie . . . 502 Herz, Untersuchungen ber Wrme und Fieber 587 Heussi, Physik 120 Heydweiller. Elektrische Messungen 339 Hise, Archean and Algonkian . . . 489 Hock, Nadelwaldflche Norddeutschi. 193 Hoernes, Erdbebenkunde 278 Ho ff mann, Catal. of min., rocks etc. 596 Holden, Californian earthquakes . . 490 Holfert, Ai-zneimittelnamen .... 213 Hdvestadt, Lehrbuch der absoluten Maasse und Dimensionen der physi- kalischen Grssen 89 Huxley. Physiologie 460 Jaensch, Aus Urdas Boiii . . 17, 133 Janusehke, Aotherdruck als einheit- liche Naturkraft 391 Jentzsch, Fhrer durch d. geologische Sammlung des Provinzial-Museums von Knigsberg 291 Kays er, Lehrbuch der Geologie . . 438 Keller, Alpenthiere 366 Kenne 1, Zoologie 595 Kessler, Ausbreitung der Reblaus- krankheit 17 Klimpert, Lehrbuch der Bewegung flssiger Krper 89 K 1 i n g g r a e ff, Leber- und Laub-Moose West- und Ost-Preussens .... 173 Klockmann, Lehrbuch d. Mineralogie 40 Klunzinger, Bodenseetische . . . 262 Knuth, Geschichte der Botanik in Schleswig-Holstein 29 Koehne, Dendrologie 302 Klreuter, Vorl. Nachr. von einigen das Geschlecht der Pflanzen be- treffenden Versuchen 539 Knig, Beitrge zur Physiologie der Sinnesorgane in Neudrucken . . . 415 Koepert, Der Star 132 Koerber u. Spies, Physik .... 596 Kolbe, B., Einfhrung in die Elek- tricittslehre 244 , H. J., Einfhrung in die Kenntniss der Insecten 474 Kraft, Geometrisches Calcl . . . . 461 Inhalts -Verzeiclniiss. VIT Seite K ra u s e , E r n s t H. L., Mecklenburgische Flora 550 , Ernst, 1. Tuisko - Land, 2. Die Troja-Burgen Nordeiirojtas . . . 585 Krger, Catalog der frb. Sterne . . 563 Kriiss, Methode der Analyse . . . 244 L a c r o i X - D a n 1 i a r d , Poil des aniinaux et les fouriures 99 Lainer, Laboratoriumsarbeiten ... 40 Laisant, Geometrie analytique 2 di- mensions 133 Lambert, Photometrie 502 Langer, Psychophys. Streitfragen . 427 Lassar, O, Gesundheitsschdl. Trag- weite der Pros^titution 163 , S., Das knstlerische Berlin ... S9 Lavoisier ii. Laplaee, Abhandlung ber Wrme 438 Lefevre, Les races et les langues . 291 Lepsius, Geologie von Deutschland . 243 Liebig, Constitution der organischen Suren 77 Loeb, Untersuchungen zur physiologi- schen Morphologie der Thiere, II. . 314 Loinmel, Exjierimentalphysik ... 415 Looss, Schmarotzer 366 Ludwig, Lehrbuch der niederen Kryp- togamen 10 Lunn u. Trg, Die menschl. Stimme 183 Mach, siehe Harbordt u. Fischer. Mantegazza, Die Hygiene der inneren Organe 163 Marey, Chronophotogi-aphie .... 488 Martin, Das Vogelhaus 262 Massee, Mongr. of the Myogastres . 30 Mayer, Kleinere Schriften und Briefe 474 , "Mechanik der Wrme 278 Meehsner, Karte des deutschen Ster- nenhimmels 278 Michaelis, Deutsche Giftpflanzen . . 367 Mller, Pilzgrten sdamei'ikanisfher Ameisen 437 Moll, Der Eapport in der "Hvpnose . 119 Mller u. Pilling, Schulflora ... 183 Mller, C, u. Potonie, Botanik. . 9 , F., Zeittafeln zur Geschichte der Mathematik, Physik und Astronomie 120 , J., Gamophagie 192 Mulertt, Der Goldfisch 143 Munk, Physiologie 427 Nagel, Niedere Sinne der Insecten . 461 Neu mann, C., Beitrag zur mathema- tischen Physik 403 , K., Aus Liel)e etc. der Vogehvelt . 474 , L., Volksdichte in Baden .... 302 Nord au, Entartung 301 Ost, Technische Chemie 403 O s t w a 1 d ' s Classiker d. exacten Wissen- schaften 77 Oudemann's Rev. des Champignons 415 Palaz, Photometrie industrielle . . IS Pasteur, Assymetrie bei natrlich vor- kommenden organischen Verbind. . 78 , Die in der Atmosphre vorhande- nen Organ. Krperchen, Prfung der Lehre von der Urzeugung .... 163 Peip, Taschenatlas von Berlin u. Um- gebung 263 Pernter, Falbs kritische Tage . . 144 Peter, Wandtafel zur Syst., Morph. . u. Biol. der Pflanzen 193 Peters, Mineralogie 291 Pick, Grundl. der astron. Geographie 475 Pilling, Botanischer Unterricht . . 183 Pizzighelli, Anleit. z. Photographie 503 , Handbuch der Photographie ... 60 Poincar6.Le(j. s. 1. th^or. de l'elastieite 50 Potoni6, siehe Mller. Rawitz, Vergl. Anatomie 253 Ranke, Der Mensch 595 Regel, Thringen 59 Reh fisch, Selbstmord 4,50 Rey , Aus dem Haushalte des Kuckucks 223 Richter, Ausbrche des Vernagt- und Gurglergletschers 173 Seite Romanes, Geistige Entwickel. i.Thiei-- reich 10 , Geistige Entwickel. beim Mensehen 587 Roscoe, Chemie 291 Rulil, Palaeaict. Grossschmetterlinge 474 Runge, Ridir-Steinkohlenbecken . . 193 Russ, Wellensittig 35t Rssel, The Newark Syst 489 Sachs, Gesammelte Abb. ber Pflanzen- Physiologie 143. 223 Samt er. Der hohe Sonnblick . . . 183 Sarrazin, Karte zur Darstellung der Hagelstatistik 587 Schenk, Biologie und Anatomie der Lianen 243 Schroeter, Taschenflora der Alpen 277 Schutt, Analyt. Plankton-Studien . 153 Schtte, Tuchelcr Haide 595 Schnitze, Fr., Hypnotismus .... 4.50 Schulze, E., u. B rch erd ing, Fauna saxonica; Amph. et. Rept 461 , M., Orchidac. Deutschlands . . . 353 S e h u r t z , Katecliismus derVlkerkunde 277 Send der,, Insects tert 490 Sicard, Evolution sexuelle de l'esp. liiimaine 183 Simon, Verkehrsstrassen in Sachsen. 327 Sohne ke, Physikalisclie Vortrge . 213 Sprengel, Entd. Geheimn. der Natur 354 St erneck, Die Schwerkraft in den Alpen 109 S trassburger, Histol. Beitrge . .391 , Kl. botan. Practicum 502 Strobel, Namensregister zu Wiedem. Annalen 244 Tannery u. Molk, Elem. d. la theor. des fonct. ellipt 264 Taschenberg, Zoologie 89 Tavel, Vergl. Morph, der Pilze . . 60 Titus, Sternenzelt 550 Topinard, L'homme dans la Nature 291 Trinius, Alldeutschland in Wort und Bild 79, 261, 550 Trouessart, Geographische Verbreit. der Thiere 131 Vi olle, Physik: Mechanik der flssigen u. gasfrmigen Krper 303 Virchow, Lernen und Forschen . . 29 Volkmanu, Theorie des Lichtes . . HO Walt her, Binomie des Meeres . . . 367 , Meereskunde 367 Was er, Kaninchenzucht 262 Weismann, Keimplasma 390 , Kontinuitt des Keiniplasmas . . 109 W e s t e r m a r c k , Geschichte d. menschl. Ehe 338 White, Cretaceous 489 Wiedemann, Elektricitt .... 438 Wilhelmy, Das Gesetz, nach welehem die Entwickelung der Suren auf den Rohrzucker stattfindet 78 Wilke, Leitfaden der Chemie und Mineralogie 475 Winkel mann, Moosflora von Stettin 214 W o 1 f - H a r n i e r , Naturgeschichtliche Charakterbilder 253 Woljiert, Luftprfungsmethode auf Kohlensure 143 Wnsche, Alpenpflanzen 539 Wundt, Ethik 366, 391 , Menschen- u. Thierseele .... 594 Wunsch mann, Naegeli 164 Zacharias, Ber. d. biol. Station Pln 242 Zache, Geognosie von Berlin . . . 550 Ziehen, Physiol. Psychologie . . . 277 Zimmermann, Zur Morphologie und Physiologie der Pflanzenzelle . . 302 , Botan. Mikrotechnik 144 Zograf, Types anthrop. des Grands Russes 192 Abhandl. des naturw. Ver. zu Bremen 339 Akademisches Berlin 244, 563 Annalen der Hj'drographie und marit. Meteorologie 234 Annales d. 1. soc. entom. d. France . 184 Seite Annuaire (du bureau des Longitudes) pour Tan 1893 79 Arbeiten d. Sect.f. Min , Geol., Palaeo., d. natw. Ver. f. Steiermark . . . 475 Archiv d. .Viathematik uml Physik 100, 291 Atti della Reale Accad.deiLincei. Rendi- conti 134, 291. 563 Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft 50 Berichte der naturf. Gesellschaft zu Freiburg i. B 450 Bericht der oberhcss. Gesellsch. f. Nat. u. Heilkunde 551 Berichte ber die Verhandl. d. knigl. Sachs. Ges. d. Wiss. z. Leipzig SO, 184 Botan. Jahrb 194 Botan. Ztg 90 Bchern. Abhandl., Liste im Buchhandel erschienener 10, 18, 30, 40. 50, 60, 70, 80, 90. 110, 134. 144, 151, 164, 174, 184. 194, 214, 224, 231, 244, 2.i4, 264, 291, 303, 315, 327, 339, 367, 379, 391, 403, 415, 427, 439, 451, 462, 475, 490, 503, 527, 539, 551, 563, 575, 587, 596. Bcher ber deutsche Kfer .... 451 - ber Herstellung bot. und entomol. Prparate , ... 451 Bull. d. l'Acad. Roy d. sc. et d. b.-arts de Belgi(|ue 100 Bull, de la soc. d'Anthrop. de Paris . 40 Bull, de la soc. imp. d. natural, d. Moscou . , 254 Bull, of the U. S. geol. Surv. . . . 489 Comptes rendus de la soc. d. Geogr. . 174 Hebdomad. d. s. de l'ac. d. scienc. 70 Conchyliolog. Zeitschriften 379 Conferences Friedel 263 Ergebnisse der Plankton-Expedition . 525 Flora 204 Geologie. Magazine 40 Geological Survey of Canada . . . 596 Handbuch der Physik 354 Ibis 194 Index Kewensis 354 Intermediaire des Mathematiciens . . 551 Jahrbuch der k. k. CTeologisehen Reichs- anstalt 50 Jahrbuch der Knigl. Preussischen Geo- logischen Landesanstalt und Berg- akademie 278 Jahrbuch fr Photographie und Repro- ductionstechnik 462 Jahrbuch fr wissenschaftliche Botanik 100 Jahresbericht der geographischen Ge- sellschaft in Mnchen ..... 70 Jahresbericht der Gesellschaft fr An- thropologie der Oberlausitz . . . 214 Jahreshefte des naturwissenschaftlichen Vereins fr das Frstenthum Lne- burg 144 Journal of the Linnean Society . 174, 244 Journal of the Royal Microscopical So- ciety . . . ." 154 Kataloge ber Bcher, Sammlungen und Apparate ... 40, 214, 475, 503, 575 Koloniales Jahrbuch 154 Mittheilungen aus der Firma Dr. Hou- deck & Hervert" : . 224 Mittheilungen der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien 120 Mittheilungen des Vereins fr Erdkunde zu Halle 70 Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus dem Deutschen Schutzgebiete 164 Monographs of the United States Geo- logical Survey 438 Neue Denkschriften der allgemeinen schweizerischen Gesellschaft fr die gesammten Naturwissenschaften . . 462 Neues Jahrbuch fr Mineralogie, Geo- logie und Palaeontologie .... 173 Ornithologischer Monatsbericht ... 60 Physical Revue 234 Physikalische Revue 134 VIII Inhalts -Vcraeichniss. Seite Proceedings of the Royal Society . . 244 Sitzungsbericht der k. Bayer. Akademie der Wissenschaften zu Mnchen . 233 Sitzungsbericht der kais. Akademie der Wissenschaften zu Wien ... 80, 223 Sitzungsbericht der knigl. Preussischen Akademie der Wissenschaften 79, 110 Sitzungsbericht der Naturforscher-Ge- sellschaft bei der Universitt Dorpat 379 Transactions of the Entomological So- ciety of London 184 Transactions of the Linnean Society . 174 Transactions of the Wisconsin Academy of Sciences 503 Transactions of the Zoological Society of London 154 Tschermak's mineralogische und petio- graphische Mittheilungen .... 90 Verhandlungen des botanischen Vereins 18 Verhandlungen der Gesellschaft fr Erd- kunde 50 Zeitschrift fr anorganische Chemie . 315 Zeitschrift fr Ethnologie 18 Zeitschrift fr Krystallographie und Mi- neralogie 120, J94 Zeitschrift fr Naturwissenschaft . . 575 Zeitschrift fr praktische Geologie . . 10 Seite Verzeichiii.ss der Abbildungen. Aquarium ( zum Klinger Dilu- vium . 39S, 394 Geometrische Figur zum Aufsatz Fried- richs ber die Sonnenfleckeii . . . 56 Gomphostrobus bifidus (Orig.) .... 314 Gutenberger lihlo (Orig.-Nachb.) . . 43ii Kap Tscheljuskin 64 Karte der Durmitor-Gruppe (Orig.- Nachb.) 2.")8 vom Skutari-See (Orig.-Nachb.) . . 258 von Hamburg zur Cholera- Kpidemie (Orig.) 318 von Montenegro (Orig.-Nachb.) . . 257 Mangroven 578, 579 Medicin-Mann der Schwarzfuss-Indianer 574 Mont - Blanc (Nord - Abhang) (Orig.- Nachb.) . .' . 150 Seite Nieser's phntograph. Zeichen-Apparat . 401 Nonnenraupen wipfelnd ... . . . lOG Nonnenschleier, -Brcken und -Zelte an Fichten 84, 85 Ovulum der Birke mit Pollenschlauch 142 Putamen von Prunus Pcrsica (Orig.) . 391) Rhvzophora mucronata .... 578, 579 Rhyzopoden (Orig.-Nachb ) 226 Rochen - Scbwinunbeweirungen (( 'rig.- Nachb.) '...... 210 Schema zur Darstellung der Transfor- mation der Pflanzenwelt .... 418 zur Ueberschtzung der Bschungs- Neigung (rig.) 287 Schemata zur Erluterung raeteondogi- scher Phnomene (Orig.) . . 530, 532 Siemens, Werner von (Portrt) ... 19 Sonnenuhr, Oliver's ((Jrig.-Naciib.) . . 118 SphenophvlUim cuneifolium, Laubblt- ter und Blthenbltter (Orig.-Nachb.) 220 Spiritus-Gebls.'-Lampen (Orig.) . 487. 488 Strmungs-Prolile (Orig.) . . . . 235 ff. Strudellcher od Gletschertpfe 166, 167, 168 Sundastrasse mit der Insel Krakatau . 65 Trisectionszirkel und seine Anwendung (Orig.) 276 Zelltheilungen in thierischen Einbryoneti (Orig.) . ... . . . . . . . 265 ff. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. VIII. Bniid. Sonntag, den 1. Januar 1893. Nr. 1. Inserate: Die viergespaltene Petitzeile 40 A. Grssere Auf'trga^MXV^i' -' H / sprechenden Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. Inseratenah(je - 'k)8]u\ ^ Abonnement: Man abonnirt bei allen BucbhandUmgen und Post- anstalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahr.s]jreis ist J( 3. Bringegeld bei der Post LS } extra. bei allen Annocenbureaux. wie bei der Expedition. /, T^e? ^' ^^ Abdi-nvk ist nar mit voll!tnliger C^nellenangabe gestattet. Die tertiren Primaten und der fossile Mensch von Sdamerika. Von Dr. ;iie(l. et pliil. (ieorg Biischan. Die Palaoiitoldoie der Primaten hat seit C'uvier's Zeiten, der das Aul'tiudeii von tertiren Af'en noeii als ein Ding- der nmgiiehkeit hinstellte, bedeutende Fort- schritte gemaeht. Besonders die jngsten Jahre sind reich an Eriahruugen und Entdecknngeii in Europa sowohl, als besonders in Amerika, die unsere Kenntniss \(ni der Ent- wicklung dieser dem Mensehen so nahe stehenden Suge- thiere ein Stck weiter zu frdern im Staude sind. In- dessen der Ursprung des Menschen bleibt bei alledem noch dunkel und erfordert unausgesetzt weitere Nach- forschungen. Das Interesse, welches sicii an die soeben angeregte Frage knpft, veranlasste Dr. E. Trouessart in einer in der Zeitschrift LWnthropologie*) verfientlichten Abhand- lung eine znsaimnenfasseude zeitgenisse Uebersicht dieser Entdeckungen und der ans ihnen berechtigten Schlsse zu geben, der wir folgendes entnehmen. Die Leinurier, um mit diesen zu beginnen, scheinen einer Reihe von Sugethieren anzugehren, die sich in weit znrnckliegeuder Zeit durch Trennung von den wirk- lichen Affen abzweigten. Ein merklicher Unterschied zwischen diesen und ihnen besteht in dem Gebiss. Wenn auch die Anzahl der Zhne bei den Lemuriern eine sehr variable ist, so dass sie sich auf einen gemeinsamen Typus nicht zurckfuhren lassen, S" lsst sich im allgemeinen fr das Gebiss der Grundsatz aufstellen, dass eigentliche d. canini inferiores liei ihnen (mit Ausnahme der Gattung Tarsus) nicht vorkommen, dass ferner die Anzahl der oberen Eckzhne (zumeist 4 an der, Zahl) fters durch Atrophie (Tarsius, Nycticetus javanicus) oder durch Aus- fall im erwachsenen Zustande (.\\ ahis, Leiiilemur) reducirt erscheint. Dieser Umstand beweist, dass das Zahnsystem der Lemuren sich noch im Zustande der Entwicklung be- findet, sowie dass der Typus der l'rosimicr ein sehr alter und ursprnglicher sein muss. Die Palontologie be- *) L'Aiithropoldgie. Paris, G. Masson; editinir. 189:^. toint^ III. No. 3, S. 257 u, f. ' - |X2: : 40 Zhne. m sttigt diese Auffassung. Die ltesten Lemurenberreste finden sich in den eocneu Schichten der nrdlichen Hemi- sphren beider Erdtheile, besonders in Europa; der Adapis parisiensis Cuvieri ist kein Ungulate, sondern ein Lemure. Nach Schlosser lassen sich die Leinurier in die Psendo- Icinuridae und Lemuridae eiutheilen. Die crsteren(^Pachy- lemuridac Filhol) unterscheiden sich von den letzteren durch die Zahl ihrer d. iucisivi (zwei Paar in jedem Kiefer, wie bei den Simien); ihre d. canini sitzen normal in beiden Kiefern, d. h. sie berragen das Niveau der incisivi; ein d. praemolaris mehr (4 statt 3) unterscheidet sie schliess- lich noch von den Simien. Ihre Zahnformel ist somit: J. 'j, C. [, Pm. ;* (selten |) M. Die fossilen Pseudolemurier zerfallen wiederum 2 Unterabtheilungen, die .\dapidae und Hyopsodidae. Europa, und zwar seinem Eocn, gehren au: Adapis parisiensis Cuvier; minor Filhol; magnus ders.; angustidens ders.; Coeuo])itherus lemuroides Rtimeyer, ,, pygmaeus ders.; lleterohyus armatus Gervais; Cryptopithecus siderolithicus Schlosser. Nordamerika weist viel zahlreichere Typen auf: ausser , den genera Notharctos^ Tomitherium, Pelycodus und Hyopsodus, die von Leidy, Cope Und Marsh be- schrieben worden sind, noch eine grosse Menge anderer vocuer genera, die die Namen tragen: AVashakius Leidy, llipposyus Leidy, Microsyops Leidy, Apheliscus Gope, Opisthotomus Gpe, Sarcolemnr Gope, Omomys Leidy, Sinopa Leidj-, Palaeacodon Leidy, Loxtihiphus Gope, Limnotherium Marsh, Telmatolestes Marsh, Thinolcstes Marsh, Stenacodou Marsh, Hathrodou Marsh, Mesacodou ,Marsh, Heuiiaeodou Marsli, .\ntiacodon Marsh etc. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. Die enge Beziehung der Pseudolemurier zu den Atfen (Cercopithecier oder C'yuopithecier) in Bezug auf das (tc- biss berechtigt zu der Vermuthung, dass beide Typen aus einer genieinsanien Staninitorni hervorgegangen sind, von der die eigentiicheu Lenjurier einen weiter abweichenden und theilweise degenerirten Zweig darstellen. Diese, die eigentlichen Lemuren, fossile und recente Formen, zeichnen sich von den wahren Affen durch ihr grundverschiedenes und nianchnial reducirtes Gebiss aus. Ihre urspriingliehe Zabnforniel, die man noch bei Galago, Stenops, Microcebus, Otolicnus, Chirogaleus, Lepilemur, Lemur, Hapaleniur antrifft, ist .7. I, . I-, l'm. I, if. I X 2 = 36 Zhne. Bei Propithecus und Lichanotus ist sie rediirirt auf: .7. 4, C.\, Pm. I, M. '^. X 2 = 30 Zhne. Die Tarsius- und gewisse fossile Arten bilden eine Classe fr sich, insofern ihre d. canini, die hinsichtlich der Form normal geblie])en sind, nicht denen der heutigen Lemuren, sondern denen der Pscudolemurcn gleichen; sie stellen somit den Uebergang zwischen beiden C'lassen dar. Alle wahre Lemuren der Vorzeit gehren dieser Gruppe an aus dem Eocn Europas: Necrolemur Edwardsi Filhol; antiquus ders. ; Zitteli Schlosser; Cartieri Riitimeyer; minor ders.; parvulus Filliol; V Microchoerus erinaceus Wood; Plesiadapis reniensis Lemoine; Gei'vaisi ders.; Daubrei ders.; aus dem Eocn Nordamerikas: Auaptomorphus homuneulus Cope; aemulus ders.; Cynodontomys latidens ders.; Mixodectes pungens ders.; crassiusculus ders.; ? Lemuravus distans Marsh; '? Indrodou malaris Cope. Der Schlusssatz, der sich aus den bisherigen Be- trachtungen ergiebt, besteht darin, dass man, worauf bereits Topinard aufmerksam machte, die Lenuiren von den Primaten nicht trennen darf. Auch Schlosser hat durch seine phylogenetische Tafel den gemeinsamen Ur- sprung aller Aften (im Gegensatz zu Schmidt, der die amerikanischen Affen vom Inseetivorentypus, die der alten Welt von Omnivoren Ungulaten herleiten will) ausgesprochen. Platyrhine Affen im fossilen Zustande kannte man bisher nur aus Sdamerika (besonders aus den Hhlen von Limd in Brasilien), und zwar ans verhltnissmssig jngeren Schichten (quaternren oder pleistocnen). Die tertiren Schichten des meridionalen und septentrionalen Amerika, die sonst au Sugethierformen so reich sind, haben keine Ueberreste geliefert, die man auf Affen bezieben kann. Mit Ausnahme von Protopithecus brasiliensis, der Anspruch auf ein eigenes geuus erheben darf, unterscheiden sich die brigen fossilen Platyrhineu, wie Hapale, Mysetes, Callithrix, Gebus, wenig von einander und von den anderen Formen. In jngster Zeit (1891) hat Florentino Ameghino in den eocnen Schichten des sdlichen Patagonien (Rio Santa -Cruz) eine Anzahl von Unterkiefern gefunden, ilie er mit Rcksieht auf das hohe Alter der Schichten fr solche von Lemurinen ansah. Eine eingehende Unter- suchung derselben hat indessen gezeigt, dass es sieh um Reste \eritahler Aften handelt, denn die Zahnformel der- selben gleicht denen der (Jebier, d. Ii. aller amerikanischer Aften, ausgenommen den istiti. Die amerikanischen Affen unterscheiden sich von denen der alten Contiuente durch die Anzahl der Zhne (3), d.h. durch die Anwesenheit eines d. jjraemolaris in jeder Kieferhlftc; die Uistitis dagegen haben zwar nur 32 Zhne, wie die wahren Aft'en und der Mensch, weichen aber doch von diesen ab, weil sie nur 2 d. molares und dazu einen praemolaris, wie die Gebier, aufweisen. Sie sind somit diesen letzteren zwar stammverwandt, scheinen aber einen inferioren oder degenerirten Tyjtus derselben darzustellen. In dieser Beziehung knnte man einen ge- wissen l'arailelismus zwischen den beiden (!rui)pen der amerikanischen Aften und den beiden der Lemurier fest- stellen: die IIa|)alier mit reducirtem Gebiss entsprchen den Lemuren v(m Madagascar, die nur .30 oder noch weniger Zhne besitzen; die Gebier mit vollstndigerem Gebiss den primitiven Lemuriern, die wie sie mit 30 Zhnen ausgerstet sind. Die Ureebier Patagoniens sind im allgemeinen von kleiner Statur; insofern gleichen sie auch den Uistitis. Sie scheinen ziendich mannigfaltig in der Eocnperiode gewesen zu sein; denn man kennt bereits 4 genera, die sieh unter einander immer noch mehr unterscheiden, als die heutigen amerikanischen Aften unter sich: Honnniculus patagoniens Ameghino, verwandt mit Ecphantodon ceboides Mcrccrat; Anthro])ops perfectus Ameghino; Hiimocentrus argentinus ders.; Eudiastatus lingulatus ders. Das Gemeinsame au den Unterkiefern dieser 4 Gebier, von denen Trouessart woblgelungene Abbildungen giebt, ist die Hhe und Breite der Kinnsyni)hyse, ein Merkmal, das sieh bei Mycetes, Callithrix und noch anderen Arten noch vorfindet. Die Kieferhlften sind ohne sichtbare Naht vollstndig mit einander verschmolzen. Die Zabn- forniel, soweit sie sich fr die Unterkiefern rec(mstruiren lsst, ist die der Gebier: ,7 - ^ Pm ~ M ~ Die d. molares sind ein Avenig lnger als Ijreit, fast viereckig. Alle Zhne stehen in einer fortlaufenden Reihe, in der die d. canini die brigen Zhne kaum berragen; dieselben haben ihren Platz zwischen d. incisivi und pra- molaris gerade so wie beim Mensehen. Die Gliedmaassea dieser eocnen Aft'en hat man bisher noch nicht aufgefunden. Indessen lassen andere Extremi- tten, die in denselben Schichten zum Vfu-schein kamen und deren zugelniriges Gebiss an das von Chiromys er- innert (Jcochilus, verwandt mit Toxodontus) vcrmuthen, dass diese Thiere auf Bume klettern konnten. .Mit grsserem Rechte drfte man dasselbe von Homuneulus und Authro- pops annehmen. Bessere Kenntniss besitzen wir von den fossilen Affen der alten Welt, die der Miocu- bis Quatcrnr- zeit angehren. Aus Europa kennen wir: Semnopithecus monspessulanus Gervais Pliocn Frankreichs und Italiens; Mesopithecus Penteliei Gaudry Pliocn Griechen- lands und Ungarns; Dolichopitheeus rascinensis Deperet Pliocn Sdfrankreiehs ; Nr. 1. Njvturwissciisf'liaftliclie Wochenschrift. Oreopitbccus l>;uiil)oli (icrvais Miocii Italiens; Macacus priscus Gervais l'liiiciiii KSdlraiikreiclis; Macacus (Aulaxinuus) florcntinus Cocchi l'liocii Italiens: Macacus pliocaenus Owen Quaternr Eng'hxnds; Macacns tolosanus Harle Quaternr Sd- tVankreiclis;*) aus Nordafriiia bislior nur eine eiuzii;c Art: Cynoccphahis atlantiensTlionias Pliocn Algiers; aus Asien, das wiederum reicher (besonders Indien) ist: Senmopitliecus palaeindieus Lydekkcr Pliocn Indiens; Semntipitliecus entellus (fossilis) Lyd. Quaternr Indiens; j\[acacus sivalensis Lyd. Pliocn Indiens; Cynocephalus suhhinialayanus H. V. Meyer Plio- cn Indiens; C'ynocephalus Falconeri und sp. V Lyd. Pliocn Indiens. Alle diese Typen sind zwar nahe Verwandte der heutigen Cercopitbecier, stellen jedoch auch Ueberg-nge zwischen den genera derselben dar so ist Mesopithecus ein Mittelding- zwischen Scnmopitheeus und den ^lakaken, !>oliciii>pithecHs zwischen Senniupitheeus und den ('yno- cephalen, Ureoi)itliecus zwichen Schimpansen und den Makaken . Es gewinnt somit den Ansehein, dass die gegenwrtig- wohl zu unterscheidenden Typen des Semno- pithecus, Cercopithecus und Cynocephalus zur Tertirzeit noch auf dem ^\'egc der Entwicklung begritfV-n waren. Das Viirkonunen von Semnopithecicrn, Makaken und auch Cynoephalcn in der siidasiati.schen fossilen Fauna berechtigt zu dem Schlsse, dass einst Verbindungen zwischen Indien und Afrika bestanden haben mssen. Von den anthropomorplien Affen kennen wir bis jetzt 4 fossile Spccies. In Europa: Dryopithecus Fontani Lartet frankreichs; Plioi)ithecus antiipius Gervais reichs und der Schweiz. In Asien: Troglodytes sivalensis Lydekkcr Pliocn Indiens; Simia sp.V Lydekkcr Pliocn Indiens. Der erstere ist in der Anthropologenwelt durch die ver- nieintliehen Silexgerthscliaften berchtigt geworden, die der Abbe Bourgeois in Tlienay sammelte uufl diesem Tliiernienschen zuschrieb, der, wie sich S))ter herausstellte, noch bestialischer als der Gorilla gewesen sein nniss. Der Plio])ithecus ist nahe verwandt den Gibbons, der Troglodytes sivalensis durch sein Gebiss dem Schim- ])ansen. Da dieser letztere gegenwrtig aber ein Be- wohner des tropischen Afrika ist, so erblickt Trouessart in diesem Unistande einen Hinweis fr die schon oben angefhrte Ilypotiiese von einem ursprngliehen Zusannnen- liange der Fauna Indiens und Afrikas. Man kami daher die gegenwrtige afrikanisclie Fauna als das Pesultat einer Auswanderung von Indien lier beobachten, die sich auf einer Festlandsbrcke vollzog, von der Aralticn den letzten liest darstellt. Von dem zur Gattung Simia geinirigen fossilen Anthro- Ijomorphen weiss man aus Mangel an ^laterial noch zu wenig, um die Speeies bestinnnen zu krmuen. Im Anschluss an diese Auseinandersetzungen errtert Miocn Sd- Miocn Frank- *) Das goiius Ci'boclioorus Goixai, mit ileiii Colobiis i;i-;i,n- daevus Fraas vielleiclit synuiiyin l, geliiirt uit-lit zu ticn Att'eu, sondern zu den Artiodaetyloii (SuidaH). der Verfasser uoeb die Frage, wie so es konmit, dass in den miocnen Schichten Europasbereits ein anthroponKn-pher Arte (Dryopithecus) auftritt, in den Jngeren pliocncn dagegen nur Atfen niederen Typus (Semnopithecns, Ma- cacus). Wenn auch der Hott'nung Kaum zu geben ist, dass man mit der Zeit auch noch andere Cercopitliecier im Miocn aufdecken wird, so lsst sich das Fehlen von Anthropomori)heu im Pliocn wohl durch eine Aus- wanderung dieser kleinen empfindlichen Speeies aus Europa nach Afrika oder dem Sden Asiens erklren, wo solche in dieser Formation nachgewiesen sind. Die weniger empfindlichen Gercopithecier haben sich dagegen bis in die Gegenwart hinein auf unserem Continente (Gibraltar) erhalten. Durch das Aufhnden von fossilen Aft'enrestcn in cUmi tertiren Schiciiteu Sdamerikas ist gleichzeitig wieder die Frage nach dem ersten Auftreten des Men- schen unter diesem Himmelsstriche in Bewegung gebracht worden. Sdamerika, im besonderen Sdbrasilien und Argentinien, haben eine reiche Ausl)eute an vorge- schichtlichen Menschenresten geliefert. In den Ibihlen von Somidouro in Brasilien, zu Gordoba und im Tliale des Rio Negro in Argentinien sind quateriire Schdel von dolicliocephalem, hypostenopbalem, prognathem Typus mit sehr dicken Seitenwandbeinen, niederer Stirn und stark entwickelten Augenbrauenbgen aufgefunden worden, die somit an die Neanderthalra(,-e erinnern. Die dazu ge- hrigen lihrt'nknochen die cavitas olecrani weist eine Perforation bis zu 15 mm auf sprechen fr eine Race von niederer Statur. Gewisse Schdel sind auch brachy- cephal oder subbrachycephal ein Charaktcristicum der heutigen sdami'rikanischen Autochthonen und erinnern si'hr an die der Eskimos. Knstlich deformirte Schdel konnnen auch vor. Im allgemeini'u lsst sich jedoch von der quaternren Race Sdamerikas sagen, dass sie grund- verschieden von der heutigen Bevlkerung war. Gebrannte Topfreste, Silextheile von St.-Acheul- und Chelles-Typus, Pfeilspitzen sowie Schalen vom Moustier- Typus zusammen mit den Riesenpanzern der Glyptodonten, die als Schutzdach gegen Regen und Wind gedient halben mgen, charakterisiren diese Bevlkerung der ., palo- lithischen Periode". Aber uoch in lteren Erdschichten will man die Spuren des Menschen nachgewiesen haben. Leider gehen die Ansichten der Geologen ber das Alter derselben sehr auseinand(M-. Whrend Dr.ring und Anieghino sie fi- pliocn, selbst miocn halten, rechnen d'Orbigny und Stein- manu sie zum Pleistocn oder (Quaternr. Die einzigen menschliehen Knochenreste aus dieser sehr alten Periode der etage Ensenadien oder Pampeen, nach Ame^liino entsprechend dem unteren Pliocn sind einzelne Zhne, die man anfnglich fr solche eines Cebiers (Protopitheeus bonoerensis hielt. Etwas hutiger konnnen ThierknocluMi- reste vor, die die Spuren nunseldielier Tlitigkeit (Be- arbeitung, Brand) an sich tragen sollen, sowie Topf- fragniente und Kohlenstcke. Zu Monte -Hernn)so trug ein fossiles Scelett von ^lacrauclienia anti(ina Formation Araucanienne, nach Anieghino Miocn in einem seiner Knochen einen Quartzsplitter, der von einem absielitliciien Wurf herrhren kann, zumal da imlieiie Splitter in der- selben Schicht noch zum Vorsciiein kamen. Durch diese Funde knnte das Vorkonnnen des ter- tiren Menschen fr Sdamerika bewiesen sein, wenn nur nicht das Alter dieser vermeintlich tertiren Schichten neuerdings stark angezweifelt worden wre. Steinmaini in Freibnrg scheint nachgewiesen zu habfrestaurant zu Rio Cuarto mit Grog gefeiert; doch wollte eine recht frh- liche Stimmung nicht Platz greifen, da wir in Ungewiss- heit waren ber die Tropa so nennt man die zu einer Expedition gehrigen ^laulthiere inel. der Madrina, einem Pferd, dem eine Klingel angehngt wird. Die Madrina bt einen eigenartigen Zauber auf alle Thiere einer Tropa aus und hlt die Thiere zusannncn. Unsere Tropa be- stand schliesslich aus 1 Pferd i Madrina) und 11 Mulen (Maulthicre: Mula5, Macho j' ). In Villa Mercedes angekommen, fanden wir weder unsere Tropa, noch Nacliricht von Don Romulo, der uns eventuell liatte telegraphiren sollen. Wir nahmen einst- weilen Unterkunft in einem sehr niittelmssigen (iasthaus (Fonda); bessere giebt es kaum in dieser den Camp- stadt. Prof. Bodenbender, der die Fhrung der Expedition bernonnnen hatte, telegraphirte nach allen Kiclitungen, die Don Komulo mit der Tropa htte einschlagen knnen eventuell auch nach Uebersteigung der Sierra de Oor- doba jenseits derselben. Die Depeschen waren ohne Er- folg eine versptete Antwort war sogar ganz falsch ; wir blieben in Ungewissheit l)is zum 2. Januar Abends, als unsere Tropa mit Verlust eines zurckgelassenen Pferdes endlich eintraf. Die Mulen mussten min erst etwas aus- ruhen, wir mussten uns einen Vaqueano (Fuhrer) nach San Kafael, Provinz Mendoza, besorgen, fr mich mussten o Maulthiere ( 40 Pesos) hinzugekauft werden. Da die Regeng.sse auch hier sieh wiederliolten, wurde telcgraplii- schc Nachriclit eingezogen, ob der Rio Dianiante bei San Rafael und der Rio Atuel (bezw. Rio Salado) berhaupt passirbar seien. Da in diesem Sommer (also hier De- cember-Februar) auf den Cordilleren viel Schnee gefallen und im Abtliauen begriffen ist, so sind die Flussbergnge unberechenbar. Es liefen aber gute Nachrichten ein. Da- gegen war der Rio Quinto, an welchem \'illa Mercedes liegt, nicht mit beladenen Mulen zu passiren, und als wir es am 7. .lanuar \ ersuchten, mussten wir umkeln'cn. Glcklicherweise fand .sich ein Ausweg: die 3 Stunden entfernte Eisenbahnbrcke, ber welche wir gehen und das Gepck tragen mussten, whrend die Mulen den Fluss durchschwammen. Die Mulen htten be(|uem auch ber den 1 in breiten Steg der Eisenbahidingeltriieke laufen knnen, aber Mulen sind eigenartige Thiere, mit deren Gewoiinheiten man auf Reisen sehr rechnen nniss; sie wren auf der Eisenbahnbrcke scheu geworden, und es musste daher das stets uiustndliciie Umladen des Gepckes, das einige Stunden aufiilt, in der Mittagshitze 32 C. im Sciiatten vorgenonnnen werden. Die Zeit bis zur Abreise am 7. .lanuar hatten Kurtz und ich zu einigen kleinen, wenig loluiendcii Excursionen benutzt; eine mit der neuen Bahn nach San Jose de Jlorro htte lohnend werden knnen, wenn wir darauf htten 2 3 Tage verwenden drfen; die Zge fahren bloss alle 2 3 Tage und an einem Tage lsst sich der Ccrro de ^lorro nicht erreichen; so konnten wir nur die niedrigen Vorhhen des Cerro blaneo erreichen, die nichts Itesonderes boten; doch seien erwhnt: Ecbolium campestre ()k.^ Rhjtiglossa c. Nees = Justicia c. Grisel, eine blau- blthige, 1 m hohe, aufrecht -diehtstige, starkbelaubte Staude, welche dichte Bestnde bildet; 2 niedrige \ cr- bcna-Arten: V. chamaedryodes mit brennendrothen P>lthen, krautigen, gestreckten Stengeln, welclie Art meist vereinzelt sich findet, und eine iicilblaublthige Art, welche bis If) cm h(die, sparrig verzweigte Zwcrgstrucher bildet nnd mehr gesellig \'orkonnnt. .\uf den windigen Hhen blhte ein Meloeactus. In dem kleinen Thalkessel des Cerro blaneo standen einige riesenhafte, rt '/^ ni im Stamm dicke Feigenbume, deren verlockende Frchte aber zu hoch hingen, um erreichbar zu sein; das Erklettern ist bei iler Brchigkeit des Holzes unstatthaft. Unter dem Schatten dieser mchtigen ilumc lagerten wir zum Mittag; eine Ziegcnheerde suchte ebenfalls dort Schatten und lieferte uns Milch. Von Grsern und anderen kleinen (iewehsen, deren .Vufzhlung hier zu weit fhren wrde und ohne nachtrgliche Bestimmung im Herbarium zu Hause auch nicht gut mglieh und zweifelhatt ist, seien noch von jener Partie aufgefhrt: Cestrum Pseudo- (|uina Mart., eine fast zur Ruderalpflanze gewordene ein- heimische, halbstrauchige, 1 1 'o m hohe, giftige Solanacee mit gelbgrnen bis gelben, cylindrischen Blthen. Ziegen fressen diese Pflanze nicht, wohl aber wird sie von lieu- schrccken angegriffen. .lodina rhombifolia Tlk. u. .\rn. ist eine baumartige, bis 8 m h(die, oft aber nur hoch- strauchige Santalacee mit lederartigen. Ijlassgriinen, 4 bis 5 cm langen, cuneat- i-hondiischen, kahlen Blttern, deren 3 oberhalb gelegene Ecken in Staehelspitzen auslaufen. Prosopis alba (iriseb. wird ein mchtiger Baum bis zu 1 m stark und 12 m hoch; es ist eine Mimosaeee mit zartem Laub, die 1 2-jugatcn Bltter haben gefiederte ,loch- theile mit zahlreichen, kaum 1 cm langen und ' 4eni breiten ]>lttcheii. Die jungen Exem])lare sind reichlicher mit Dornen versehen. Auf dem Algarrobo blaneo, mit welchem italienischen Namen fr das Johannisbrot man hier diesen Baum wegen der sssen, johannisl)rothnliehen, aber 4 Mal schmleren und 2 Mal krzeren Hlsen bezeichnet, vegetirtc dort ein Loranthus mit sehr sehmalen, fast linealen Blttern, z. Z. noch nicht in Blthe. Zu dieser Partie, deren kurze I^isenbahnfahrt (i Pesos Jedem kostete, hatten wir ausserdem 3 Pferde mit 1 Fhrer auf 4 Stunden ge- miethet, wofr wir nur zusannncn b Pesos zahlten. A'illa Mercedes ist eine Canipstadt, deren man t'ine zu besehreiben hat, um alle anderen hier damit zu schil dem. Die Strassen sind sehr breit, staubig, bezw. nach Regen schlammig, reelitwiid^clig sieh kreuzend und Cuadros bildend, die fr Huserxierccke einer knftigen tiross- stadt angelegt sind, auf denen jetzt ai)er meist nur .M- falfe (Luzerne) oder Mais gebaut wird: diese von Strassen umgebenen Felder sind mit dicht gepflnnzten Pyramiden- pappeln umgeben, welche infolge ihrer Hhe nnd ihres dichten Standes den Feldern einen weitgehenden Schatten gel)en. Die Huser, welche sich nur stellenweise mehr zusannnengeljaut finden, sind ausschliesslich aus Lehm- ziegeln gefertigt; in der Nhe der Plaza finden sich dann meist die grsseren Gescliftslden etc. Gross geplant, ist eine solche schwach be\lkerte Stadt wegen ihier .\us dehnung nur mit Pferden oder Droschken zu benutzen, die hier beispielhis billig sind Fahrt pro Person 40 Cs. oder ]n'o Stunde (dme Rcksicht auf Personenzahl I Peso Jetzt etwa 1 Mark werth). Die vielen Pa|)pelreilien, an denen brigens die Heuschrecken schliesslich auch weiden, wenn das Futter zu ebener Erde fehlt oder .-die geworden ist, machen eine solche Campstadt schon von Weitem er- kenntlich; fr den Botaniker sind si(> trostlos, denn an den Wegen und freien Pltzen waidisen fast um' l\uder;il- pflanzen, vor allem Clienopodium album L., Xan- thium siiinosum L. und \'erbcsina enceliodes Bsigr. (Cav.). iJ''ortsetzung folgt.) 6 Naturwissenschaftliflie Wocliensclirift. Nr. 1. Der Rechner Iiiaiuli. Da der in der letzten Zeit in Tageshlttern viel erwhnte Wunderreehner" Inaudi die Absiclit haben soll, auch nach Deutschland zu kommen, sind vielleicht einige Notizen ber ihn nach den Be- obachtungen der Pariser Akademiker in der Salpetriere und an der Sorbonne (Aerztc, ^Mathematiker und Philo- sophen habeu Theil genommen, liesonders der Neurolog Charcot, Binet, die Mathematiker Tisseraud, Dar- boux, Poincare), an dieser Stelle von allgemeinem Interesse. Es handelt sich bei ,1. Inaudi um einen Kopf- rechner, der den berhmtesten Erscheinungen dieser Art, Mondeux in Frankreich (1840 von Cauchy der Akade- mie vorgestellt), Colbum in England, Mangiamele in Italien u. s. f. nicht nachsteht und vielleicht nur von Zach. Dase bertroifen wird (Dase, 18241861, ist mit 15 Jahren lt'eutlich als Rechner" aufgetreten und hat bei'all das grsste Staunen erregt durcii seine Schnellig- keit im Zitfernrechnen; in Wien multiplicirte er z. \i. 40 Zahlen mit 40 anderen in 40 Minuten. Er wurde auch bei Zahlenrcchnungen fr wissenschaftliche Arbeiten vielfach verwendet, z. B. von B es sei an der Sternwarte in Berlin , im preussischen Finanzministerium u. s. f.) Inaudi unterscheidet sich, um das gleich vorweg zu nehmen, in hchst interessanter Weise von seinen Vor- gngern: er hat von je die Ziffern, mit deren Kombination er sich von frher Jugend an leidenschaftlich befasste, nicht durch das Auge, sondern durch das Ohr erfasst. Er stammt aus Onoraso in Piemont, ist am 13. October 1867 in rmlichen Verliltnissen geboren und war lange Jahre Hirte (wie auch Mondeux und Mangiamele); Lesen und Schreiben hat er erst im 20. Jaln-e gelernt, im Rech- nen hat er nie einen Lehrer gehabt. Mit 5 Jahren ist er von jener merkwrdigen Leidenschaft fr die Zahlen er- griffen worden, die alle diese Rechner im zartesten Alter erfasst und nicht mehr loslsst. (Uebrigens ist auch von vielen Mathematikern und Physikern l)ekannt, dass sie in frhester Jugend, Gauss und Ampere z. B. im dritten Jahre zu rechnen begonnen haben.) Schon in seinem 13. Jaiu"e hat sich des Knaben ein Impresario bemchtigt, der ihn u. A. nach Paris fhrte, wo ihn Broca unter- suchte. Er hat nie, auch als kleiner Knabe nicht, wie andere Rechner mit materiellen Dingen gerechnet, z. B. an den Fingern oder mit Kieselsteinen u. s. f. gezhlt, sondern sofort im Kopf zu rechnen begonnen, nachdem er die Namen der Zahlen von seinem Bruder kennen ge- lernt hatte. Es ist schon angedeutet, dass ihm deshalb auch jetzt, da er lesen und S'ehreiben kann, die Schrift beim Rechnen gar nichts ntzt; er fasst alle Zahlen nur durch das Ohr beim ^'orsprechen auf, um dann im Kopf die gewnschten Operationen zu machen. Gesehriebcue Zahlen fasst er viel schlechter auf; er sagt selbst, dass ihn die Schrift verwirrt. Er nudtiplicirt .jetzt acht- bis zehnstellige Zahlen mit einander. Dabei ist weniger eine ganz ausstn-ordeiitliehe Schnelligkeit, als die Sicherheit seiner Antwort berraschend, inmierhin ist auch die erstere nicht gering, z. B. braucht er zur Auffassung zweier vor- gesprochener 4zitfriger Zahlen, der Multiplication beider und dem Aussprechen des Resultats 20 Sekunden. Wh- rend ein Erwachsener, von einer beliebigen Folge, ihm in bestimmtem Rythmus (z. B. in Gruppen von drei) vorge- sprochenen Ziffern nur etwa 8 bis 10 in richtiger Folge wiederholen kann, gelingt dies Inaudi ohne Anstrengung bei 24 bis 30; dabei prgen sieh diese Ziffern durch ein- maliges Nachsprechen seinem Gedchtniss sofort ein, dass er sie z. B. ebenso gut (dme alles Zuthun in umgekehrter Folge wiederholen kann oder die erste Hlfte in gerade, die zweite in umgekehrter ( rdnung u. s. f. .fa er kann am Ende einer lngeren Sitzung noch alle Zahlen hersagen, mit denen er whrend derselben zu thun hatte; es ist fast unglaublich und doch sicher verbrgt, dass er z. B. bei einem Besuch dieser Art in der Sorbonne 400 Ziffern so wiederholt hat nnt nur wenigen IrrthUmcrn, die er selbst sofort berichtigte, nachdem er zuvor gebeten hatte, ihn nicht zu unterbrechen. Eine 22-stellige Zahl, die ihm bei Darboux vorkam, wusste J. noch 8 Tage spter, ohne auf diese Gedchtnissprobe vorbereitet zu sein. Das Linien- oder Formengedchtniss eines zeichnerisch, das Tongedehtniss eines musikalisch ,,Begabten'' (Mozart hat das Jliserere der ppstlichen Kai)elle vollstndig notirt, nachdem er es zweimal gehrt hatte), ja alltgliche Klagen, wie ich habe ein so schlechtes Zahleugedcht- niss", oder wren doch die Leute numerirt, dass ich sie besser unterscheiden knnte", haben lngst gezeigt, dass das Gedchtniss" keineswegs eine einheitliche P^'unetion ist. Durcli die Kopfschnellrechner und hnliche Er- scheinungen wird bewiesen, dass wohl jeder Theil n KiO Pferdekrften, die bei einem tglichen Kohlenverbrauch von 2,8 Tonnen dem Schiffe eine (!e- sehwindigkeit von 6 Knoten geben wird. Unter Segeln kann dasselbe etwa eine Schnelligkeit \ tni S 9 Knoten er- reichen. Von der Wasserverdrngung von 800 Tonnen beansprucht die Maschine bei gefllten Kesseln etwa 420 Tonnen. Da der Proviant auf t)0 Tonnen sich be- rechnet, so bleiben etwa 320 Tonnen fi- Kohle und anderes Brennmaterial, was um so mehr ausreichend er- scheint, als das Schiff nach der letzten K(dileneinnahme bis zur Heimkehr unter keinen Umstnden lnger als zwei Monate unter Dampf sein wird. Unter diesen Umstnden kann die Hlfte des Heizmaterials zum Kochen und zur Wrmeerzeugung whrend der Ueberwinteruugen \er wendet werden. Ausserdem wirtl natrlicii zur Beleuchtung auch noch Petroleum und Paraffin, sowie zum Jvochen S])iritus mitgefhrt. Mit Stolz sagt Nansen, dass ein Schiff gleich dem seinen und in gleich praktischer Einrichtung und Aus- rstung noch niemals vorher gebaut ist. Uebrigens wird es in Lanrwig von Colin Archer angefertigt und geht seiner denniclistigen \'ollenduug entgegen. Fr den Fall, dass das Schiff gegen alle Voraussetzung doch unter- gehen sollte, fhrt Nan.seu noch zwei zweckmssig ge- baute Boote mit sieh, die im Stande sind, die gesannnte Bemannung und eine hinreichende Menge von Lebens- mitteln aufzunehmen, so dass auf iiinen die t^ahrt im Treib- eise mit aller Behaglichkeit" fiu-fgesetzt werden kann. Eine grosse Unannehmlichkeit hat bei verschiedenen Polarexpeditionen darin gelegen, dass die Feuchtigkeit im Rume an den kalten Aussenwnden sich nieder- schlug und zu Eis gefror, und es ist eine ganz gewhn- liche Sache, dass die Matratzen in den Mannschaftskojen, die an den Aussenwnden liegen, mehr oder weniger vollstndig in Eisklumpen verwandelt wurden. Um dieser Unbeipiemlichkeit zu entgehen, ist alles Mgliche ge schelten, um die Aussenseiten zu erwrmen: sie sind mit getheertem Filz, mit Korklagen, mit Tannenbretteru, mit einer Lage dicken Filzes, einer luftdichten Linoleundage und noch einer Bretterverkleidung bedeckt. Ebenso be- steht die Decke im Salon und den Kajten aus ver- schiedenen Lagen: Luft, Filz, Fichtenbretter, Linoleum, Rennthierhaardecken, Fichtenholz, Linoleum, Luft und noch- mals Fichtenholz, was zusammen mit den 4 Zoll dicken Deckplatten eine Strke von IT) Zoll ergiebt. In hn- licher \\'eise ist natrlich auch der Fussboden behandelt worden und der kalten Luft mglichst jeder Zugang ab- geschnitten. Als Hauptwohnraum, in welchem die ge- sammte Mannschaft bei der strksten Klte Tag und Nacht wohnen wird, wird der Salon dienen, wobei nach dem Princip der Eskimos das Ik'ieinanderhauseu im eng- sten Rume zur Wrmeei-zeugung dient. Auf dem Schiff'e sollen Hunde mitgefhrt werden, zur Benutzung bei AusHgen be. das Eis und ber etwa zu findende Landstreeken, zu letzterem Zwecke natrlich auch Schneeschuhe. Vor dem Skorbut. hofft Nansen sich und seine Leute zu schtzen durch Vermeidung schlechtprservirten oder gesalzenen Fleisches, wofr es ja mancherlei P^rsatz giebt. Noch zwei andere Dinge sind wichtig fr die Er- haltung der Gesundheit: Wrme und Licht. Zur Erzeu- gung der nthigen Wrme dient also einmal das Zu- sammenwohnen im engen Rume, sodann warme Kleidung und drittens die Heizung. Fr letztere hlt er eine gute Paraffinlampe, die Tag und Nacht brennt, als ausreichend. Die durch dieselbe entwickelte Kohlensure will er in einem Rohre so fortfhren, dass sie auf ihrem Wege ihre ganze Wrme an den Wohnraum abgiebt. Zur Beleuch- tung in der monatelangen Polarnacht wird das elek- trisdie Licht dienen. Das Schiff wird eine Dynamo- maschine fhren und die Elektricitt soll mit Hilfe einei- Windmhle durch die bewegte Luft erzeugt werden. Wo diese Kraftquelle aber versagt, wird die Besatzung des Schiffes seihst sich in der Weise Lieht verschaffen, dass die Leute, zu je vieren auf dem Verdeck im Kreise lust- wandelnd, ein' Gpelwerk in Bewegung setzen werden, welches zur Erzeugung und Aufspeicherung von Elektrici- tt dient. ussernder ntzlichen und gesunden Bewegung kann auf diese Weise fr eine tglich 810 Stunden brennende Bogenlampe die nthige Elektricitt geschafft werden, und Nansen hofft, dass seine Zuhrer ihm und den Seinen zuweilen ein freundliches Gedenken gnnen werden, wenn sie oben in der Stille der Polarnacht mit ihrer Rundwandcrnng auf dem Verdecke zum Zwecke der Licht- erzeugung lieschftigt sind. Dr. K. Keilhack. Die Schw aiiliuiigen der Polhhe, welche bereits seit einigen Jahren auf Grund genauester Meridianbeobach- tungen an einigen europischen Sternwarten als usserst wain-scheinlich gelten mussten, sind neuerdings durch ein im Auftrage der internationalen Erdmessung ausgefhrtes experimentum crucis als sieher erwiesen zu betrachten. Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochensclirift. Es haben nniHch im vorigen Jahre Dr. Markuse und Mr.. Preston auf den Havai-Inschi Polhhenbestimraungcn ausg-efiihrt, mit denen gleiclizeitige lieobacbtungcn in Berlin, Strassburg und Prag corresixmdirten. Dabei bat sich herausgestellt, dass die .Schwankungen der J'dlblic in Honolulu das genaue Si)iegelbil(l der entsprechenden 8cbwanknngen in Deutschland darstellen, was bei einer wirklichen Verschiebung der Erdachse im Erdkrper noth- wendig der Fall sein mnsste, weil Honolulu ziemlich ge- nau an der uns diametral gegenberliegenden Stelle der Erdoberflche sich betindet. Der maximale Betrag dieser nunmehr also festgestellten, in ihren Ursachen aber noch nicht klar durchschauten Polhhenschwankung betrgt eine halbe Bogensecunde, was einer Verschiebung des Pols um 20 Meter entspricht. Die Periode der Schwan- kung beluft sich nach den neuesten Festellungen auf 386 Tage. Man beabsichtigt, zum Zweck der niieren Erforschung- der vernuithlieii meteorologischen Crsaeiien der hochinteressanten Erscheinung an einzelnen, gnstig gelegenen Punkten der Erdoberflche dauernde Beobaeh- tungsstationen fr dieselbe einzurichten. Das Spectriim des Yernderlichen Sternes Lyrae ist in den letzten Monaten Gegenstand einer eingehenden Untersuchung durch Herrn A. Beloimlsky auf der Stern- warte in Pulkowa gewesen. Die benutzten Instrumente sind der dortige 30-Zller und der neue Spectograph der Sternwarte. Die Spectren sind durch orthochromatische Platten flxirt worden. Im Ganzen sind 17 Spectrogranunc erhalten worden, welche hauptsehlicli die Gegend zwischen den Linien H3 und 1) zur Darstellung bringen. Die Er- gebnisse lassen sicli so zusannnenfasscn: Es sind helle und dunkle Linien vorhanden. Erstere" sind der Mehrzahl nach sehr zart und in der Gegend zwischen Hp und H^ besonders gut zu sehen. Eine andere duulcle Linie, welche das Si)ectrum besonders charakterisirt, ist breiter als die ersterwhnten, sehr deutlich mit hellen Rndern, die man zuweilen als selbst- studige helle Linien beobachten kann. Die Linie D3 ist sehr hell. Das continuirliche Spectrum wird zuweilen sehr schwach. Hier ist die der Wellenlnge .501,4 /(/* (Mil- liontel ^Millimeter) entsprechende Linie besonders zu er- whnen. Sie bleibt stets vorhanden, whrend die anderen von Zeit zu Zeit verschwinden. Dagegen werden ihre hellen Rnder zuweilen sehr schwach und verschwinden selbst gnzlich. Auch finden Wechsel in den relativen Intensitten beider Rnder statt. Die Linien F (Wasserstoft") und Dg mssen besonders untersucht werden. Erstere ist grsstentheils, so vom 30. August bis 3. (Jetober 1892, doppelt gewesen. Hellig- keit und Breite l)eider Gomponenten sind hufigen Ver- nderungen unterworfen. Bald sind beide gleich, und zwischen ihnen sieht man eine dunkle Linie. Bald ist die eine breiter als die andere und umgekehrt, bald ver- schwindet die eine und an ihre Stelle tritt eine ziemlich breite dunkle Linie. Bald endlich sind beide Gomponenten als helle Linien zu sehen, die an einer Seite von einer breiten dunkelen Liniebegleitet werden. Zuweilen verschwindet, wie schon lange bekannt ist, die Linie Dg gnzlich. Aber neu ist, dass sie auch dop- pelt wird. Aus seinen bisherigen Beobachtungen konnte Herr Belopolsky noch nicht sicher entscheiden, ob daim zwischen beiden Gomponenten eine dunkle Linie entsteht. Ausser den erwhnten hat Herr Belopolsky noch eine grosse Zahl von Linien gemessen, von denen zehn als besonders scharfe bezeichnet werden. Dieselben erstrecken sich von 587, G2 [ift- bis 448,13 |U|(/ Wellenlnge. Sie sind tbeils helle, theils dunkle; einige sind dunkle mit hellen Rndern. Die Beobachtungen B's. sind umso werthvoller, als Lyrae zu denjenigen Variabein gehrt, in deren Liclit- weclisel bisher noch keine rechte ( iesetzmssigkeit gebracht werden konnte, sodass auch eine Hy|)othese ber die Ur- sachen der Vernderlichkeit noch nicht gewagt werden durfte. Auch jetzt ist es noch zu frli, um eine solche, definitiv aufzustellen. Dazu mssen die Beobachtungen der F-Liuie noch vervielfltigt werden. Es scheint nmlich aus den vorliegenden Wahrnehmungen, als ob eine dunkle Linie sich in der Gegend von F hin und her bewege, wo- durch das Aussehen einer hellen beeinflusst wird. Be- sttigt sich das, so wrden wir allerdings in der Lage sein, zuverlssigere Schlsse ber die physikalischen Ver- hltnisse der Variabein zu ziehen. Die Verdoppelung der Dg-Linie sollte brigens einen engen Doppelstern anzeigen, dem wohl etwa 26 Tage Undaufszeit zukonnnen wrden. Allein auch fr eine Entscheidung in diesem Punkte mssen weitere Beobachtungen abgewartet werden. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Eis wurden ernannt: liezirkstliicrarzt Steuert in iMenniiinfcen zum I-'rofessor iler Anatomie und Physiologie der Thiere an der landwirthseliaftliclien Schule zu Weihenstephan. Zum Director der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien (an Stelle des aus- geschiedenen Herrn Dionys Stur) d^r seitherige Vicedirector Oberbergrath Dr. Guido Stche. Prof. S triebeck, zum Docenten fr meclianische Technologie an der technischen Hocli- schule in Dresden. Der Botaniker Dr. Paul Preuss ist Anfang Januar im Auf- trage des auswrtigen Amtes wieder nacli Afrika, und zwar als Leiter des botanisclien Gartens und der Versuchsplantage nach Victoria am Kamerun-Gebirge gereist. Es ist gestorben: Der vergleichende Anatom Sir Rii-hard Owen in Kichmond bei London im 89. Lebensjalirc. Eine (lesel Ischaf t der Iva kte enfreunde " hat sich in Berlin constituirt. Vorsitzender: Prof. Dr. K. Schumann- Berlin, Schriftfhrer: Chemiker Hans Fischer-Adlershof. L i 1 1 e r a t u r. Dr. Carl MUer's (Privatdoe. der Botanik au der Kgl. Land- wirthseliaftliclien Hochschule zu Berlin) und Dr. H. Potonie's (Doc. fr PHanzenpalaeontologie au der Kgl. Bergakademie zu Berlin) Botanik. Dr. H. Potonie's Naturwissenschaftliche Repetitorien, lieft 3. 32o Seiten. Mit 43 Abbilduugeu im Te.\te. Berlin NW., Fischer's Medic. Buchhandlung. H. Kornfeld. 1893. Preis .5 M. In meinen Elementen der Botanik", die fr solche berechnet sind, die botanische Studien berhaupt noch nicht getrieben haben, konnte ich die Darstellung so whlen, wie sie mir am richtigsten scheint, und diejenigen Termini in den Vordergrund stellen und anwenden, die ich fr die zweckmssigsten halte. In dem vor- liegenden Bcpetitorium mussten die beiden Verfasser mit Rck- sicht auf die E.xaminatoren verschiedener Schulen auch die Termini und berhaupt die Wissenschaft auch der anderen botanischen Richtungen vorbringen, als derjenigen (der Scliwen- dener'schen Schule), welcher meine Elemente angehren. Herr Dr. Carl Mller, den ich die Freude hatte, als Mitar- beiter an dem vorliegenden Heft 3 (Botanik) der von mir heraus- gegebenen Repetitorien zu gewinnen, hat mich in der erwhnten Absicht untersttzt; bei zwischen zweien gepflogenen Berathungen musste der erwhnte Plan besser gelingen. Es kommt hinzu, dass Herr Dr. Mller als Verfasser einer ausgezeichneten ,Medicinal- Hora" bei ihrer Abfassung Gelegenheit hatte, sich eingehender mit medicinisch-pharmaceutisclier Botanik zu beschftigen, die bei dem vorliegenden Repetitorium in Betracht kouuut, weil es auch mit Rcksieht auf die Bedrfnisse der Mediciner und Phar- maceuten verfasst ist. Abgesehen von dem Gesagten ist naturgemss das Repetito- rium nur fr diejenigen geschrieben, die schon wenn auch ver- gessene botanische Studien getrieljen haben und bereits An- schauungen mitbringen. Ein Repetitorium soll ja nur Kenntnisse und Anschauungen auffrischen, kurz und bndig sein und vor allen Dingen nur das Allerwichtigste bringen; ein Lehrbuch oder Grundriss hingegen sollte auch dem vollstndigen Anfnger von Nutzen sein. P. 10 Naturwissenscliaftlichc Woclionsclirift. Nr. 1. Fr. Ludwig. Lehrbuch der niedern Kryptog:amen mit beson- derer Bercksichtigung' derjenigen Arten, die fr den Menschen von Bedeutung sind oder im Haushalte der Natur eine hervorragende Rolle spielen. .Stuttnurt (Ferilinaiul Enkej. 189-'. ". Preis J-i Mk. Das vorliegende Buch verfolgt in erster Linie populre Zwecke; es soll dem Lehrer, dem Studirenden und dem gebildeten Laien eine Einfhrung in d;ia Studium der niedern Kryptogamen geben und zugleich eine vollstndige Uebersicht ber diejenigen Formen bieten, welche in irgend einer Beziehung wichtig sind. Dieser letztere Zweck wird vllig erreicht, Verf. hat mit grossem Fleiss die gesammte Littevatur benutzt und giebt die neuesten Forschungen in ausfhrlicher Form wieder. Wer also sich ber die krankheitserregenden Bacterien, ber den Parasitismus und Saprophvtismus der Pilze oder ber die A'erwendbarkeit der Algen und Flechten unterrichten will, der nehme das Buch getrost zur Hand, er wird in allen Fllen Belehrung und Auskunft finden. Den mehr praktischen Zwecken des Buches entsprechend sind die einzelnen Abtheilungen der Pilze, Algen u. s. w. in ver- schieden ausfhrlicher Form wiedergegeben. Ref. htte gern ge- sehen, dass bei den Algen und Flechten, die ja naturgemss nicht die Wichtigkeit besitzen wie die Pilze, die entwieklungsgeschicht- lichen Thatsachen ausfhrlicher angegcijen wren; es wre dann das Missverhltniss, das zwischen der Seitenzahl di-r Pilze und der der brigen Gruppen lierrscht und durch die Anfhrung aller bemerkenswerthen und wichtigen Arten l)edingt ist, zum grossen Theil ausgeglichen worden. Indessen lsst sich dies einigermaassen mit den praktischen Gesichtspunkten, von denen das Buch aus- geht, entschuldigen. Jedenfalls wird das Buch fr alle Diejenigen, welche sich mit der Kryptogamenkunde befassen wollen und sich scheuen, die Fachlittoratur zu lesen, ein ganz willkommener Rathgelier und eine Quelle der Anregung sein. Dr. Lindau. Kine Zeitschrift fr praktische Geologie mit besonderer Bercksichtigung der Lagerstttenkunde' irscheint seit dem 1. Januar in niouatlichen Heften in der Verlagsbuchhandlung von Julius Springer in Berlin. Herausgeber ist Bergingenieur Max Kr ah mann. Sie will zwischen Wissenschaft und Praxis ver- mitteln, und ein wissenschaftlicher Centralpunkt fr alle die ver- schiedenen Interessen werden, deren Ausgangs- oder Mittelpunkt die Erdkruste mit ihren Schtzen ist; sie will ferner die fr das wirthschaftliche Leben wichtigen Resultate der geologischen Landesdurchforschungen sammeln, kritisch vergleichen, ordnen und einem grsseren Leserkreise zugnglich machen; sie mchte in durchaus wissenschaftlicher Haltung zwar, doch in allgemein verstndlicher Form zwischen Lehre und Leben, zwischen Intelli- g^enz und Kapital vermitteln, der Praxis ein Fhrer sein und der Wissenschaft neues Boobachtungsmaterial zufhren. Das vorliegende wie alle in dem genannten Verlage er- scheinenden Zeitschriften gut ausgestattete Heft in Gross- Octav umfasst 48 Seiten und bringt die folgenden Original-Ar- tikel, deren Fortsetzungen zum Theil noch ausstehen: Fr. Bey- schlag, Geologische Specialaufnahmen: F. Wahnschaffe, Geologie und Ackerbau; A. Baltzer, Bericht ber einleitende Arbeiten am unteren Grindelwaldgletscher zur empirischen Be- stimmung der Eiserosion; Th. Breidenbach, Das Goldvor- kommen im nrdlichen Spanien; P. Groth, lieber neuere Unter- suchungen ostalpiner Erzlagersttten; R. Beck, Das Steinkohlen- becken des Planenschen Grundes; R. Helmhacker, Die Mineral- kohlen in Russisch-Asien; Carl Ochsenius, Ueber unterirdische Wasseransammlungen. Das Heft bringt eine Anzahl Abbildungen und Kartenskizzen. Der Preis fr den Jahrgang der Zeitschrift betrgt 18 Mk. Nietzsche, F., Also sprach Zarathustra. 2. Aufl. Leipzig. 12 M. . Unzeitgemsse Betrachtungen. '2. Aufl. Leipzig. 5,75 M. Perregaux, F., Untersuchungen ber die in den toten thierischen Geweben vom galvanischen Strom bedingten elektrolytischen Vernderungen. Basel. 3,20 M. Pfeil, L., Graf v.. Die Lufthlle der Erde, der Planeten und der Sonne. Berlin. 1 M. Von Dr. C. Baenitz Herbarium Europaeum werden soeben die Lief. 3o 10, Vi, 5-', .5.5 und Gl) (109 No.), Lief. 51, 56, 58 und 65 (53 No.) in zweiter und die Lief. 70-74 in erster Aufl. ausgegeben. Lief. 70 (68 No.) enthlt die niederen Cryptogamen (Moose und Pilze), von welchen die letzteren von Prof Dr. P. Magnus Berlin und Oertel-Halle, die 21 Sphagnum-Arten von Baenitz bei Knigsberg und in Dovre Fjekl in Norwegen gesammelt worden. Lief. 71 (45 No.) bringt seltene und interessante Pflanzen aus Ungarn und Siebenbrgen. Lief. 72 (97 No.) umfasst die mitteleuropische Flora, aus welcher 19 No. allein auf die Hie- racien kommen. Lief. 73 (82 No.) gehrt fast ausschliesslich der skandina- vischen Flora an. Bemerkenswerthe Arten sind : der sehr seltene Juncus alpinus et lamprocarpus (Schweden), das neue vom Autor gesammelte Cerastium subtetrandum Murbeck, Heleoscharis am- phibia Dur. (Frankreich) u. zahlreiche Arten, sowie auch einige neue Varietten (Ribes rubum L. v. pseudo-petraeum Baenitz etc.) des arktischen Norwegens und des Dovre Fjelds. Lief 74 (115 No.) umfasst Spanien, Portugal, Sicilien, Bul- garien und Griechenland. Die Namen der Sammler: El Rever- chon, Burchtien, H. Ross, Strebny und v. Heldreich brgen fr gut prparirte Exemplare. Besondere Erwhnung verdient die Thatsachi, dass diese Lieferung zahlreiche neue Arten enthlt, welche Dr. v. Velenosky in seiner klassischen Flora Bulgarica" (1891) beschreibt. Das Inhaltsverzeichnlss aller Lieferungen ist gratis zu be- ziehen durch den Herausgeber Dr. C. Baenitz in Knigsberg i. Pr. Zur Nachricht. Ich sehe mich genthigt, nochmals die folgende Mittheilung zu machen. Die Angabe des verantwortlichen Redacteurs" unter jeder Nummer der Naturw. Wochenschr." geschieht nur. um dem Gesetze (Press-Gesetz 7) zu gengen. In Bezug auf die Verantwortlichkeit der Redaktion gegenber dem Leserkreise aber ist zu betonen, dass keineswegs Alles, was ein Mitarbeiter in der Naturw. Wochenschr." ausspricht, auch im Sinne der Redaction liegt. Wer das Blatt aufmerksam liest, wird hufig genug sich widersprechende Ansichten finden, allerdinars nur auf theoretischem (xebiete, wie das in dem Worte Ansichten" liegt. Die Redaction hlt es bei der Selbstndigkeit des Leser- kreises nicht fr ihre Aufgabe, ausschliesslich fr ihre Special- ansichten ber das und w der Welt Propaganda zu machen, sondern lsst auch solchen Richtungen das Wort, die sei es wegen ihres grossen Anhanges, sei es, weil sie von bewhi'ten Fachleuten vertreten werden Beachtung verdienen. Die Re- daction strebt danach zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhlt, und meint nicht, dass sie fr ihren Theil diese Erkenntniss bereits unumstsslich gewonnen habe. Die Autoren sind also besonders in der angedeuteten Hinsicht fr ihre Mit- theilungen allein verantwortlich; die Verantwortung der Redaction den Lesern gegenber erstreckt sich nur soweit, als sie bemht ist, nur solche A'erftentlichungen zuzulassen, die ihrer Meinung nach geeignet sind, dem genannten Streben zu dienen. Sie glaubt in dieser Hinsicht nicht zu engherzig sein zu drfen. Dass aber auch eine Redaction nur Menschenwerk ist, dem stets Unvollkommenes anhaftet, wird der Leser gebeten, niemals zu vergessen. Sie ist daher auf Nachsicht angewiesen, und es muss ihr vollkommen gengen, wenn der freundliche Leserkreis die Ueberzeugung gewinnt, dass die Leitung bei Allem stets nur mit ihren besten Ki-ften im Sinne ihrer Aufgabe handelt. P. Briefkasten. Hrn. Prof. K. Wir empfehlen Ihnen fr den von Ihnen erwhnten Zweck dringend das Studium des Buches von (t. John Romanos (eines Schlers von Darwin): Die geistige Entwicklung im Tliierreich. Nebst einer nachgelassenen Arbeit : Ueber den Instinkt, von Charles Darwin". Die gute deutsche Uebersetzung ist zu dem geringen Preise von 5 Mk. in Leipzig (Ernst Gnther's Verlag) 1885 erschiene!. Wer sich nher ber die Entwicklung der seelischen Erscheinungen unterrichten will, muss in erster Linie Romanes' Buch zur Hand nehmen. Inliiilt: Dr. med. et phil. Georg Buschan: Die tertiren Primaten und der fossile Mensch von Sdamerika. Dr. Otto Kuntze: Botanische Excursion durch die Pamjias und Monte-Formationen nach den Cordilleren. Der Rechner Inaudi. Die Blut- serumtherapie. Dr. Nansens Nordpol('xi)edition. Die Schwankungen der Polhhe. Das Spectrum des Vernderlichen Sternes /J Lyrae. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Litteratur: Dr. Carl Mllers und Dr. H. Potonie's Botanik. Dr. H. Potonie's Naturwissenschaftliche Repititorien III. Dr. Ludwig: Lehrbuch der niedern Kryptogamen mit besonderer Be- rcksichtigung derjenigen Arten, die fr den Menschen von Bedeutung sind oder im Haushalte der Natur eine hervorragende Rolle spielen. Zeitschrift fr praktische Geologie mit besonden-r Bercksichtigung der Lagerstttenkunde. Liste. Dr. C. Baenitz: Herbarium Europaeum. Zur Nachricht. Briefkasten. Verantwortliclier Redakteur: Dr. Henry Potoni, Berlin N. 4., Invalidoustr. 40/41, fr den Inseratentheil: Hugo Bernstein in Berlin. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12. Druck: G. Bernstein. Berlin SW. 12. Nr. 1. Xaturwissenscliaftliche Woehcnsolirift. Cari ZeisSj i Optische W^erksttte. ^- k 3Xilii'osliope 1^ und I Mikrophotograpliische Apparate [| Wim vollstndig-ercn und einraclu'reii Zusammenstellungen, [g! ]M lUustrirter Katalog gratis und franco. M Berlin S. 42. 50 Oranienstrasse 50. Special - Geschft fr Amateur -Photographie. Eigene Kunst-Tischlerei iiiitl iiiechaiilsthe AVcrkstatt. 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";li 'Iill !!": u u ^ ^ z *' ^ ^ o 2 r^ -^Bi i2 SJ = = '="= ^ 6 s I CO J= u x: tiO r n s ^ ~r ^ _J _= o rg CS -r' o ?= > < 3 - a-^sS'.= f Gt CO *( L.-^ o o I ^ _ v^ 1- t^\, ^^^ -RKli ^S>| - .. r: ^ ^ ^ r; ^. = 2= tJ5 " k 5" o ^eeaatt@a9(^ I IPatentan-walt Ulr. R. Maerz, : Berlin, Leipzigerstr. 67. idjcrljcit5 - fitniifi-|hiljlc. HhU-U- imb Sauf- (tni)le, .iiittv. fcfac-, gci= fei ;c. Adolf Kobs. Bcriiu .\ff., LDiscastr. 3 f. SUuitriette $vei6lii'tn itniifo uub ntotiS. i ^\ 3eifin S.3iMH.ti. 23. Sauerstoff jin Stalilc.vlin*: - : * ; - : ... - . > .->i^ Feril. Diinimlers Ve^ia^8b^cllhandll^nL^ '****^*-*^J-^-*^-J^^.*J.iJ.jJ.j^'Jj^.jj.jj^^jjjj.j^jj j.jjj.jj.jjj^j^j^jj.ia.ijjjjjjjj.jjjj;ij;*aj'Aaajj Geologisches u. mineralogisches Comtor Alexander Stiier 40 Rue des Mathurins in Paris. Lieferant des franzsischen Staates u. aller fremden Staaten. Herr Alexander Stuer beehrt sich mitzutheilen. dass er alle geolo- gischen und mineralogischen Sammlungen kauft. Er mchte sich ausser- dem mit Geologen in Beziehung setzen, welche ihm liefern knnen, in grossen Quantitten Fossilie von Silurien von Deutschland, Devon der Eitel, Dluschelkalk von Wrttemberg, Lias der Souabe, Dogger von Wrttemberg, Ba- lingen Schichten, Corallien von Natheim, Wealden, Flammen- mergel, Quadersandstein, Plaener, Tertir aus dem Mainzer Becken u. s. w. u. s. w. berhaupt Local-Suiten und deutsche Mineralien Kauf odei' Tausch. Wegen der Bediagngen- bitte zu schreibiian Alexander' Stuer 40 Ruo des-Mathurin.s iii Paris. -- a;najjjjjj.ij.i.t.ij.i.(jjjjj.i .'J.iJJ.iJ.t.iJj.ij^j.ijjjj.ij.ij.iajjj^tjjjjajja^aajaaj^jQjaaaj.i Uli IJ^IJ M I I M I I I n I I 1 I I I I I I 1 I I I 1 I I 1 I I I I I 1 I II I I I II j 5l)om 1. Sanuor 1893 ab cvfd|eint in imferm Serlnge: pd|fiifd]i1ft iiir llrrlirritiiiiii rtljifdjrr iirltrrliiiiitini I Im ^iiftnigf fr Dnitrtljni flicfrliriljaft fr ttljifdje fiiiltiir l^crausgccjcbcn ron ^riiffl]'iH- corg nun ijijdu. IDdu'ntItdi eine iTummcr von 8 Seiten ai". 4". mr *)*rct i)tcvtcljrt(u-lid) l.fiO Warf, -^m StbonncmentS burdj inmtlidjc iUtdjfianblungcu nb -l^oitnuitaltcit. == '^^roDenunimcrit grati itnfa fraitfo. = ^ffir pitmtnUro llcrlnjibudflirtnbhiug/ in Pcvliu S\V. 12, Ziiiiiiiun-rtratji: 94. 'in II I I I I I I I I I I I I I I I I I I I I 1 1 I I I I I I I n I I n I I I n I I I I 1 1 1 1 1 1 1 I I 'i I Wl' II Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. iJIIIWlllHnilll[llllllllllllllllllilllllllllilllllllll|[||||||||lllllllllllNIIII[llilllll[llllllllllllllllllllllllillltllllll]lilllllllllllllllllllllllUlllllllllllllll[lllllllllllillll In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SVV. 12 erschien: Ueber Tundren und Steppen der Jetzt- iiiid Vorzeit mit hesonderer Bercksichtigung ihrer Fauna. Von Dr. Alfred Nehring, Professor der Zoologie und Vorsteher der zoologischen Sammlungen an der Kniglichen landwirthschaftlichen Hochschule zu Berlin. Mit I Abbildung im Text und i Karte der Fundorte. 866 S. gr. 8. Preis 6 Mark. ^liililiiiliililliiilliiniiuimiiiiiiiHrltiiiiiiiiiiiiiiiiii ): In unserem Verlage erschien: Tierstelliye loprittimiscHripnonietrisclie Tafeln ir ilie Decimalteilung des Quadranten, nebst )' Tafeln der Logarithmen der Zahlen, Antilogarithmen, Tafeln der Zahlenwerte der trigonometrischen runktionen, ausfhrlichen Quadrattafeln und Logarithmentafeln der Hyperbelfimktionen. Von Harry Gravelius. Ijj 64 Seiten, gr. 8". Preis geh. 1,50 Marh, carionniert 1,80 Mark. Zu beziehen durch jede Buehliandlung. Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. %^ ^,-^,-^,~yAr.--iA ^^^^5?^2( ^^^i^^lM^i^i 3 ifrb. Bummlers llerlagshitrijliairhmg in crlin SW. 12 erfc^ien focbeu: fr (Symnaficn un6 Kcaifchulcn. 5Dlt D. Dr. SBiKicIm Stfirnbcr, e^. Dberregicnuigc-rat iinb i^urator bcv Itniueviitiit ju ijallc. Bmeite mit fintni ^nljoiige iibfr Vit nciicit Iclirjiinflc ftftlicnc Anetiiuic Im- fnftfii hcririitiiitcn Autiaiu'- 644 ^cttm flv 8". ^rcts 10,50 Par. Srr nliamj ilt nuri) bcroiibcrs nim Prcifr uon 1,20 ^. !U bt;iljcn. l^fgtHrJIH HiCTiSIHFlInrJPi PlF iJt^iFSI^CipCTl^Iiif^CwOgjgFll^ Sil 3icrti. Pmintcrs ^crtagsjid)6on&funij in Scrfin SW. 12 erfii)ien focbcti: 3xt lit bettfrage kotttttifdi tttttr etl|tfd|. Don Dr. ^tanj jitgcnau. 22 Seiten, gr. 8. PrciS 30 %l 5 cjic^cn urdj alle 'Jiudjrjnntungcn. |(5jgggg g^^ gjg3ig 5ia[^pi(m3[iTn]Cns[^p][m^i^Ric?n^[nniGnJgiiPPaggg[^^ In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin sind erschienen: Allgemein-verstndliche naturwissenschaftliche Abhandlungen. Heft 1. 3. (Separatahdrcke aus der Naturwissenschaftlichen Wochenschrift.") Heft 10 6. 7. Ol 9. Ueber den sogenannten vlerdimensionalen Raum ... von Dr. V. Sclile-el. M Das Rechnen an den Fingern und Maschinen von l'i.'t. Dr. .\. s^-|;ubert. Die Bedeutung der naturhistorischen, insonderheit der zoologischen Museen von Professor Dr. Karl Krjie]ieliii. Anleitung zu bltenbiologischen Beobachtungen von Prof. Dr. E. Loew. Das glaziale" Dwykakonglomerat Sdafrikas von Dr. F. M. Staplf. Die Bakterien und die Art ihrer Untersuchung von Dr. Hob. Mittniunn. Mit 8 Holzschnitten. Die systematische Zugehrigkeit der versteinerten Hlzer (vom Typus Araucarioxylon) in den palaeo- litischen Formationen von Dr. H. Potonie. Mit 1 Tafel. Ueber die wichtigen Funktionen der Wanderzellen im thierischen Krper von Dr. E. Korscheit. Mit 10 Holzschnitten. Ueber die Meeresprovinzen der Vorzeit von Dr. M F. Frech. Mit Abbildungen und Karten. * Ueber Laubfrbungen von L. Kny. bchnitten. Mit 7 Holz- 11. Ueber das Causalittsprincip der Naturerschei- nungen mit Bezugnahme auf du Bois-Reymonds Rede: Die sieben Weltrthsel" von Dr. Eugen Dreher. 12. Das Rthsel des Hypnotismus von Dr. Karl Friedr. Jordan. 13. Die pflanzengeographische Anlage im Kgl. bota- nischen Garten zu Berlin von Dr. H. Potonie. Mit 2 Tafeln. 14. Untersuchungen ber das Ranzigwerden der Fette von Dr. Ed. Ritsert. 15. Die Urvierfssler (Eotetrapoda) des schsischen Rothliegenden von Prof Dr. Hermann Credner in Leipzig. Mit vielen Abbildungen. IG. Das Sturmwarnungswesen an den Deutschen Ksten von Prof Dr. W. J. van Bebber. Jlit I Tafel und 5 Holzschnitten. Preis: Heft 14 a 50 Pf.. Heft 516 1 M. 4 a- Hierzu eine Beilage von der Verlagsbuchhandlung Velhagen & Klasing in Bielefeld, betreffend: Velhagen i: KlasiugS Monatshefte", die wir hiermit besonderer Beachtung empfehlen. Verlag: Ferd. Dminlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. VIII. Band. Honntag, den 8- Januar 1893. Nr. 2. Abonnement: Man abonnirt bei allen Buchhandlungen und Post- anstalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahrapreis ist Ji 3. Bringegeld bei der Post 15 4 extra. f Inserate : Die viergeapaltene Petitzeile 40 ^. Grssere Auftrge ent- sprechenden Rabatt. Beilagen nach ebereinkunft. Inseratenannahme bei allen Annocenbureaux, wie bei der Expedition. Abdruck ist iiar mit vollistndi g:er ({nellenang-abe gestattet. Botanische Excursion durch die Pampas und Monte-Formationen nach den Cordiileren. Von Dr. Otto Kuntze. (Fortsetzung.) Als am 5. Januar eiu Landregen sich einstellte, wur- den die Reisegenossen schier verzweifelt und waren fast entschlossen, die Expedition aufzAigeben; wir hatten uns erkundigt, was meine 3 Mulen Eisenbahntransport nach Mendoza, von wo noch der krzeste Andeniil)ergang, jetzt in 4 Tagen ausfhrbar ist, kostete. Da dies 116 Pesos, also etwa ebensoviel als der Kaufwerth der Mulen be- tragen sollte, verzichteten wir auf diesen Transport und wappneten uns mit Geduld, trsteten uns mit dem guten Mendoziner Rothweiu des Hotels, zur Abwechselung auch mit 1 Glas Gin mit Bitter-, oder Cognac mit Sodawasser. Da indess trotz der Pension von nur 3 Pesos fr Jeden tglich bei dem infolge des Regens mglicherweise lnger dauernden Aufenthalt die Gesellschaftskasse der Professoren zu sehr in Angritf genommen wrde ihre Gehlter sind nicht gestiegen, aber der Geldwerth ist auf Va gefallen, sodass Sparsamkeit hier wohl angebracht ist , so siedelten wir von dem Gasthof zu unseren Mulen ber und campirten in der Remise, wo unsere Bagage lagerte. Der Diener von Prof. Kurtz, Don Vicente, kochte fr uns, so gut er konnte; wir assen alles aus je einer Feldschssel, halb Teiler, halb Schssel, schlrften Mate (Hex para- guariensis St. Hil.) mit der Bombilla, wuschen uns am Ziehbrunnen, oder manche Reisegenossen wuschen sich auch gar nicht, und schliefen Nachts auf unseren Plaids, den Sattel als Kopfkissen benutzend; der Besitzer des Grundstckes stellte uns Salon und Veranda dazu zur Verfgung. Nachts hatten die Hunde eine Viscacha, welche in unser Gehft eingedrungen war, aufgejagt und todtge- bissen; Viscacha ist ein Nagethier mit kurzen Vorderfssen, das Erdbaue auffhrt, wie der Dachs, und das etwas grsser als ein Hase wird; 2 mal 2 gegenberstehende, stark vor- ragende, 4 bis 5 cm lange, 1 cm breite Vorderzhue und lange Schnauzborsten geben dem Thier ein eigenes An- sehen. Januar Am 7. .V..... IWO.. .^V^""" Vl^...l.ll. L.lJO^l^ Xl.V.iO^, soweit sie uns nun in kaum bewohnte, strassenlosc, von civilisirten Pflanzen fast unverdorbene Florengebiete fhrte. Ehe wir die Eisenbahnbrcke passirten, ritten wir nahe dem Rio Quinto durch eine lichte Waldflora, von der Sierra abstammende AIonte-Formation, deren Hauptbestandtheile folgende Pflanzen waren: Prosopis alba, Jodina rhom- bifolia, Ecbolium campestre, Cestrum Pseudo- (juina (vergl. vorige No.), ferner Condalia lineata A. Gray, eine Rhamnacee, ein bis 3 m hoher, sparrig und dicht verstelter, dorniger Strauch mit etwa 1 cm langen, lnglichen l)is ovalen, saftigen, dunkelgrnen Blttern, welche von den Heuschrecken verschont bleiben, whrentl die jetzt nicht reifen kleinen Beeren von ihnen verzehrt werden. Duvaua praecox Gris., eine Anacardiacee mit kleinen, mehr lederigen, hellergrunen, obovalen, IV2 cm grossen Blttern; meist ein niedriger Dornstrauch, jetzt ohne Blthen und Frchte. Celtis Sellowiana Miq., ein dichtsehattiger, nicht allzuhutigcr Baum im Habitus be- kannterer anderer Celtis- Arten. Die Zygophyllacee Larrea divasieata Gav. mit gelben Blthen, weissborstigen Frchten und den eigenthmlichen, schmetterlingsartigeu, kleinen Blttern ist ein weitverbreiteter, bis 3 m hoher, zartverstelter Strauch. Macaglia Quebracho Ok. = Aspidosperma Quebracho blanco Schi., eiu bis 12 m hoher und 73 m dicker Apocynaceenbaum mit lederigen, ganzrandigen, spitzen, stechenden, breitlanzettlieh, 3 cm langen Blttern, bicarjiellaten, holzigen, 5 6 cm grossen, zusannnengedrckten, spter in die Hlften auseinander springenden Frchten mit schildfrmig angehefteten, zahl- reichen, kreisrunden, dnnen Flgelsamen von etwa Durchmesser. Auf diesem liaume nisten gern kleine landsia-Arten. Ausserdem einige Krautptianzen, die, J cm Til- meist abwechselnd, gesellig grssere Flchen fr sich allein ein- nehmen, so z. B. luucus acutus Lam. in bis V2 m dicken Rasen an feuchteren Stellen, Schkubria bona- 12 Naturwissenschaftliche Woehenselirift. Nr. 2. rieusis Hk. ii. Arn., eine zierliche bis Vi hohe, gelbe Composite mit fdlieheu Blttern, bezw. Blattsegmenten; die Ptianze dient zum Vertreiben der Flhe nach Hiero- nymus' plantae diaphoricae. Die bekannte niedrige Mol- lugo verticillata L. bedeckt stellenweise den Boden. Eine V2 ^ hohe, weissbliithige Aster (cfr. linifolius) mit aufrechten, wenigverzweigten Stengeln ist sehr hufig; Grser sind sehr sparsam in diesem manehnial der Ueber- sch'.venimung ausgesetzten Gel)iete. A'ou der Eisenbalmbreke ritten wir den Rio Quinto zum Tlieil entlang und lagerten Abends unter Bumen von l'rosopis Algarrobilla, einer mit l'rosopis alba nah- verwandten Art, die wir des anderen Tages hufiger in der Pampa zerstreut fanden. Der Baum wird ebenso gross wie letztere Art, das Laub ist noch zarter; die unteren Aeste sterben in gewissem Alter leicht ab und dienten uns als Brennholz fr d^s Lagerfeuer. Sei es, dass dieser Baum kein hheres Alter erreicht vielleicht weil er mit trocknerem Boden vorlieb nimmt , sei es, dass die fteren Pampabrude die trocknen Aeste verzehren und so die Lebenskraft der dann unten angekohlten Bume schdigen, der Anblick der vielen abgestorbenen oder nur noch in der Spitze der Krone grnenden Bume, welche ein terpeutinduftendes Holz haben, ist dann kein wohl- thuender. Wir hatten die Zelte nicht aufgesehlagen, was bei 21 C. Nachts bei klarem Himmel und Mondscheinl)eleuch- tung auch nicht nthig war. Das Lager in der Nhe einer schwachsalzigen Lagune war romantisch, und schwir- rende Leuchtkfer vermehrten nur diesen Eindruck. Ausser der Algarrobilla trat jetzt auch Gourliea decorticans Gill., ein dorniger, bis 7 m hoher Leguminosenbaum mit bleichgrnem Laub, auf, dessen grne Rinde sich in grossen Platten ablst nnd dann die neue weisse innere Rinden- schicht erkennen lsst. Das weisse Holz scheint hart und zh wie Buchsbaum zu sein. Jetzt ohne BlUthen und nur selten mit mandelartigen unreifen Frchten versehen die einsamigen Hlsen sollen inseitig ein feinschmeckendes Fruchtfleisch haben , ist dieser IJaum ein hufiger Be- gleiter anf den folgenden Tagereisen, soweit nicht reine Pampa auftritt, und hat der einheimische Name Chafiar Griesebach veranlasst, diese Region die Chafiarsteppe zu benennen; sie ist indess in ihrer Zusammensetzung, insbesondere was Holzgewchse betrifft, ziemlich \ erndcr- lich. In der Nhe unseres Nachtlagers fand sich auch, den Boden stellenweise allein nnd dicht bedeckend, eine niedrige (bis 10 cm hohe) Composite, Ambrosia sp., die recht unschuldig aussah, aber beim Anfassen verdeckte kleine Stacheln energisch fhlen Hess. Am 8. Januar zeitig aufgebrochen, ritten wir bis 11 Uhr nach einer italienischen Viehzchterei, Medano Colorado (rothe Dne), wo es wiederum Wasser gab, und wo wir bis 6'/o Uhr in der grssten Hitze (327,/) blieben, um dann whrend der Nacht bis anderen Tages gegen 11 Uhr eine Travesia, d. h. wasserlose Einde mit viel Dnen und fast nur Graswuchs, zu berwinden. Die wich- tigsten Grser der Pampa sind: Stipa lehn Kth., Sor- ghum (Andropogon) saccharodes OK. (Svv.), con- densatuni GK. (IIBK.), Chamaeraphis (Setariaj sp., mit glauken Blttern und Stengeln (Dnengras), Chloris Beyrichiana Kth., diverse Aristida- und Paspalum- Arten, Melica niacra Nees. Zwischen den Grsern wuchsen, mit Ausnahme der schon erwhnten hufigen Composite Hyaloseris argeutea, vereinzelt andere Pflan- zen, von denen wir aber wegen der Nachtreise, die noch dazu nach Monduntergang auf 3 Stunden, ohne die Pack- thiere abzuladen, unterbrochen wirde, wenig sammeln konnten. Es seien nur erwhnt: Baccharis micro- cephala DC. (B. articulata Griseb.), mit geflgeltem, blattartigem, gegliedertem Stengel; Senecio dealbatus hat filzig schneeweisse Stengel- und Blattbehaarung; Se- necio ceratophyllus, ein gelbblliendes Kraut mit lineal- zersehlitzten grnlichen Blttern und dabei ein Solanum von gleicher Grsse und gleichen Blttern, so dass man an Mimicry denken mchte. Euphorbia piluliferaL. oder verwandte Art mit Salaginella-Habitus. Eine weisse, krautige Polygala bis 30 cm hoch, nnt linealen Blt- tern. Crassina peruviana OK. (L.) = Zinnia jjauci- flora L., die hier brigens sicher wild ist, und Portu- laca grandiflora mit puri)urnen liithen, die indess bald, bezw. manchmal ins Brunliche oder Orange ndern. A m a ry 1 1 i s h u ni i 1 i s hat kleine gelbe Blthen. P a s c a 1 i a glauca Ort. ist eine interessante krautige Composite mit fleischigen, fdliehen Blttern und gelben Bltlienkpfen, die v(ni einem strohgelben, zuletzt braunen Hllkelch ein- gehllt sind. Ephedra sp., meist niedrige Formen in dichten Rasen. Die Thierwelt ist, von Insecten abgesehen, arm in diesen Regionen; wir bemerkten 2 Hirsche, 1 Strauss mit Jungen, von denen der Fhrer 3 fing, die wir aber wieder laufen Hessen; eine Erd-Eulenart Lechuza sass fters in den Wipfeln der Aigorobilla; Aasgeyer Carancho und ein anderer, mehr krhenartiger Raubvogel, der meist von der Tijera (die Scheere), einem kleinen schwarzen Vogel mit sehr langen scheerenartigen" Schwanzfedern, begleitet war, bilden den Rest. Gran Chichaca lieisst der Ort, den wir am 9. Januar gegen 11 Uhr erreichten. Einige Stunden vorher waren wir schon wieder in Monteformation eingetreten. Es waren von Struchern nur neu zu bemerken: Acantholippia, bez. Lippia sp., blattloser Strauch von 3 m Hhe, dicken grnen, glatten Zweigen und einzeln daran stehenden Frchten; Prosopis humilis ist ein anderer blattloser Strauch, al)er nui- bis 7 m hoch und jetzt blthenlos; Siegesbeckia sp. ist eine 1 m hohe Staude. Grindelia pulchella Don V2 hoch, bedeckt manche Flchen wie ein angebautes Feld. Eine Cereus-Art tritt vereinzelt auf, blht alter nicht. Gran Chichaca ist ein in und an grossen Ssswasser- lagunen angesiedelter Ort, welche Lagunen jetzt aber schon fast ausgetrocknet sind. Das AVasser zum Trinken wird in Represaz, ausgestochenen Lehmgruben, die durch Dornheeken gegen Vieh und deren Badevisiten geschtzt sind, gesannnelt und wird von uns, lehmig wie es ist, ver- wendet. Wir schlachteten eine junge Ziege wie auch spter noch einige Male und riciiteten uns auf einem Schindanger unter einem Algarrobo-Baum ein, so gut es eben ging. Beim Whlen des Lagerplatzes war anf einen nahen Weideplatz Rcksicht zu nehmen, dessen unsere Maulthiere nach einem 14-stndigen Marsche dringend be- durften. Ich selbst benutzte eine leerstehende Ochsen- karre und schlief oben. Die Reisegefhrten hatten sich zuerst im Schatten unterhalb derselben gelagert; ich hatte aber nolens volens den besseren Theil gewhlt, denn ich konnte Nachts unbelstigt schlafen. Ein scharfer Wind, gegen dessen Richtung ich mich gelegt, vertrieb mir die Insecten, ausgenounnen die ber mir in der Baum- krone wohnenden und frh von 9 11, Nachmittags von 7 9 Uhr concertirenden Licoden, von denen ich hchstens manchmal durch herabfallende Tropfen belstigt wurde, wogegen ich mich indess bald schtzte. Die Parterre- bewohner hatten indess von ]\Icken, Stechfliegen, Heu- schrecken und Mondschein zu leiden. Heuschrecken be- lstigen den Menschen, besonders wenn sie Abends in Heereszgen wandern; ihr Zug geht dann manchmal so- gar durch einen Rancho (hiesiges Haus letzter Sorte) ber Mensehen hinweg, wo sie einem dann an den Hals und in die Aermel und in alle offen stehenden Scke und Nr. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 13 Kotier springen; sie ljelstif;-en den Mensclien mehr durch ilire Meug'c und plumi^en Spriinj^'e, als dass sie ihn an- greiCeu. Jianchnial kneifen sie einen mehr aus Versehen, aber das hat keine Uebelstnde im Gefolge. Bei Mond- schein kann Freund Kurtz nicht einschlafen. Gegen Mos- quitos ntzt nur ein Tiillnetz (Gaze), das man doppelt um Kopf und Hals wickelt; einfach gelegt stechen die Mcken dort ikicIi durch, wo es der Haut anliegt. Die Hnde incl. der Handgelenke schtzt man am besten durch sehr lange und dicke IJuckskin-Handsclmhe, die, ausserdem angefeuchtet \icl Wasser absorbiren und so die juckenden Mckenstiche schnell heilen. Anliegende dnne Strmpfe halten die Mos(iuitos nicht ab. Die Fsse drfen nicht blossliegen untl sind durch Hosen und Stie- feln oder Filzschuhe zu schtzen. Don Vicente reist bei trockenem Wetter sogar in Filzscdiuhcn, mit mein-eren Strmpfen ber die Hosen gezogen, so dass auch keine Insecten den Fuss liinanfkriechcn knnen. Sonntag, den 10. Januar, gegen Jlittag, zogen wir weiter, aber der Fhrer wusste nicht recht Bescheid, so- dass wir uns in menschenleeren p]inoden verliefen und, nach einem Hergkegel uns richtend gegen 6 Uhr Abends am Fuss des Cerro Varela einen Kancho und eine Lehm- pftitze fanden, wo >vir unter, bezw. an einem Baum von Jodina rhombifolia lagerten. Wir waren in Ibllie von 570 m und erkletterten noch vor Sonnenuntergang eine der l'orphyrkuppen, etwa 100 m hher, des Cerro Varela. Da auf dem Gebirge kein Tropfen Wasser bleibt, war die floristisehe Ausbeute gering: Dinoseris argentea Grisb., eine strauehige Composite; die Poly- galacee M(Minina pter()cari)a in Blthe und Frucht; ein Gras, Boiiteloua curtipendula A. Gray; die Bromeliaceen I'itcairnea spathaeea Griseb., Ananas sp., letztere 2, ebenso wie 1 Oaetus, 1 Cereus, 1 Opuntia, ohne Blthen. Die Gacteen und noch einige Pflanzen fanden wir auch am anderen Tage in einer Monte-Region, Tierritas auf der Landkarte genannt, die fast keinerlei Kruter am ]5oden aufwies, wo infolge dessen die Heuschrecken den Wald, die Brnnukronen und Strueher total abgefressen hatten, mit Ausnahme einer noch unbesebriebenen Art von Atriplex (Obione) ex affinitate A. pamparum Moq.-Tand.. efr. A. Cachiyuya Hieron. in msc. Dieser Strauch, jetzt weder in Blthen noch in Fruclit, wird Ids 1' o ni hoch, ist von unten an stark verzweigt, die Stengel sterben aber ab, nachdem sie 3 5 cm dick geworden sind, und legen sieh dann strahlenfrmig auf den Erdboden; die Bltter sind gelb- lich-graugrn, filzig, stachelfrnug und an der Spitze etwas gezhnt. Kurz, dieser dort hutige Strauch zeigt genau dasselbe Bild, wie der berhmte Sage shrub der Prrien Nordamerikas, Artcniisia tridentata Nutt. Es war ein der heisser Landstrich, diese Tierritas, durch welchen wir Vs Stunden ritten. Cassia aphylla, Lippia salsoloides (Grisb.) (Acantliolippia s. Griseb.) Acacia striata ebenfalls blattlos, die schon augedeuteten Cacteen hatten sich hier der abgefressenen Montefiora schon genannter Arten beigesellt. Als Kraut war fast nur die S cm hohe Trixis efr. discolor Gill. uiul Don zu erwhnen, ^^"enn manche solche fast krautlose Vege- tationsgebiete mit vorrherrschenden Struchern noch als Pampa-Flora bezeichnen, so ist das gewiss nicht zu Itilligen. Mittags lagerten wir am Rio Salado beim Paso Aqua dolce; die Hitze war auf 39 im Schatten, 44 in freier Luft, mit Schwingthermometer gemessen, gestiegen. Um den Verlust des gestrigen Tages wieder einzuholen, ritten wir Abends von 6 10 V2 Uhr weiter lngs des Rio Salado und lagerten etwas entfernt vom FIuss. In ilcr Satteltasche, Alforja, die dem Sattel hinten aufgelegt wird und die allerntliigsten Reiscutensilien enthlt, u. A. auch das Pilanzen})apier, in welches die uuterwegs ge- sammelten Pflanzen provisorisch gelegt werden, hat auch ein Jeder eine Reserveflasche mit Wasser. Da ich noch in der Rocktasche eine kleine Feldflasche trug, war mein Wasservorratli noch relativ reich, so dass ich es vorzog, um Mitternacht, nach des Tages ungewhnlicher Hitze und Staubplage, nocii stehenden Fusscs ein Doncheliad zu nehmen, indem ich den Wasscrflascheninhalt langsam ber den nackten Krj)er heraljlaufen Hess, ein Taschen- tuch mit Seife als Waschlappen benutzte und schliesslich mit einem grossen Handtuch den Krper tciitig abrieb. l>ei der Morgentoilette in unseren Feldlagern wird in der Regel nur mit einem Becher voll Wasser und einem Taschen- tuch die Waschung besorgt. Meine Reisegeflirten sind sogar der Meinung, dass unterwegs eine feine Schnuitz- kruste die Haut vor Sonnenbrand und Austrocknen schtze. Manchmal putzt Jedoch einer der Herren die Fingerngel; das ist aber auch alles. Am 12. Januar kamen wir nur 2 Stunden AVegs \(jrwrts, bis zu einem Flussbergang, Pasa Tierra, wo au einer primiti\en Drahtseilverbindung zwischen beiden Ufern ein Fahrstuhl ans Kuhhaut nut hchstens 100 Kilo TragfhigkiMt fortwhrend lierber und hinber gezogen wurde, was zwei Stunden dauerte, bis alles Gepck und alle Personen das andere Ufer des Bio Salado erreicht hatten. Die Muten schwammen d;inn der hinbergezo- genen Madrina nach und durchkreuzten den tiefen und schnellfliessenden Strom schnell und geschickt; sie folgten der Madrina dabei so blindlings, dass sie ihr selbst an den steilen Uferabfall nachschwammen, wohin die Mailrina ungeschickter Weise vom Vaqueano gezogen worden war, und wo die Thiere gar nicht landen konnten. Don \i- cente corrigirte das Versehen schnell, leitete die ^Madrina an eine Bschung, wo die Landung aller Thiere glck- lich verlief. Ich selbst nahm whrenddessen auch ein Bad im Strom; das Wasser war aber zu wann, um zu erfrischen; doch geschah letzteres durch die darauffolgende Al)khlung durch Verdunstung des Wassers am Krper durch die Luft. Wir htten nun noch einen Tagesmarsch von zehn Stunden nach dem Rio Diamante ausfhren kfinuen, aber bis dahin war kein Wasser und am Rio dort kein Weide- platz zu finden; ausserdem hatte der Gaucho, diu wir auf 3 Leguas als Fhrer nthig braucliten, sein Pferd nicht zur Hand. Kurz wir mussten den ganzen Nach- mittag dort liegen bleiben, was in einem Gehlz von Gourliea decorticans geschah, dem sich eine drftige Weide fr die Thiere anschloss. Auf den benachljarten Dnen zeigte sich wiederum ein anderes Florenbild: Baccharis salicifolia Pcrs., eine halbstrauchige Composite von 1 2 m Hhe bildete dichte Bestnde, die nur mit Atriplex pamparum vel sp. ff. eine halbkrautige 30 50 cm, selten hhere Art mit stcngelumfassenden graugrnen, stark gekruselten, ovalen Blttern, gemischt war. Weiterhin trat lletero thalanius spartiodes 11k. und Arn., ein blattloser, harzigl)itterer Compositenstrauch von 1 m Hhe, der vielfach zu Besen verwendet und von den Heuschrecken verschont wird, bestandbildend auf und hatte unter sich meist nur eine Vegetation der zwergigen Form des 10 30 cm hohen zarten Strauches, Prosopis strombulifera Bth., einer gelbl)lthigen Mimose, deren Hlsen dichtschraubenfrinig gewunden sind und schliesslich wachsgelb werden. Diese zwei bestandbildenden Compositcn, Baccharis sal. und Hetcrothalamus spart., begleiten uns noch einige Tage auf der Reise lngs des Rio Diamante, jedoch meist nur an der Grenze oder ausserhalb des Ueberschwemmungs- gebietes; beide meist in ihren Bestnden abwechselnd, 14 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 2. seltener gemischt und stellenweise von anderer Vegetation unterbrochen. Am 13. Januar erfolgte also der Ritt nach und durch den Rio Diamante nach dem verlassenen und verfalleneu Fortin nuero. Es ging durch ein ausgetrocknetes Delta- gebiet, welches den Zusammenfluss dieser zwei Strme zum Theil jetzt noch bildet. Es wechseln daher Lehm- boden, Dnen, die der Wind znsammengeweht und, tiefere, alte, trockene Flussbetten, worin sich fters eine Salzflora und, nahe dem Rio Diamante, das dort in den Fluss- niederungen bestaudbildende Gynerium argenteum Nees findet. Zur Salzflora gehrt dort Lerchea mari- tima OK. (Schoberia m. C. A. Mey.) imd fruticosa OK. (L.), Allenrolfea patagonica OK. (Spirostachys p. Griseb. = '? Halopeplis Gilliesii Griseb.) mit Sali- cornia-Habitus, krautig und strauchig 25 cm bis 1 m hoch. Gynerium argenteum bildet hier Hexenringe, d. h. die Rasen, welche bis 2 m Durchmesser erhalten, sterben im Centrum aus Nahrungsmangel ab, und dieses todte Cen- trum, \;-73 , wird meist bei Steppenbrnden ausge- brannt. Die Rasen dieses auch in enropischeu Ziergrten beliebten Grases stehen meist soweit von einander ab, dass man bequem dazwischen durchreiten kann. Je nach trockuerem oder nassem Staudort wechselt auch die Grsse dieser Pflanze; grosse Exemplare verbergen einen dahinter stehenden Mann vollstndig, und wo solche, wie wir es spter am Rio Diamante stellenweise sahen, in vollem Flor auf langen Strecken stehen, ist der Anblick dieser schnen Pflanze in der That ein erhabener. Das Gegentheil davon, eine hssliche Pflanze, wie ich solche kaum jemals so abschreckend sah, ist die dort in den Dnen vereinzelt vorkommende Flotowia Hys- trix, ein 1 Meter hoher sparriger Compositenstrauch mit kurzen nadelartigen, dichtstehenden Blttern von schmutzig ochergelber Farbe; die gelben Blthen sind vereinzelt im Laub und beeintrchtigen den Eindruck kaimi; man stelle sich Juniperus communis L. recht unregelmssig gewachsen mit diesem dsteren Colorit der Bltter vor, so wird man einen annhernden Eindruck er- halten. Ein anderer durch seine ausserordentliche Brchig- keit merkwrdiger Strauch wchst dort: die Capparidacee Atamisquea emarginata Micrs; jeder Zweig, den man von diesem dornigen, 3 m hohen Strauch mit dunklen kleinen Blttern und weissen unscheinbaren Blthen brechen will, bricht auffallend leicht quer ab. Sonst ist die strauchige Monteflora dort recht gemischt, es finden sich viele Arten wieder, denen wir schon am Rio Quinto begegneten. Von der niederen Vegetation macht sich namentlich eine Lippia-Art mit Thymian-Geruch, ein Hall)Strauch, bis 30 cm hoch, und Lip])ia salsolodes bemerkbar, welche mehr einen Erica-Habitus hat; beide Arten sind jetzt in voller BIttthe und habituel von anderen Lippia- Arten recht abweichend. Ausserdem seltenere niedere Pflanzen sind dort: Verbena tt avescens und die Boraginacee Cortesia cuneata R. et P. Unterwegs fingen unsere Diener drei Grtelthiere, Quirquinchos, die sofort ausgeweidet wurden und uns, anderntags gekocht, einen kalten Leckerbissen zum Frh- stck boten. In einem Rancho, wo gerade geschlachtet worden war, wollten wir wiederum einmal Rindfleisch kaufen; der Hambo schenkte uns aber nur ein Bruststck von vielleicht 8 Kilo, wofr wir nun seinem Kind ein Geschenk von 1 Peso machten, womit das Fleisch brigens hinreichend bezahlt war. Der Fleischgenuss ist das billigste hier zu Lande; 1 Kilo bestes Oclisenfleisch gilt etwa 30 Cts. (Pf); 1 junge Ziege, wenn man das Fell zurckgiebt, nur ''^ Peso. Unterwegs haben wir meist tglich zwei Mal Spiessbratcn (Asado), der ber glhenden Holzkohlen, die das verbraunte Holz zurcklsst, bereitet wird. Brot wird im Feldlager in der Regel gar nicht genossen, immer Asado, wozu das viele Mate-Trinken passt und mir auch gut bekommt. Die Temperatur schwankte an jenem Tage von 16 bis 35 und war, weil wir den ganzen Tag 12 Stunden durchritten, Nachmittags recht unangenehm. Vor dem Rio Diamante angekommen, wurde nochmals alles Sattel- zeug und die Packung der Cargo-Mulen auf ihre Festig- keit revidirt. Der Durchritt geschah dann mir unerwartet schnell, wahrscheinlich, weil man voranreitenden, die Fuln-t genau kennenden Argentinern schnell folgte. Die Mulen folgen bei solcher Gelegenheit dicht hintereinander und hinter der Madrina. Ich war also 20 Schritt zurck- geblieben, weil ich die Alforga neu umgepackt hatte und erst schnell auf den Sattel springen konnte, als der Zug schon in Bewegung war. Mein Reitthier schlug trotz meiner Zgelung nun direete Richtung nach der Madrina, also einen andern Weg als die andern Mulen ein ; es ging jedoch gut ab trotz der nicht unbedeutenden Strmung des Flusses, doch hatte das alte Thier, das ich erhalten, die unangenehme Gewohnheit, gelegentlich in die Knie zu sinken. Das passirte denn auch jetzt im Flusse ein- mal; ich sass jedoch fest im Sattel und zog das Thier schnell mit dem Zgel empor. Das Wasser, welches ohnehin bis an den Bauch der Thiere reichte, hatte aber meine Alforga gensst, und es war nur gut, dass ich vorher Pflanzen und Wasserflasche zu Unterst gepackt hatte, die diese Ueberschwemmung vertragen konnten. Anderntags wechselte ich jedoch meine Mule gegen eine bessere aus. Wir haben immer zwei zur Reserve, sodass eine Abwechselung bei den Thieren stattfindet und anderer- seits rckenwund gewordene oder lahmgetretene was bei dem unterwhlten Boden manchmal eintritt Thiere Erholungstage geniessen. Fortin nuevo wird nur noch von wenigen Hirten be- wohnt; die frheren Soldatenhuser und das Fort, alles nur aus ungebrannten Lehmziegeln erbaut, sind zerfallen ; als einziges Wasserbassin dient eine uneingezunte Re- presa-Lehmgrube mit Regenwasser in der jedoch auch, wie Professor Bodenbender meint, das Vieh gelegentlich ohne Standesunterschied badet. Wir campirten dort wiederum auf einem Schindanger; frhere Reisende hatten dort, wie wir es ja auch thaten, geschlachtet und die Knochen etc. den Insecten zum Reinigen hinterlassen. Zwischen den Hausruinen hatten sich noch Sidcachas angesiedelt und dachshhlenartige Erdbauteu augelegt. Am 14. Januar wollten wir zeitig aufbrechen; es zogen sich jedoch die Wolken zusammen und vertheilteu sich dann gleichmssig, sodass ein Landregen in Aus- sicht stand. Wir schlugen daher ein Zelt auf und brachten uns und die (iepckstcke darin in Trockenheit. Es regnete von Zeit zu Zeit etwas, aber unbedeutend, sodass wir gegen 9 Uhr aufbrachen. Gegen 10 Uhr aber weichte uns ein Gewitter gehrig ein, gegen welches der landes- bliche Poncho, ein Plaid mit Schlitz inmitten zum Kopf- durchstecken, nur wenig ntzte. Der Landregen war glUcklielierweise nicht zum Ausbruch gekommen, und die Feuchtigkeit des Gewitters in unseren Anzgen trocknete spter whrend des Reitens schon aus. Mittags hielten wir, um die Grtelthiere kalt zu verzehren. Dabei kam eine Spottdrossel auf mein nachahmendes Pfeifen ganz nahe auf den nchsten Busch, und nun pfiffen wir um die Wette; ich war aber ausser Stande alle die Tne, die sich in ungleichen Melodien oft unvermittelt folgten, nachzuahmen. Jlan glaubt, falls man nicht weiss, dass alles von einem Vogel stammt, mindestens sechs ver- schiedene Vgel hintereinander zu hren. Die nchsten Tage Hessen uns diese Vogelart noch oft hren. Dann und wann war noch ein schwarzer Vogel zu sehen, der Nr. 2. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 15 ein metallglnzeudes kupferrothes rust- und Halsschihl zeigte, Trupial genannt. Abends campirten wir am Rio Diamante in einem Gehlz von G o u r 1 i e e n ; vor uns war eine Viehweide, die hauptschlich ans Gyneri um -Rasen, ein sehr hartes Gras, von dem die Heuschrecken nur die Blthenstnde und Blattrnder fressen, und einem jetzt verdorrten, sehr niedrigen, aber den Boden dicht bedeckenden Grase bestand, das die Thiere vorzuziehen scheinen, es ist dies Distichiis thalassica Desv. = rizopyrum spicatum A. Gray. Whrend bisher das flache Terrain nur aus fein- erdigen oder sandigen Substanzen bestand, stellten sich jetzt andere FlussgerUe neben dem Rio Diamante ein, und zwar zuerst Gerolle von Bimsstein. In einem an einer Seite offenen Hexenring von Gy- neri um hatte ich mein Nachtlager aufgeschlagen und die halbtrockenen Sachen auf dem Rasen selbst ausgehngt; am anderen Morgen aber waren sie durch den Thau feuchter als vorher. Am 15. Januar, bei 18 36 Temperatur, reisten wir bis Rincon grande etwa 10 Leguas weit und campirten Abends zwischen Hetherothalamus spartiodes auf Sanddnen, wo wir erst die kleine stachelige Prosopis strombulifera vom Boden wegrasiren mussteu. Ver- einzelte Bume lieferten uns Brennholz; ein ofiener Lager- platz war indess nicht vorhanden, und wenn sich die Aussichten auf Gewitter erfllt htten, wre es nicht mglich gewesen, ein Zelt aufzuschlagen; wir legten uns mit dem Gefhl zur Ruhe, von einem Gewitter rettungslos berrascht zu werden. Es ging aber die Nacht ohne Regen vorber. Der 16. Januar brachte uns etwa ebensoviel weiter nach einer Ackerbau-Colonie mit viel Wasserleitungen und einem Wldchen vorher, in dem der Weg aus Sackgassen bestand, die uns wiederholt zum Umkehren zwangen, in dem Wald trat eine andere Larrea-Art auf mit zwei- zeiligen Aesten und Blttern: L. cuneifolia Cav., ein noch schnerer Strauch als die andere verbreitete Art. Der Ort und Wald waren noch von Heuschrecken ver- schont geblieben und boten ausser der Ruderalflora im Dorfe, deren Aufzhlung ich unterlasse, manche seltene Pflanze, z. B. Munroia squarrosa Torr., Sterrhy- menia cynocrambe, Hoffmannseggia falcaria Cav., Flaveria Contrayerba Pers., Philibertia rotata Griseb./ Willoughbya tcnuiflora OK. (Mikania t. Grisel)., zwei Lyciuni- Arten, JMalveopsis cfr. bona- riensis und eine andere 3[alvacee mit brennendrothen Blthen, sowie mehrere noch unbestimmte Pflanzen. Wir lagerten aussei halb des Ortes im Gerll des Flusses vor einem Juncus-Bestand; auf dem trockenen Gerllboden war Pluchea Quitoc DC, eine meterhohe, wenig verzweigte, krautige Composite mit rthhchen Kpfen und glauken Blttern huflg und eine niedrig strauchige Patagonium-Art (Adesmia) aus den Cordilleren herab- geschwennnt. Im Uebrigcn bot die Flora der Rio Dia- mante-Gelnde wenig Abwechselung; Gyneri um spec, Baccharis salicifolia, schliesslich Pluchea Quitoc und eine noch nicht bestinnnte Senecio-Art, ein Strauch von kaum 1 Meter Hhe mit einzelnen gro.ssen Kpfen, fleischigen, fdliehcn Blttern, die merkwrdigerweise von Grn in Schmutzigviolctt und hufiger in Wachs- gelb variiren, bilden die Typen der Flora, der die Strucher und Bume der Monteformation relativ wenig beigemischt sind. Der Fluss ist so schlannnig, dass wir kein Bad nehmen mochten, obwohl wir meist in seiner Nhe waren. Am 17. Januar gegen 11 Uhr kamen wir wieder nach einem Ort, Ramecoida, wo es wenigstens Wein, Brot und Kse wieder gab; hier pausirten wir 4'/ 2 Tage, theils um die Maulthiere an Alhalfa wieder gut zu nhren, theils um sie fr die Cordilleren wieder beschlagen zu lassen, theils um uns selbst etwas zu erholen, was aber ohne Bett und mit Besuch zollgrosser Wanzen geschah, und uns Fhrer fr die Cordilleren zu besorgen. Die Prurt". Bodenbender und Kurtz wollen, weil ber 3000 m anscheinend noch viel Schnee liegt, erst einen Abstecher nach Malargue unternehmen, woran ich aus Zeitmangel denn ich muss sptestens im Mrz die hohe Pona in Bolivien wegen der Schneestrme berwunden haben nicht theilnehmen kann, sodass ich von hieraus direct mit einem eigenen Fhrer und Pean und gemietiieter Tropa (fr =b 240 Mark) nach Santiago in Chili ber den 3780 m hohen Paso de la cruz de Piedra gehe, wo ich in zehn Tagen einzutreffen hoffe. Es erbrigt mir noch, meinen verbindlichen Dank meinen Reisegefhrten Professor Bodenbender, der alle Schwierigkeiten der Reise mit liebenswrdiger Geduld berwand, und Professor Kurtz, der mir auch die Pflanzen bestimmte, zu sagen. (Fortsetzung folgt.) Zur Yerbreituiig-, Biologie und Geschichte von Hex Aciuifoliuni L. In den Verhandlungen des West- flischen Provinzialvereins (Sect. Botanik) fr 1891/92 bringt Dr. West ho ff interessante Mittheilungen ber die Stechpalme, Hex Aquifolium L. und ihre Verbreitung im ]\Insterlande. Es werden von ihm nicht nur einige durch ihre ausserordentliche Grsse hervorragende Ilex- bume von bis 6 liezw. bis 9 Meter Hhe eingehender besprochen, an denen die bekannte Thatsache, dass in den oberen Regionen der Krone die Stacheln an den Blttern nur in geringem Maasse oder endlich gar nicht mehr zur Ausl)ildung gelangen, sehr schn zu beobachten war, und bei denen ausserdem mit der zunehmenden Ganz- randigkeit eine Verschmlerung der Bltter bis fast zur linearen Form Hand in Hand ging; sondern der \\'rf. gelangt zugleich aus der genaueren Untersuchung der Standortsverhltnisse und Entwicklungsstadien einzelner Exemplare zu einem auch in cnlturhistorisclicr Beziehung beachtenswerthen Resultate. Es handelt sicli um das Laer- brok in der Nhe von Mnster, einem mitten im Ilochwalde gelegenen, unbewaldeten, halbkreisfrinigen, umwallten Be- zirke von etwa 200 m Lnge und 150 m Breite, der, wie urkundlicli festgestellt ist, vom Beginne des 13. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts als Vcrsannnlungsort von den aus Geistlichkeit, Adel und Stdten zusammen- kommenden Landtagen benutzt wurde. Mit dem 17. Jahr- hundert, als die Landtage nach Mnster selbst verlegt wurden, gerieth die Stelle in Vergessenheit und erst nach ungefhr 30 Jahren gelang es in dieser Sttte das fr das Mnsterland historisch ehedem so bedeutungsvolle Laerbrok zu coustatiren. Etwa um 1830 wurde dasselbe getheilt und fiel zwei verschiedenen Gemarkungen zu. Seit dieser Zeit wurde die Stelle theils aufgeforstet, heils in anderer Weise culti\irt. Wie sie sich dagegen in den 200 Jahren vor diesem Zeitpunkt verhalten hat, ol) sie bewaldet war oder nicht, darber feldt jegliche Kunde. Dies lsst sich indessen durch die Wachsthumsverliltnisse der Stechpalme auf dem Laerbroke entscheiden. Whrend sich nmlich in dem dasselbe umgebenden Hochwalde eine so ppige Ilexvcgetation findet, das stellenweise neben der Stechpalme, welche hier oft auch l)etrchtliches Ilhenwachsthum zeigt, kein anderes Unterholz aufkommen 16 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 2 kann, ist diese nur etwa 6 m weit ans den anliegenden Waldpartien ber die Umwallung auf das Laerbrok vor- gedrungen. Je grsser die Entfernung von dem Walle ist, desto sprlicher wird der Bestand. Die am Rande des Planums wachsenden Exemplare sind durchweg frei wurzelnde, aus Samen (der im anliegenden Hocliwalde j-eichlich erzeugt wird) hervorgegangene Sprsslinge von kaum ber 50 bis 60 Jahren, jedoch kein alter Wurzel- ausschlag. Dies ist also einerseits ein Beleg dafr, dass das Lacrln'ok von Alters her ))is in dieses Jahrliundert iiiuein unbewaldet gewesen sein mu.ss, andererseits beweist es, dass die Stechpalme sich nur usserst langsam weiter zu verbreiten vermag, besonders dort, wo sie des Wald- schutzes entbehrt. Westhotf giebt sogar an, dass die Pflanze selbst, wenn ihr der nthige Schutz gewhrt wird, auch dann sicli nur usserst schwer ansiedele, so dass nach seinen Beobachtungen in seinem Gebiete das Fehlen von Hex im Verein mit anderen Anzeichen sehr gut als ein Kriterium fr das verhltnissmssig jugendliche Alter eines Waldes angenommen werden kann und umgekehrt, dass mau aus einer reichen llex-Vegetation, bezglicli aus zahlreichen Resten, welche eine Gegend an Hecken etc. aufweist, den Schluss ziehen darf, dass diese Gegenden einen uralten Wald besitzen, liezglich frher besessen haben.'' Mit Recht sieht Westhott' den Grund fr diese geringe Propagationsfhigkeit in dem Mangel an frucht- erzeugenden Pflairzen. Die Zahl der fructificirendcn Exemplare ist gegenber der der im Ganzen vorhandenen eine usserst geringe. Dies wiederum ist, wie Westhoft' ebenfalls richtig betont, eine Folge davon, dass die Pflanze nur erst bei einem gewissen Alter nnd einer gewissen Hhe anfngt, Blthen nnd Frchte zu erzeugen, und dass .sie bei der heutigen Forstcultur, die in ihr ein mehr lsti- ges als ntzliches Holz erblickt, jenes Entwicklungsstadium nur schwer erreichen wird. Ich wollte nun hier noch auf eine zweite Thatsache aufmerksam machen, die, wie ich glaube, bei dem Mangel an fruchterzeugenden Exemplaren nicht minder schwer ins Gewicht fllt. Es ist dies der Dioecisnuis. Hex Aqui- folium ist, wie die ganze Gattung, streng zweihusig. Alle anderen Angaben in der Litteratur sind falsch.*) Es gelangen zwar in den weiblichen P>lnthen Staminodien zur Ausbildung, welche an Gestalt den Staubgefssen der mnnlichen Blthen sehr hnlich sind; dieselben sind aber stets steril; ebenso der Fruchtknoten der mnnlichen Blthen, in welchem niemals Samenknospen zur Ausbil- dung gelangen und der niemals eine Narbe besitzt. Das gebte Auge kann sogar schon der Knospe ansehen, ob sie mnnlich oder weiblich ist. Unter der Voraussetzung also, dass durchschnittlich dieselbe Anzahl mnnlicher wie weiblicher Stmme erzeugt wird, wrde demnach nur die Hlfte aller bisznrBltiiencntwicklung gelangenden Stmme Frchte erzeugen knnen. Ob jene Voraussetzung richtig ist, darber fehlt es bisher gnzlich an Beo)>achtungen, auch mag sich die Pflanze in den einzelnen Gebieten ver- schieden verhalten. Nach dem mir vorliegenden Herbar- material wrde das mnnliche Geschlecht in Bezug auf die Individuenzahl berwiegen; von 186 Exemplaren waren 81 S. 60 5 und 4. ohne Blthen resp. Frchte (also nnentsciiieden). Dies lsst sich aber nicht an Her- bannaterial, sondern nur in der Natur selbst entscheiden; nnd es wrde sich daher wohl der Mhe lohnen, in den *) Trotzdem ich bereits in meiner Dissertation diese Verhlt- nisse klar gelegt zu haben glaube (vergi. Verhdl. d. bot. Ver. d. Provinz Brandenburg XXXIII. 1891, S. 12, 14, 18 ff.), giebt den- noch Kronfeld in seiner Bearbeitung der Aquifoliaceae in Englor und l^rantl, die natiirl. Ptlanzenfam. III. .5. S. 186 in der Gattungsdiagnose fr Ikx Bl. polygam od. dioeciseh" an. Gegenden, wo die Hex reicher vertreten ist, auf die.se Verhltnisse zu achten. Die (5* Blthenstnde sind durchweg reicher ver- zweigt nnd reichbltliigcr als die 2, wie man dies ja auch bei andern Familien beobachtet hat. Es verhlt sich in der Gattung Hex die Zahl der Blthen eines 9-Astes zu der eines die gleiche Zahl blthentragender Blattachseln besitzenden o -Astes wenigstens wie 1 : 3, oft aber wie 1 : 7 oder 1 : 15, und es betrgt somit unter obiger Voraussetzung bei der Stechpalme die Zahl der 5-UIthcn hchstens den dritten Theil von allen, die berhaupt zur Entwicklung gelangen. Endlich sei es mir noch gestattet, auf einen l'unkt der Einleitung von Westhoff's Arbeit nher einzugehen. Nach der herrschenden Ansicht soll die eigenthndiche Verbreitung der Stechpalme in Europa auf eine Wande- rung nach Norden, lngs der durch die Nhe des (iolf- stromes ein milderes Klima besitzenden westlichen Meereskste, zurckzufhren sein; darauf soll sie dann nach Osten soweit vorgedrungen sein, wie es ihr die Vegetationsverhltnisse ermglichten. Will man etwas auf die Funde geben, welche hie und da betreffs fossiler Reste viin IJe.r gemacht worden sind, so ist die Pflanze nach Ablauf der Eiszeit zu uns herbergekonmien." Die Einwanderung soll erfolgt sein mit der Bildung der Wald- vegetation. Hiermit stehen die Angaben Nehrings ber die interglacialen Ilexfunde von Klinge bei Cottbus, die in dieser Zeitschrift l)ereits fters besprochen worden sind, scheinbar im Widerspruch; da ans demselben hervorgeht, dass Hex A(|uifo]ium ein uralter Bestandtheil unserer Flora sein und bereits bei Beginn der Diluvialzeit, jeden- falls vor Ablauf der sog. (i\a,e\n]/)en'ocle im norddeutschen Tieflande existirt haben muss. Der betreffende Blattfuud stinnnt in seiner Grsse. Nervatur, Berandung, (irsse der 15lattstacheln und der zwischen ihnen beflndlichen Buchten auf das (Jenaueste mit einem Stachelblatte unserer heute lebenden Stechpahne berein, wie ich mich durch Autop- sie berzeugen konnte. Auf den genannten Fund wrde ich wenig oder gar kein Gewicht legen, wenn nicht in derselben Schicht auch einige Steinkerne von Hex Aqui- tolium gefunden worden wren, deren Zugehrigkeit zu unserer Art ich ebenfalls nur besttigen konnte.*) Aus dieser Thatsache lassen sich mn- zwei Mglich- keiten folgern. Entweder ist die Pflanze bereits zur Tertirzeit im norddeutschen Tieflande vertreten gewesen, oder sie ist whrend der bezw. einer Interglacialzeit nach demselben gewandert. Welche dieser beiden Mg- lichkeiten der Wahrheit entspricht, muss vor der Hand noch unentschieden bleiben. Was nun Westhoff's Angabe betrifft, so bezieht sich sein zu uns herbergekommen", wie ich einer nachtrglichen brieflichen Mittheilung entnehme, nur auf den westlichen Theil des norddeutschen Tieflandes, welches nur eine Vergletscherung durchgemacht haben soll, so dass die spteren Vereisungen des stlich der Elbe gelegenen Gebietes und die Interglacialzeit resp. Zeiten in Bezug auf den irestlielien Theil schon als post- glacial zu bezeichnen sind. Es ist daher sehr wohl mg- lieh, dass die fr das Mnsterland //o.s^glaciale Einwande- rung der Hex vor dem Absehliiss der G\nc\i\\qeri(/(le er- folgt ist. Jedenfalls ist Englei- vollkonnnen im Rechte, wenn er Hex Aquifolium mit unter den Pflanzen auffhrt, die bereits vor der Glacialperiode in Europa weiter verbreitet gewesen waren (vergl. Entwicklungsgeschichte d. Pfl. I. S. 176 u. 177) imd es ist anzunehmen, dass die Pflanze *) Vergl. die Figur 10 auf .S. 45-t Bd. VII der Naturw. Wochenschr." Ked. Nr. 2. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 17 auch im norddeutschen Tieflandc fridier eine weitere Verbreitiuii:: besessen hat als jetzt. Ob sie sich indessen whrend des Tertirs in Europa selbst entwickelt hat, was deshalb nicht ganz nnwahrsclieinlich ist, da das Voriiandcnsein der Gattung auf uuscrni ('ontinente zu Anfan.i;- dieser Epoche als erwiesen gelten kann, oder ob sie whrend jener Zeit nach P.uropa eingcwanilcrt ist, drfte schwer zu entscheiden sein. lr. Th. Loesener. Aus dem wissenschaftlichen Leben. K.S wurden ernannt: l'rivatdooent Dr. Karl Gions zum Pro- fessor der Philosophie an der Universitt Giessen. Der Privat- docent an der Berliner Uuiversitiit Eugen Korselielt zum ordentlieheu I^rofessor der Zoologie und Dirertor des zoologi.schon Instituts an dar Universitt Marburg. I'rivatdocent der Sledicin Dr. Adolf l^aginsky von der Berliner Universitt zum ausser- ordentlichen Professor. Ausserordentli(dier Professor I>r. Helm an der technis spricht er von unzhligen win- zigen Hei fern des Baumes, echten Sonnenkindern, die beraus Heissig sind, aber winzig klein, lieschreibt hchst poetisch ihre Thtigkeit und ihr Knnen und bricht nach beinahe zwei Siuten (S. 6 unten), ohne auch nur ihren wirklichen Namen zu verrathen, ganz davon ab. Da soll nun der Laie sich belehren! Eine min- destens ungebruchliche Redewendung drfte der folgende Satz enthalten (S. 451): nur sind die in ihm abgelagerton Stotie schon vor der Samenreife gnzlich in die Keimbltter berge- gangen; als welche denn auch den weitaus mchtigsten Tlieil des Keimlings darstellen". Recht stark poetisch klingt auf Seite U) der Satz: ,,Es wrde neues Leben sich durchtiuthen fhlen, und wachsen, und schwellen" etc. Eigenthmlich sind auch die fol- genden Ausdrcke: Der Blthenstaub erhebt sich als leises Wlkchen" (S. 9); verstorbene Landschaft" (S. 13); lebensbild- same Formen" (S. 44); bei ihrer sonstigen Eigiuing fr den fraglichen Zweck" (S. 36); Schneidung" (S. 62); Kai-, kalk-, talkstotf- u. s. w. -haltige Stoffe" (S. 38). Wie Druckfehler, welche der Correctur entschlpft sind, lesen sich Wrter, wie verstunden" (S. 12), gewohn" (S. 13), Zerstrwerk" (S.30), erfahrnissig" (S.52). Dass die genauesten Uebersetzungen oft recht komisch klingen, mindestens aber bisweilen dem Leser schwerer verstndlich sein knnen, als die Fremdwrter selbst, beweisen die folgenden: zwischenvolklich" fr international; stofflieitliche" fr <;hemi.sche Untersuchung; Ohnblthler" fr Kryptogamen ; barsichtig und unbarsichtig" fr nuxkroskopisch und mikroskopisch, Schlicht- gewebe" fr Parenchyni. Die Bezeichnung Keimlappen" fr Kotyledonen ist anti([uirt, eine bessere Einsieht sagt Keimbltter. Dr. Kaunhowen. Dr. Fried. Dreyer, Ziele und Wege biologischer Forschung beleuchtet an der Hand einer Gerstbildungsmechanik. Mit G lithogr. Tafeln. Verlag von Gustav Fischer in Jena. 1892. Ueber den interessanten Inhalt der vorliegenden Arbeit wird der Herr Verfasser in einem besonderen Artikel in der Naturw. Wochenschr." selbst berichten; wir beschrnken uns daher an dieser Stelle mit einer Anzeige des Heftes. Prof. Dr. H. F. Kessler, Die Ausbreitung der Reblauskrank- heit in Deutsehland und derc'n l!ekm]jfung uuter Benutzung von amtliehen Schriftstcken beleuchtet. Berlin, Verlag von R. Friedlnder u. Sohn, 1892. - Preis 80 Pf. Der Verfasser giebt in diesem Schriftehen nach einer Ein- leitung, welche die Entstehung der Furcht vor der Reblaus be- handelt, einen historischen Ueberblick ber die ursprnglichen Ansichten ber die Ausbreitung der Reblauskraukheit in Deutsch- land, beschreibt dann die Eig-iMisehaften der Reblaus sowie die Vorgnge bei der Ernhrung und dem Wachsthum der Rebe und schildert die Ausbreitung der Reblaus in Deutschland. Dem grssten Theil des Schriftchens sind die Darlegungen zur Abwehr des Rebenfeindes gewidmet. Der Verfasser ist ein Gegner der Verwstungsarbeiten, welche seit einem Vierteljahrhundert behufs Vertilgung der Reblaus betrieben werden. Diese haben fr das Deutsehe Reich ungeheure Geldkosten verursacht und sind fr den Weinbau viel schdlicher als ntzlich gewesen. Thatschlich ist die Reblausgefahr in Deutsehland, zumal am Rhein, nur ge- ring. Der inticirten Stcke sind wenige, und kerngesunde Stcke leiden gar nicht trotz der Nachbarschaft mehr oder weniger be- fallenei-i Die bisherig<'n Anschauungen ber die Bekmpfung der Reblaus mssen sieh ndern. Das Schriftchen setzt sich haupt- schlich aus Berichten von Sachverstndigen zusammen. Kolbe. 18 Naturwisseuschaftlicbe Wochenschrift. Nv. 2. H. von Helmholtz. Handbucli der physiologischen Optik. Zweite luiiniMrlioit'-'fe Auri:ini> Sii beute Liet'enmg. Verlag von Leopold Voss. Hamburg und Leipzig 18'J2. Preis 3 Mk. Von der zweiten Auflage des klassisehen v. Hehnholtz'sehen Handbuches der pliy.siologischen Optik, dessen frhere Lii-t'erungen einer eingehenden Besprechung in dieser Zeitschrift gewrdigt worden sind, ist nunmehr bereits die siebente Lieferung er- schienen, welche die SS 22, 23 und zum Theil 24 enthlt. 22 handelt von der Dauer der Lichtempfindung", speciell von schnell wiederholten Eindrcken, von den Zeitbestinnnungen der Dauer, vom Farbenkreisel, dem Anorthoskop und den stroboskopischen Apparaten, wobei auch die jetzt so bekannten und beliebten Monientphotographien von Muybridge und Ansehiitz Bercksich- tigung gefunden haben. In 23, Vernderungen der Reizbarkeit" betitelt, werden die positiven, negativen und farbigen Nachbilder sowie die flimmernden Scheiben" eingehend untersucht; neu ist hier insbesondere die Errterung des zeitlichen Verlaufes eines durch constante Beleuchtung erzeugton Eindruckes und der dies- bezglichen Versuche von Exner. 24 endlieh enthlt die Lehre vom successiven und simultanen Contraste ; in der Behandlung des simultanen Contrastes bringt die zweite Auflage neben viel- fachen Umarbi'itungen und zweckmssigen Umstellungen eben- falls manches Neue wie z. B. den auffallenden Einfluss schwchster Grenzlinien. Dr. G. Wallenberg. Dr. Josef Maria Eder, Recepte und Tabellen fr Photographie und Repi'oductionstechnik, welche an der k. k. Lehr- und Versuchsanstalt fr Photographie und Keproductionsverfahren in Wien angewendet werden. 3. Aufl. Verlag von Wilhelm Knapp. Halle a. d. S. 1892. Preis 2 Mk. Wenn es mglich war, in der whrend der letzten 10 Jahre so berreich angewachsenen Litteratur auf dem Gebiete der Licht- bildnerei und verwandter Zweige noch eine Lcke zu entdecken, so konnte ihre Ausfllung keine berufenere Hnde finden, als die des bewhrten Autors. Das vorliegende Bchlein bringt in gedrngter, aber sehr bersichtlicher Form alle sonst nur in umfangreichen Werken zerstreuten, ungemein verstndlich geschriebenen Angaben ber alle mglichen Verfahren im Belichtungs-, Entwickelungs- und Druckprozess bis herab zum Klebemittel, wie solche an der k. k. Lehr- und Vei-sucbsanstalt fr Photographie und Keproductions- verfahren in W^iei\ lur Verwendung gelangen, und wird namentlich fr die Anwendung der Photographie auf dem weitverzweigten und schwierigen Gebiet der Wissenschaften von grossem Nutzen sein. Von diesem Gesichtspunkte aus drften auch die angefgten optischen und chemischen Tabellen in manchen Fllen gute Dienste leisten. Ptz. A. Palaz, Traite de Photometrie industrielle specialement ap- pliquee l'eclairage electrique. (ieorges Carrc, Paris 181)2. Der Aufschwung der Beleuchtungsindustrie und der Wett- kampf zwischen den verschiedenen Beleuchtungsarten haben auch eine Steigerung der Ansprche an die Photometrie im Gefolge gehabt, welche eine wesentliche Aenderung bezw. Verfeinerung der photometrischen Methoden hervorgerufen haben. Die Photo- metrie ist durch die sehr vielseitigen Anstrengungen zu einem ungemein wichtigen Gebiet geworden, und die Kenutniss der ver- schiedenen Photometer und ihrer Anwendung ist fr den mit der Installation oder der Kontrolle von Beleuchtungsapparaten beauf- tragten Ingenieur ein unabweisbares Erforderniss. Speciell fr die photometrischeu Aufgaben bezw. Apparate, welche bei elektrischen Beleuchtungsanlagen in Betracht kommen, besitzen wir in Deutschland das kleine W^erk von Krss, die elektrotechnische Photometrie; aber dasselbe ist doch bereits wesentlich veraltet (erschien 18S5), und ber die ganz erheblichen Fortschritte, die zahlreichen Verbesserungen und die feinen neuen Methoden, welche die Bestrebungen der letzten Jahre gezeitigt haben, muss der Interessent sieh in den verschiedensten Werken, Journalen und Gesellschaftssshriften unterrichten, whrend er doch eines sicheren und zuverlssigen Nachschlagewerkes dringeml bedarf. Diesem Bedrfniss kommt dass der Besprechung unterliegende Werk des Herrn Pahiz, welcher als Professor fr industrielle Elektricitt an der Universitt Lausanne thtig und durch seine Aufstze ber die elektrotechnische Photometrie in der Zeitschrift La Lumiere electrique" bekannt ist, in durchweg befriedigender Weise entgegen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass dieses Werk allen denen, die sich mit den schwii'rigeren Fragen des Beleuch- tungswesens (nicht nur der elektrischen Beleuchtung) zu beschf- tigen haben, gute Dienste leisten wird. Die Behandlung des Stoft'es ist eine durchaus sacligemsso, und die einzelnen Kapitel sind .sehr vollstndig. Dass dem Werke zahlreiche Abbildungen beigegeben sind, ist bei der Art des behandelten Stottes selbst- verstndli(di; ungemein wichtig und sehr ntzlich .sind die biblio- graphischen Angaben, die in Form von Fussnoten dem Texte beigefgt sind. Kurz: das Werk drfti' nach allem auch in Deutschland weite A^erbreitung finden. Es erscheint uns sogar wahrscheinlich, dass sich das Bedrfniss nach einer deutschen Uebersetzung oder freieren Bearbeitung des Palaz'schen Werkes herausstellen wird. G. Zeitschrift fr Heft IV. ~ Aussei Ethnologie. 24. Jahrgang, Berlin, 1892. vielen kleineren Mittlieilungen bringt das Heft einen Haupt- Artikel: Dr. S. Weissenberg, Beitrag zur Anthropologie der Turkvlker, Baschkiren und Meschtcherjaken (mit einer Tafel). Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Branden- burg. 33. Jahrgang. 1891. Berlin 1892. Der Band enthlt Beitrge von Abromeit, Altmann, Ascherson, Bauni- gartuer, Beyer, Bolle, Druce, Geisenhoy ner, Gurke, Hennings, Jacobascii, Koehne, Ernst H. L. Krause, G. Lehmann, Loesener, Loew, Magnus, Retzdorff, Koedel, Ruthe, Scheppicli, Seemen, Taubert, J. Winkelmann, Wittmack. Moewes, Fax, S e e h a u s , von W i n k 1 e r und 8 M. Leipzig. Pinner, A., Die Imidother und ihre Derivate. Berlin. Rawitz, B., Compendium der vergleichenden Anatomie. b M. Regel, F., Thringen. I. Jena. 9 M. Reis, P., Elemente der Physik, Meterologie und mathematischen tii'Ographie. 5. Aufl. Leipzig. 4,50 M. Reye, Th., Geometrie der Lage. 3. Aufl. Leipzig. 9 M. Reyer. E., Geologische und geographische Experimente. Leipzig. 1,80 M. Rogel, F., Zur Theorie der hheren Integrale. Prag. 0,40 M. Rubner, M., Lehrbuch der Hygiene. 4. Aufl. Wien. 22,50 M. Sachs, J., Gesammelte Abhandlungen ber Pflanzen-Physiologie. Leijizig. 16 M. Schmaus, H., Grundriss der pathologischen Anatomie. Wiesbaden. 1-J M. Schultze, E., Amphibia europaea. Leipzig. 0,50 M. Schumann, K., Morphologische Studien. Leipzig. 10 M. Spencer, H., Svstem der synthetischen Philosophie. Stuttgart. S M. Stevens, H. V., Materialien zur Kenntniss der wilden Stmme auf der Halbinsel Malaka. Berlin. 10 M. Teixeira, M F. G., Remarques sur l'emploi de la fonction (u) dans la theorie des fonctions ellipti<|ues. Prag. 0,10 M. Toula, F., Zwei neue Sugethierfundorte auf der Balkanhalbinsel. Leiiizig. 0,70 M. Weber's, W., Werke. Berlin. 34 M. Weinert. H., Die Grundbegriife der Chemie. Braunschweig. (I..-10 M. Weismann, A., Die Continuitt des Keimplasmas als Grundlage einer Theorie der Vererbung. 2. Aufl. Jena. 2,50 M. WUser, L., Die Vererbung der geistigen Eigenschaften. Heidel- berg. 1 .M. Windisch, K., Die Bestimmung des Molekulargewichts in theo- retischer und praktischer Beziehung. Berlin. 12 M. Wittwer, W. G., Grundzge der Molecular-Physik und der mathe- iuatis(dii-n Chemie. 2. Aufl. Stuttgart. 6 M. Wundt, W., Hypnotisnius und Suggestion. Leipzig. 1,50 M. Zschokke, E., Weitere Untersuchungen ber das Verhltniss der Knochenbildung zur Statik und Mechanik des Vertebraten- Skelettes. Zrich. 8 M. Inhalt: Dr. Otto Kuntze: Botanische Excur.sion durch die Pampas und Monte-Formationen nach den Conlilleren. (Fortsetzung.) Zur Verbreitung, Biologie und Geschichte von Hex Aquifolium L. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Litteratur: Dr. Theodor Jaensch: Aus Urdas Born. Dr. Fried. Dreyer: Ziele und Wege biologischer Forschung. Prof. Dr. H. F. Kessler: Die Ausbreitung der Reblauskrankheit in Deutschland. H. von Helmholtz: Handbuch der physiologischen Optik. Dr. Josef Maria Eder: Recepte und Tabellen fr Photographie und Reproductionstechnik. A. Palaz: Traite de Photometrie industrielle specialement appliquee :i Teclairage electrique. Zeitschrift fr Ethnologie. Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg. Liste. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Henry Potonie, Berlin N. 4., Invalidenstr. 40/41, fr den Inseratentheil: Hugo Bernstein in Berlin. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12. Druck: G. Bernstein. Berlin SW. 12. ^^ Redaktion: 7 Dr. H. Potonie. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. VIII. Band. Sonntiig, den 15. Januar 1898. Nr. 3. Abonnement: Man abonnirt bei allen liuchhandUingen und Post- anstalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahrspreis ist Jt 'i. Bringegeld bei der Post 15 -^j extra. 1^ Inserate: Die vicrgespaltene Petitzeile 40 -A. Grssere Auftrge ent- spiecheiulcn Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. Inseratenannalime bei allen Aunocenbureauj, wie bei der Expedition. Abdruck ist nnr mit vollstndiger ({nellenaii)j;abc gestattet. Werner von Siemens. (t 6. Dezember 1892.) Noch kurz vor der Jahreswende hat der Tod einen von Deutschlands grossen Mnnern abberufen. Werner von .Siemens, der Altmeister der Elektrotechnik, hat im fast vollendeten 7G. Lebens- jahr nach einem an Arbeit und Erfolgen gleich reichen Leben die Augen zum gen Schlummer ewi- ?eschlossen. Die Nachwelt kann es als eine gndige Fgung des Schicksals betrachten, dass sein letztes Werk noch seine Autobiographie sein durfte. Der grosse Forscher ahnte freilich nicht, als er auf seiner lauschigen Villa bei Harzburg die Lebenserinue- rungcn" schrieb, dass sie sein Nekrolog werden sollten. Am nrdlichen Abhnge des Harzes hausten Siemens' Vorfahren seit dem dreissig- Jhrigcn Krieg als eine an- gesehene Familie. Sein Vater, ein hochgebildeter und kluger Mann, der auf der alten Frstenschule zu Ilfeld und spter auf der Universitt Gttingen sich ein reiches Wissen angeeignet hatte, war dem von den Vtern ererb- ten Beruf eines Landwirthes treu geblieben. Im .Jahre 1816, in dem ihm am 13. De- cember sein Sohn Werner geboren wurde, hatte er das Gut Lenthe bei Hannover gejiachtet. Einige Jalire spter aber vertauschte er diesen AVohnsitz gegen die grossherzog- liche Domaine Menzendorf im Frstcnthum Katzeburg, weil ihm die Verhltnisse auf Lenthe unertrglich wurden. Immerhin lernte Werner trotz seiner Jugend die Zustnde in der damaligen Kniglich grossbritannischen Provinz Hannover" kennen und viel- leicht verachten. Einst hatte sich ein Rudel Hirsche in Lenthe auf den Gutshof ver- irrt. Vater Siemens, wohlbe- kannt mit den strengen Jagd- gesetzen, Hess die Thiere in einen Stall treiben und sandte einen Boten mit entsprechen- der Meldung nach Hannover. Sofort erschien auf dem Gut eine grosse Unter.^uchungs- kominission, welche die wider ihren Willen vergewaltigten Hirsche in Freiheit setzte und den alten Siemens ob des ver- bten Jagdfrevels mit einer hohen Geldstrafe belegte. Vorflle und die der unter den Strmen der fran- zsischen Revolution aufge- wachsen war, erweckten fndi- zeitig den Wunsch in dem Knaben, sein deutsches Vater- land einst einig, stark und mchtig zu sehen und diesem Vaterlande ein tchtiger Sohn zu werden. Die Zeit in Menzendorf preist Siemens als die glck- lichste seiner Jugend. Hier durften er und seine Ge- schwister ungebunden mit den Altersgenossen aus dem Dorfc in l'\'ld um! Wah Derartige Erzhlungen des Vaters Freiheit der Kinderjahrc iiinherscinveifen und die goldene so recht genicssen. Diese Frei- 20 Natui-wisseDsehaftliche Wocbensclirift. Nr. 3. lieit wurde erst eingescbi-ukt, als der erste Unterriebt begann, der zuncbst von der alten Grossmutter und spter ein balbes Jahr laug vom Vater ertbeilt wurde. Den elfjbrigen Werner finden wir sodann auf der Brger- schule zu Sebnherg wieder, die er jedoch nur kurze Zeit besuchte. Ostern 1828, als Werner elf und ein halbes Jahr alt war, nahm Vater Siemens seinen Kindern einen Hauslehrer. Dieser Mann, Namens Sponholz, verstand in vortrefflicher Weise auf seine Zglinge einzuwirken. In mir erweckte er", so schreibt Simens von ihm, das nie erloschene Gefhl der Freude au ntzlicher Arbeit und den ehrgeizigen Trieb, sie wirklich zu leisten." Ein frher Tod setzte dem Wirken Sponholz' ein Ziel. Sein Nach- folger, ein alter gedienter Hauslehrer aus adeligen Famiben vermochte ihn nicht zu ersetzen, und als auch dieser starb, brachte man Werner und seinen Bruder auf das Catbarineum zu Lbeck; Werner kam nach Uber- und Hans nach Untertertia. Der Ruf dieser Schule als gelehrte Schule war damals ein ausgezeichneter, aber gerade die alten Sprachen, die den wesentbchsten Theil des Unterrichts ausmachten, vermochten Siemens nicht zu fesseln. Die alten Sprachen", schreibt er, fielen mir recht schwer, weil mir die schulgerechte feste Grundlage fehlte. So sehr mich das Studium der Klassiker auch interessirte und anregte, so sehr war mir das Erlernen der grammatischen Regeln, bei denen es nichts zu denken und zu erkennen gab, zuwider. Ich arbeitete mich zwar in den beiden folgenden Jahren gewissenhaft bis zur Versetzung nach Prima durch, sah aber doch, dass ich im Studium der alten .Sprachen keine l'>efriedigung finden wrde". Deshalb vertauschte er das (iriechische gegen Mathematik und Feldniessen, um sich in geeigneter Weise auf das Baufach, das einzige technische Fach jener Zeit, vorzubereiten. 1834 verliess Siemens als Trimaner das Gym- nasium. Seinen Wunsch, die Bauakademie in Berlin zu beziehen, musste er aus Mangel an Mitteln aufgeben; statt dessen beschloss er auf den Rath eines seiner Lehrer, eines ehemaligen Artillerieoffiziers, in das preussische Ingenieurcorps einzutreten!, in der Hoffnung, sieh dort dieselben Kenntnisse erwerben zu knnen wie auf der Bauakademie. So zog denn der siebenzehnjhrige Jngling nach einem schweren Abschied von der lleiniath mit froher Zuversiebt und ziemlieh beschrnkten Mitteln nach Berlin, jedoch nur um eine abermalige Enttuschung zu erfahren. Das Ingenieurcorps war berfllt und die Aussiebt auf Aenderuug dieser Zustnde lag in weiter Ferne. Ein Versuch, bei der nchstverwandten Truppengattung, der Artillerie, anzukommen, hatte endlich Erfolg. Nach einer dreimonatlichen Vorbereitung bestand Siemens die Eintrittsprfung, der dann unmittelbar der Eintritt hei der preussischen Artillerie in Mageburg folgte. Obwohl die Thtigkeit, die ihn hier erwartete, herz- lieh wenig gemein liatte mit den Idealen, die ihn von der Schulbank nach Berlin gelockt hatten, warf sich Siemens doch mit der ihm eigenen Energie dem neuen Beruf in die Arme. Ich denke", so sagt er, ..an meine Rekrutenzeit trotz der grossen mit ihr verknpften An- strengungen, sowie grober und scheinbar harter Behand- lung durch die Exerciermcister n((ch heute mit Vergngen zurck. Die (irobheit ist Manier und ist nicht mit krn- kender Absicht verbunden. Sie geht daher auch nicht zu Herzen, bat im Gegentheil etwas AuftVischendes und Anregendes, namentlich, wenn sie mit Humor verknpft ist, wie es bei den berhmt gewordenen Mustern milit- rischer Grobheit fast immer der Fall war. Ist der Dienst vorbei, so ist die Grobheit vergessen und das kamerad- schaftliche Gefhl tritt wieder in sein Recht." Vermge seiner hohen tecbnischeu Begabung, deren er sich in dieser Zeit allmhlich bewusst wurde, war es Siemens ein Leichtes, den an ihn gestellten Anforderungen zu gengen. Schon das folgende Jahr brachte ihm das beiss ersehnte dreijhrige Commando zur vereinigten Ar- tillerie^ und Ingenieurschule in Berlin. Endlich sollte ihm nun Gelegenheit gegeben werden, Ntzliches zu lernen". Er war ein eifriger Schler und bestand in diesen Jahren glcklich, wenn auch ohne Auszeichnung, das Fhnrich-, das Armeeofficier- und das Artillerieofficicrexamen. So viel wie mglich aber widmete er seine Zeit seinen drei Lieblingsdisciplinen-, Mathematik, Physik und Chemie. Ohm, Magnus und Erdmann verstanden es, dem jungen Mann ein reges Interesse fr ihre Wissenschaften einzu- flssen, ein Interesse, das je mehr an Alter, desto mehr auch an Intensitt zunahm. Daneben pflegte er einen frhlichen kameradschaftliehen Verkehr mit Seinesgleichen, und dass es nicht an manch heitrer Stunde fehlte, in der der ju- gendliche el)ernuith bersprudelte, bezeugen die Pauke- reien und Duelle, deren Zahl nicht gerade gering war. In seine Garnison Magdeburg zurckgekehrt, setzte der nunmehrige Artillerielieutenant seine wissenschaft- lich-technischen Studien und Versuche fort. Sein Vetter, ein hannoverscher Artillerieofficier, hatte damals die ersten Versuche mit Frictionsschlagrbren gemacht. Siemens erkannte die Wichtigkeit dieser Frage und bescbbiss, selbst an der Lsung derselben zu arbeiten. Der ihm zu Ge- bote stehende Apparat war freilich primitivster Art. In einer Pomadenkruke rhrte er mit einem Streichholz einen Brei von Phosphor mit chlorsaurem Kali zusammen und verwahrte, als ihn der Dienst rief, das Ganze am khlen Fenster. Nach Hause zurckgekehrt fand er die gefhr- liche Mischung zwar noch am selben Orte vor, beim Be- rhren des Streichholzes aber explodirtc die Masse unter heftiger Detonation. Der Boden der Kruke sass tief im Fensterbrett, whrend alles andere als feiner Staub im Zimmer herumwirbelte. Der Bursche hatte beim Auf- rumen des Zimmers die Kruke in die Ofenrhre gesetzt und dadurch ein mehrstndiges Trocknen des Prparats verursacht. Dem khnen Experten trug dieser Versuch eine Quetschung der Hand und eine Zerreissung des rechten Trommelfells ein. Das Jahr 1840 wurde fr Siemens ein an Ereignissen besonders reiches. Zunchst brachte es ihm die Versetzung nach Wittenberg, wo er die Leiden und Freuden einer kleinen Garnison kennen lernte. Sodann fhrte es ihn zurck nach Magdeburg, das heisst nicht in die Garnison, sondern in die Citadelle, und zwar zur Verbssung einer fnfjhrigen Festungsstrafe wegen Tbeilnabme als Se- kundant an einem Duell. Hier hinter den vergitterten Fenstern seiner gerumigen Zelle hatte er Jlusse genug fr seine Forschungen. Jacobi's Erfindung, das Kupfer aus seinen Lsungen durch den galvanischen Strom me- tallisch niederzuschlagen, veranlasste Siemens, diesen Versuch nachzumachen und nachdem er ihm gelungen, auch andere ^letallhisungen dem galvanischen Strom zu unter- werfen. Das Resultat dieser Experimente war die Erfin- dung der galvanischen Vergdidung und Versilberung. Ich glaube", ussert er sich hierber, es war eine der grssten Freuden meines Lebens, als ein neusilberner Tbcelfl'el, den ich mit dem Zinkpole eines Danieirschen Elements verbunden in einen nt unterscbwcfligsaurer Goldlsung gefllten Becher tauchte, whrend der Kupfer- pol mit einem Louisdor als Anode verbunden war, sich schon in wenigen 3Iinuten in einen goldenen Ltfei \hnlicher Begleiter des Millerit auf den Nach- bargruben ist der Polydymit, durch dessen Beimengung sich der berschssige, durch Abdestilliren zu beseitigende Schwefel erklrt. Laspeyres begrndet seine Ansiclit ber die Zu- sammensetzung des Beyrichit durch vier neue Analysen: I. IL III IV. V. VI. Schwofel (abdost.) . Spur Spur 1,35 G,8I 1^90 I in QR SchwefeUira Rckst.) 3.5,69 35,48 34,23 33,71 r'' 1 *"'^"' Eiseu 0,85) 2,9 1,71 2,79 4,21 Nk-k.a 61,05 64,88 , ., , , . .g ^q 54,23 1 . , g, Kobalt 2,01 i I*'''*'-' P*''^'^ Spur ! ''*''^^ Mangan .... Spur 99,60 100,06 100,00 100,82 99,88 100,00 I, II und III: Beyrichitkrystalle Laspeyi-es. IV. Dichter Beyrichit, Laspeyres. V. Beyrichit, Liebe. In Wahrheit etwas verun- reinigter Polydymit. VI. Die Werthe der Polydymitformel R4S5. Dr. H. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Es wurden ernannt: Der Proscctor Dr. med. Kuil. Armin Fick zum ausserordentlichen Professor der Anatomie :in der Universitt Leipzig. Die Hilfscustoden bei der Kgl. Bibliotliek zu Berlin, die DDr. Johannes Paalzow, Johann Frantz, Alfred Schultzo, Richard Preuss, Rudolf Peter, Ernst Dorsch und Heinrich Reimann zu Custoden. Dr. Benno Khn ist als Assistent in der mineralogischen Abtheilung der Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt und Berg- akademie eingetreten. Es shid gestorben: Professor der Chemie Dr. Hans Schulze in Santiago. Der Biologe Dr. J. Leon Soubeiran in Mont- pellier. Der Professor der Zoologie in Oxford John Obadiah Westwood. Der Mineraloge Geheimrath Nikolai Iwano- witsch Kokscharow in Petersburg. Der Zoologe Professor Dr. Benjamin Vetter in Blasewitz bei Dresden. Professor der Medicin Dr. Eichstedt von der Universitt zu Greifswald. L i 1 1 e r a t u r. Rudolf Virchow, Ijeraen und Forschen. Rede beim Antritt des Rrctorats an der Friedricli-Willn'lms-Univi'rsitt zu Berlin geh. am 15. October 1892. Verlag von August Hirschwald. Berlin 1892. Preis 0,80 Mk. Ueber den wesentlichen Inhalt der vorliegenden Rede haben wir bereits ausfhrlich in der N. W." Bd. VII Nr. 45 berichtet. Paul Knuth, Geschichte der Botanik in Schleswig-Holstein. Zweiter Theil. (Die Zeit nach Lina). Kiil u. L'ipzig 1892. 157 S. 8". Preis 1 Mk. Aus der Vorlinne'schen Zeit werden nachtrglich Mittheilungen ber Vasmorus (Daviil Wasmer, gegen Endi> des 16. Jahr- hunderts Arzt in Lbeck), Albin us (Jakob Witte, 1637 als Arzt in Hamburg gestorljcn) und besonders lungius (Joacliim .hinge, 1.587 zu Lbeck geboren, 1657 als Rector des akademischen Gym- nasiums und des .lohanneums zu Hamburg gestorben) gebracht. Das Junge'sche Werk Isagoge phytoscopica wird eingehend ge- wrdigt und die Bedeutung Junge's als Schpfer der botanischen Kunstsprache hervorgehoben. Damit erscheint Junge als ein Vorlufer Linne's, welcher einen noch grsseren Einfluss als die Vter der Botanik" auf die Entwicklung der Pflanzenkunde auch in Schleswig-Holstein hatte. Durch die Herausgabe der Flora Lapponica und der Flora Suecica regte Linne die Botaniker zur botanischen Landes- erforschung an. I. Geschichte der floristischen Erforschung des Gebietes. Fnf Jahre nach dem Erscheinen der zweiten Auf- lage von Linne's Flora Suecica erschien das erste Heft der Flora Danica, jenes allbekannten berhmten Werkes, welches zu seiner Vollendung l'/j Jahrhundert bedurfte. Die Herausgeber waren Oeder, (). F. Mller, M. Vahl, Hornemann, Lieb- mann, Job. Lange. Die wichtigsten Mitarbeiter sind: Bargum, Drejer, Forchhammer, Frlich, Gottsche, Lehmann, Lynghye,, Nolte, Oersted, Rosonberg, Saxesen, Schitz, Schouw, Schumacher, Sonder, Steenstrup, Vahl jun. Ausser der Flora danica erschienen von Mitte bis Ende des vorigen Jahrhunderts noch mehrere die dnische etc. Flora be- treffenden Arbeiten, so von Rafn (Danmarks og Holsteens Flora, 17961800), Rotzius (Florae Scandinaviao Prodromus, 1779). Die erste wissenschaftliche, grundlegende Arbeit speciell ber die Flora von Schleswig-Holstein waren G. H. Weber's Primitiae Florao Holsaticae (1780), welchen 7 Jahre spter ein Supple- mentum" folgte. Von den botanischen Schriftstellern Schleswig-Holsteins gegen Ende des vorigen und zu Anfang des jetzigen Jahrhunderts sind sonst noch hervorzuheben: H. P. Ch. Esmareh, Rektor der Domschule zu Schleswig; C h. W. Ritter, Dr. med. in Flensburg und Hamburg; F. Weber, D. M. H. Mohr u. J. J. P. Mol- denhawer, Protf. in Kiel. Von Hamburgischen Botanikern sind zu nennen: Rektor Lichten stein, Dr. med. Giseke, Buok, Flgge, Hayne, Mssler, Lehmann, Gottsche, Eimbcke, Schmidt, Sickmann, Hbner, endlich W. Sonder, durch dessen Flora Hamburgensis (1851) die botanische Erfor- schung Hamburgs einen vorlufigen Abschluss fand, ebenso wie einige Jahre vorher diejenige des Lbecker Gebietes durch G. R. Hack er 's Lbeckische Flora (1844), nachdem Avt5-Lal- lemant, H. Brehmer, Kindt, Lindenberg, Marc de Wolf u. A. die Erforschung der Pflanzen des Gebietes gefrdert hatten. Fr Dnemark ist dasselbe Ereigniss zu verzeichnen. Hier erschien 1851 Johann Lange's treff'liches Handbog i den Danske Floi-a. Als wichtigste Mitarbeiter sind zu nennen: L. Borst, V. Fischer-Benzon, Friederichsen, Gelert. Jensen, M. Th. Lange, Oersted, Penisen, Prahl, Raunkiaer, Schitz, Steenstrup, V. Suhr, Vahl, Vaupell. Whrend also Dnemark, Hamburg und Lbeck bereits voll- stndige Florenwerke besassen, sollten erst noch mehrere Jahr- zehnte vergehen, bis Schleswig-Holstein (1887) auch in den Besitz eines solchen kam. Hier hatte E. F. Nolte 1826 die No- vitiae Florae Holsaticae herausgegeben, die zweite glnzende In- angrift'nahnie der Darstellung der Pflanzenwelt des meerum- schlungenen Landes. Aber mit der Herausgabe dieses noch immer sehr unvollstndigen Pflanzenverzeichnisses hat Nolte seine bota- nischen Verffentlichungen so ziemlich abgeschlossen. In der Vorrede zu den Novition nennt er u. A.: Bertram, Eckion, Esmareh, Flgge, Forchhammer, Gtschow, den vielleicht verdienstvollsten aller Schleswig- Holsteinischen Botaniker Lars Hansen, Hin- richsen, Hornemann, Kindt, Lehmann, Neuber, Prelni, Reichenbach, Ritter, Saxesen, Sienkneclit, Sonder, v. Suhr, Thun, Weber. Das Arbeitsfeld der Amtsnachfolger Nolte's lag auf einem ganz .anderen Gebiete. Zwar versuchte A. W. Eichler durch Versendung von Standortslisten an bekannte Schleswig-Holstei- nische Botaniker die vllig eingeschlafene Frage der Herausgabe einer Landesflora von neuem zu erwecken, doch ohne den rechten Erfolg. Auch die im Laufe der Jahrzehnte im botanischen Institut zu Kiel angesammelten Pflanzenschtze wurden dui'ch P. Hennings mit bewundernsworthem Fleisse geordnet. Ausserdem erschienen zahlreiche floristische Einzelarbeiten, z. B. von Borchmann, Claudius, V. Fischer-Benzon, Fuchs, Hennings, Kirmis, Klalt, Kuphaldt, Laban, Lenz, Lienau. Manch, Petit, Prahl, Prehn, Reinke, Schitz, J. J. Schmidt, Timm u. s. w. So lagen die Verhltnisse, als Verf. 1881 nach Kiel kam. Mit Staunen bemerkte er das Fohlen einer Gesammtttora des 30 Naturwissenschaftliclie Wochenschrift. Nr. 3. Gebietes, das riesige aufgehufte Material, die zahlreichen Einzel- arbeiten, die Energielosigkeit oder Gleichgltigkeit der zur Herausgabe einer Flora etwa berufenen Persnlichkeiten.'" Er studirte die Litteratur und Herbarien, durchstreifte im Laufe der folgenden Jahre nach allen Richtungen das Gebiet und gab (1887) die erste Flora desselben heraus. Behlflich waren ihm u. A.: Borst, Brehmer, Buehenau, Burmester, Callsen, Fack, v. Fischer- Benzon, Fuchs, Garcke, Hallier, Haussknecht, Hennings, Hin- richsen, Jensen, Jessen, Krause, Lange , Lienau , Fax, Prahl, Prehn, Reinke, Reinbold, Rohwedder, Schmidt, Timm, Wstnei etc. Als grssten Erfolg seiner Flora sieht Verf. das Erscheinen eines zweiten Werkes dieser Art an, welches von Prahl, V. Fischer-Be nzon und Krause (1888 1890) herausgegeben wurde, denen ausser den meisten der oben genannten noch zahl- reiche andere Mnner behlflich waren. Auch auf dem Gebiete der Algenforschung ist ein vor- lufiger Absehluss durch J. Reinke's Algenflora der westliclien Ostsee deutschen Antheils" (Kiel 1889), welcher sich desselben Verfassers Atlas deutscher Meeresalgen" (Berlin 1891) anschliesst, gemacht worden. Ausser Reinke sind als thtige AI gen forscher zu nennen: Engler, Flgel, Kirchenpaur, Kuckuck, Lenz, Lders, Magnus, Reinbold, Schutt. Chr. Sonder. Die Pilze bearbeiteten Eichelbaum, B. Fischer, Fuchs, Sadebeck; die Moose Burchard, Gottsche, Jensen, Langfeldt, Prahl, Timm, Wahuschaff; die Ge- f sskry ptogamen Klatt, Langfeldt, Prahl, Timm, Wahnschaff, lieber Bl thenpflanz an schrieben ausser den oben genannten: Friedrich, Junge, Nathorst; Nldecke, 0hl, Petersen, Raunkiaer, C. Weber, Zimpel etc. Anhangsweise werden Arbeiten ber Grten, Anlagen, Institute, Sammlungen, sowie ber die Geschichte der Botanik, endlich in Schleswig-Holstein verfasste Lehrbcher augefhrt. II. Nordfriesische Inseln und Helgoland. Die Litte- ratur ber die Flora dieser Inseln beansprucht wegen der Eigen- artigkeit ihrer Ptlanzenwelt ein eigenes Kapitel in der , Geschichte der Botanik in Schleswig-Holstein". Der erste wissenschaftliche Botaniker, welcher Sylt liesuchte, war Oeder. Sodann machte Nolte zahlreiche interessante Entdeckungen auf den nordfrie- sischen Inseln. Sptere Erforscher der Flora derselben sind F. Mller, Spieker, Schitz, Borst, Prahl, v. Fischer- Benzon, Hallier, v. Ebner, Buehenau, Raunkiaer, Knuth. Die erste Arbeit ber die Flora von Helgoland stammt erst aus dem Jahre 1829 und ist von F. H. Hotfmann verfasst. Nach ihm verffentlichten Nolte, Threde, Rding, G. F. W. Meyer, Cohn, Hallier, Pringsheim, Wollny, v. Daa Torre, Haussknecht, Reinke arbeiten ber die Pflanzenwelt Helgo- lands, insbesondere ber die Algenflora. III. Biologie. Besonders den Bestubungseinrichtungen ist neuerdings grosse Aufmerksamkeit geschenkt worden. Nach Wrdigung der Verdienste Ch, K. Sprengel's, J. G. Kl- reuter's, Charles Darwin's, H. Mller's, J. Mac Leod's fhrt Verf. seine zahlreichen Arbeiten ber die Bestubungsein- richtungen Schleswig-Holsteinischer Pflanzen auf, zu denen er durch die Werke H. Mller's, mit welchem er einige Jahre in derselben Provinz und in gleicher Stellung thtig war, angeregt wurde. Zum Schlsse macht er noch auf die biologischen Arbeiten von E. Warming aufmerksam. IV. Phaenologie. Der Begrnder dieses Zweiges der Bo- tanik ist Linne. Die ltesten phnologischen Aufzeichnungen in Schleswig-Holstein sind durch Herzog Christian August 17.5 veranlasst; sie wurden durch F. H. Ger mar erhalten. Zu phno- logischen Beobachtungen regte 1785 P. D. Giseke in Hamburg an. A. W. Nouber in Apeurade hat dort 1825 solche Beobach- tungen angestellt. Eine tiefer gehende Anregung gab erst G. Karsten in Kiel Ende der sechziger Jahre, doch nahm das Interesse sehr bald ab. Angeregt durch die Arbeiten von H. Hoff- mann in Giessen und die Schriften von E. Ihne unternahm es Verf., das Hotfmann'sche Schema fr phuologische Beobachtungen auch in Schleswig-Holstein einzufhren, und zwar mit dem Er- folge, dass er im ersten Jahre (1890) von 18, im zweiten (1S91) von 26 Beobachtern die Karten ausgefllt zurckbekam. .\, G. Massee, A Monograph of the Myxogastres, 367 S, cum tab. col. 12. 8". London (Methuen & t'o.) 1892. Preis 18 Mk. Da das Rostafinskisehe Buch ber die My.xomyceten den meisten unzugnglich ist, weil es in polnischer Sprache abgefasst ist, so niuss das Erscheinen eines Werkes, welche diese interessanten Pflanzen in einer verstndlichen Sprache dem Fachmanne und dem Laien vorfhrt, mit Freuden begrsst werden. Wir Deutsche besitzen fr die Gesammtheit der Myxomyceten ein hnliches Werk nicht; allerdings sind unsere in Doiitschland heimischen Arten in mustergltiger Weise von Schrter in der schlesischen Kryptogamenflora bearbeitet worden. Zwar sind neue Gedanken ber die Verwandtschaftsverhlt- nisse der Gruppe in vorliegendem Buche nicht zu finden, auch ist auf praktische Bestimmungstabellen leider ein zu geringer Werth gelegt worden, aber doch ist das Buch seiner guten Be- sehreibungen und Abbildungen wegen fr das Studium der Schloim- pilze zu empfehlen. Die Einleitung giebt eine Uebersicht ber die Morphologie und die bisherigen Systeme und kann daher als Einfhrung in das Studium dienen. Wer zugleich neben diesem Buche noch die Schrtersche Bearbeitung hat, wird sich leicht auch das Verstndniss der schwierigeren Gruppen erschliessen knnen. Zum Schluss sei es noch gestattet, das S3'stem mit den Abweichungen gegen die frheren hier wiederzugeben. Tubulinae: Tubulina (incl, Licea et Lindbladia), Protodermium. Cribrariae: Orcadella, Enteridium, Clathroptychium, Cribr.aria (incl. Heterodictyon), Dictydium. Stemonitae: Stemonitis (incl. Comatricha), Siphoptychium, Amaurochaete, Brcfeldia, Rostafinskia, Reticularia. Lamprodermae : Enerthenema, Ancyrophorus, Lam- proderma. Echinostelium, Raciborskia. Orthotricha. Die Gattung Clastoderma, die Schrter mit Orthotricha iden- tisch hlt, wird von Masse nicht angefhrt. Tricheae: Trichia, (.>ligonema. Arcyriae: Prototrichia (incl. Coruuvia pr. p.) Peri- chaena, Ophiotheca (incl. Coruuvia pr. p.), Heterotrichia (n. gen.), Lachnobolus, Arcyria (incl. Hemiarcyria), Lycogala (incl. Dermo- dium). Didymeae: Chondrioderma , Didymium, Lepidoderma, Spumaria, Diachaea. Physarae: Badhamia, Craterium, Plysarum, Tilmadoche, Leocarpus, Cienkowskia, Crateriachea, Fuligo. Dr. Lindau. Bachmann, P., Die Elemente der Zahlentheorie. Leipzig. 6,40 M. Barus, C, Die physikalische Behandlung und die Messung hoher Temperaturen. Leipzig. 3 M. Barvir, H., Beitrge zur Morphologie d. Korund. AVien. 0,60 M. Becker, E., Zonenbeobachtungen der Sterne zwischen 20. und 25. Grad nrdlicher Declination. Berlin. Berteis, G. A., Erdl, Schlammvulkane und Steinkohle. Riga. 1,60 M. Berzelius u, Liebig. Ihre Briefe von 18311845 mit erluternden Einschaltungen aus gleichzeitigen Briefen v. Liebig und Whler, sowie Missenschaftlichen Nachweisen. Mnchen. 6 M. Beyschlag, F., Geologische Uebersichtskarte der Gegend von Halle a. S. Die Mausfelder Mulde und ihre Rndert Berlin. 3 U. Bibliotheka zoologica IL Leipzig. 12 M. Birch-Hirschfeld, F. V., Grundriss der allgemeinen Pathologie. Leipzig 7,25 M. Bock, E. C, Das Buch vom gesunden und kranken Menschen. 15. Aufl. Leipzig. 12 M. Brner, H., Lehrbuch der Physik fr hhere Lehranstalten, so- wie zur Einfhrung in das Studium der neuereu Phvsik. Berlin. 6 M. Braune, W., u. O. Fischer, Bestimmung der Trgheitsmomente des menschlichen Krpers und seiuer Glieder. Leipzig. 4 M. Braus, H., Ueber die Rami ventrales der vorderen Spinalnerven einiger Selachier. Jena. 0,80 M. Brendel, M., lieber die Brechung des Lichts in Prismen etc. Bi'rliu. Bresg^en, H., Beitrag zur Kenntniss der Blattfallkrankheit der Weinrebe (Peronospora viticola) und deren Bekmjjfung. Kreutz- nach. 0,50 M. Claus, C, Ueber die Entwicklung der Scyphostoma von Cotylorhiza, Aurelia und Chrysaora, sowie ber die systematische Stellung der Scyphomedusen. 2 Tbl. Wien. 11,20 M. Cohen, E., Meteoreisen-Studien. II. Wien. 1,20 M. Inhalt: Werner von Siemens f. (Mit Portrt) Dr. Otto Kuntze: Botanische Excursion chircli die Pampas und Monte- Formationen nach den Cordilleren. (Fortsetzung und Schluss.) Ueber den Scheich im Nibelungenliede. Fort])rianzung des Wurmes Planaria alpina Dana. In der * )hrmuschel und im Gehrgang von Nagern, Wiederkuern und Raubtliieron lebende Milben. Beitrge zur Entwicklungsgeschichte di-r Samendecken bei den Euphorbiaceen mit besonderer Bercksichtigung von Ricinus communis L. Beyrichit von d^r Grube Lammerichskaule bei Altenkirchen im Siegeuschen Aus dem wissen- schaftlichen Leben. Litteratur: Rudolf Virchow: Lernen und Forschen. Paul Knuth: Geschichte der Botanik in Schles- wig-Holstein. Zweiter Theil. (Die Zeit nach Linne). G. Massee: A Monograph of tlic Myxogastres. Liste. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Henry Potonie, Berlin N. 4., Invalidenstr. 40/41, fr den Inseratentheil: Hugo Bernstein in Berlin. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12. Druck: G. Bernstein, Berlin SW. 12. Beilage zur Naturwissenschaftlichen Wochenschrift. VIII. Band. Nr. 3. Inserate: Die viergespaltene Petitzeile 40 Pf. 15. Jaimar l'<0)>. Dr. Robert Muencke Luisenstr. 58. BERLIN NW. Luiseiistr. S. Technisches Institut fr Anfertigung wissenschaftlicher Apparate J und Gerthschaften im Gesammtgebiete der Naturwissenschaften. J Sauerstoff iin Stalilcylindei'n.j Dr. Th. Elkan, I Berlin N. Tegeler Str. 15.! Berlin S. 42. 50 Oranienstrasse 50. Special - Geschft fr Amateur -Photographie. Eigene Kunst-Tischlerei und niorlianisclic Workstalf. Specialiti: Vollstiiflp Asrstuieu jeder Preislage. 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Zur Ethik des Nationalismus und der Judenfrage. K,ed.e3 gehalten am 23. NoTeinber 1892 J^ in der Deutschen Gesellschaft fr etliische Kultur zu Berlin von "Wilhelm Foerster, Professor mul UiT-ector der Knigl. .Sternwarte zu Berlin. 18 Seilen gr. 8\ Preis 30 Pf. Ferd. Dnunlers Verlagsbiichliandluug in Berlin SW. 12. Vor K\irzem erschien: Ethische Cultur" und Ihr Geleite. I. Motzsche-Xarreil (in der ,,Ziikunft" mul io der Cegcnivarl"). II. AVlfe in Fuchspelzen (2 Kirckiizeitungen.) Von Ferdinand Tnnies. 32 Seiten gr. 8. Preis 75 Pfennig. "S Mitteilungen d.u- Die Begrndung" eini'r Oesellscliaft fr etliisclie Kultur. Enthlt u. A. einen authentischen Bericht ber die konsti- rr ^ tuirendfi Generalversannnlung der Deutschen Gesellschaft i'r Einleitungs - Rede gehalten am 18. October 1892 zu Berlin. Von Wilhelm Foerster, Profe.ssor und Director der Kgl. Sternwarte z Berlin. 21 Seilen gr. S". Preis 40 Pf. Ferd. 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ISOS 1S92. fn]DT ^[m OtJl f^lJi f^t^ r^tjTf^'^N'^ f^^ f^t^ nJi^ nJtn [xJin pJtn r^'Ji nJi^[^tm^lJi [^Jtn pJt^ pJ^ pJ'Ji [^i^pJ[JTi^ltn N^iuf ^ IS In unstu-em Verlage erschien und ist durch jede Biuli- i handlunjr zu beziehen: Das Rtsel des Hypnotismus und seine Lsung. Vu Dr. Karl Friedr. Jordan. ZwrUe, um r/earbeiMe und stark vermehrte Auflage der Srhrift [| ,J)as liiilsrl lies llypnolisDiits". 84 Seiten gr. 8. Preis 1^20 Mark. s: $IU jnicitcr 2!cil iiiifrcr frrfeliili uni) grmctiiucrfliiiitilid) n<^i4tir6cnrit ^lllgcmcincn Sinflcr func" cr(il)icii focbcit: = % Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung' in Berlin SW. 12. [| Isi ra -Z '^J'l^ l*' inc ollgomcinc l'anbcefunbc ^^. W f %^ ^^ -^ * IHit lOObhilbungrn imci-t, 14-S(U-trnu. V- V I 22 aftlii in t)olj|";ljuitt un QTljroiiiotiniri!. fit ^albfranj gtbunbfit 15 ;flk. (9 1.), oin in 13 fficfcnnigfn ju je 1 ;fllk. (60 iSr.). n5fiil|iiiriir Prorpclc holU'iifrri. S! Sovjnljv evfcljicn: 9lfvifn" ticn *l>nif. Dr. 3l>. ieucrc.. 3n S^aUifmivi gobutitieii IS'JJit. (7 gi. 20 Sr.). en ndifteii Sanb (1H!)3) unvb 9lmcrito" bilbeii. Sa cfamtmett ift nuf fnf Snbe (jebev Erbteil ein SJnnb) bered^net. lUnlnn ^re i1ililiiiiirii].iliirrljfit rutHiliifr. iit fri}t',iii ^I1I^ ILUfit. :^ Vor Kurzem erschien: Die Luftliiille der Erde, der Planeten und der Sonne. Von T^. Grraf von Pfeil. 54 Seiten gr. 8. Preis I IVIark. zz^ Zn beziehen dnrdi allf Bueliliandliingen. Ferd. Dinralers VerlagsbuctihandluDg in Berlin SW. 12. igS?i[^[rgg5i^tnigFi[;;a55a5g555gr3if3[^5S55g5r>''^5SS5555gg555tS]| In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. I2 erschien : Die Bakterien und die Art ihrer Untersuchung Dr. Robert Mittiiiann, (SciLler des I'xofessor KIocH.) MU 8 Holzschnitten. (Sonder-Abdruck aus der Naturw. Woclienstdirift.' Preis I IVIark. U~4W*-*^^^^^^'*^-4^^^4-4*^^T4W4^W4W4W?^^WWW*tl* In Ferd. 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Beilagen nach Uebereinknnft. Inseratenannahme bei allen Annocenbureaux, wie bei der Expedition. Abdrnck ist nnr luit volIstnrperlichc Leiden erscheinen, whrend sie doch in Wirklichkeit nichts Anderes sind, als die uothwendigen krperlichen Folgen rein geistiger Vorgnge und daher auch nur mit diesen letzteren zu- sammen wieder verschwinden knnen. Derartige krank- hafte Zustnde entstehen sowohl, wenn ein einmaliger, aber ungewhnlich heftiger psychischer Shok eine an- haltende hochgradige Erregung des Bewusstseins ver- ursacht, oder wenn eine hnliche Wirkung durch an sich leichtere, aber hufig wiederkehrende uud in ihrer Wir- kung sich daher sunnnirende Einflsse erzielt wird. Fr die praktische Bedeutung dieser Vorgnge ist aber Nichts von so einschneidender Wichtigkeit, wie die Thatsache der ungemein grossen individuellen Unter- schiede in Bezug auf ihre Strke und Ausdehnung, sowie die Leichtigkeit ihres Eintritts. Wie wir verschiedene krperliche, so mssen wir auch verschiedene geistige Constitutionen annehmen, zu deren wesentlichsten Unter- scheidungsmerkmalen gerade die besondere Beschatfenheit des Abhngigkeitsverhltnisses zwischen seelischen und krperlichen Vorgngen besteht. Dabei kann aber kein Zweifel darber sein, dass diese Unterschiede ihrem Wesen nach vorzugsweise auf dem geistigen Gebiete selbst liegen, dass also die Leichtigkeit des Eintritts psychisch bedingter krperlicher Strungen nicht etwa auf einer abnorm schwachen Widerstandskraft des Krpers beruht, sondern 36 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 4. Von der besonderen Leichtigkeit und Hufigkeit des Ein- tritts abnorm starker seelischer Erregungen abhngt. Wenn man gegenwrtig die gewhnlichen leichten Grade krperlich hervortretender, aber psychisch bedingter Reiz- oder Depressionserscheinungeu als Nervositt" be- zeichnet, so mssen wir wohl daran festhalten, dass die Nervositt im Sinne der Wissenschaft eine besondere geistige, aber keine krperliche Constitution bezeichnet. Wohl kann sie zuweilen erworben und daher vielleicht im Zusammenhang mit gewissen krperlichen Veranlassungen entstanden sein; in den meisten Fllen ist sie aber nichts Anderes, als ein Ausdruck der besonderen geistigen In- dividualitt, welche zweifellos durch die Verhltnisse des usseren Lebens, durch Schicksal, Erziehung und Selbst- beeinflussung niodificirt und in Schranken gehalten werden kann, deren innerstes Wesen aber vllig zu unserer von Geburt an gegebenen Eigenart gehrt und ein Erbtheil unserer Natur ist. Eine genauere psychologische Analyse der Nervositt lsst den in der Besonderheit des geistigen Naturells ge- legenen Ursprung derselben fast immer deutlich erkennen. Eine derartige Analyse fhrt zur genaueren Feststellung- aller Eigenthmlichkeiteu des nervsen" Bewusstseins. Wir erkennen dann, dass das nervse" Bewusstsein durch das besondere hufige und leichte Auftauchen gewisser Vorstellungen und Vorstellungsgrnppeu cliarakterisirt ist, ebenso wie durch das erleichterte Eintreten gewisser Associationen mit anderen Vorstellungen meist ngstlichen und schreckhaften Inhalts, und endlich durch die auf- fallende .Schwche der Hemmung, welche unter normalen Verhltnissen derartige ngstliche Vorstellungen durch andersartige ihnen entgegenwirkende Vorstellungen er- fahren. Auf die auf den Zustand des eigenen Krpers sich beziehenden Vorstellungen ngstlichen Inhalts, die hypo- chondrischen Vorstellungen, geht St. specieller ein. Der Einfluss und die Bedeutung derartiger Vorstellungen, von denen nur wenige Menschen vllig frei sind, und deren Ursprung ja zum Theil in den vollkommen be- rechtigten Gedanken der Vorsicht und der Selbsterhaltung gelegen ist, knnen kaum hoch genug angeschlagen wer- den. Denn nicht nur, dass hierdurch zahlreiche sonstige Vorstellungen und Thtigkeiten eine nicht unbetrchtliche Hemmung erfahren: die hypochondrischen Vorstellungen sind selbst unmittelbar die Ursachen einer grossen Reihe abnormer krperlicher Zustnde. Bei ihrer gewlmlicheu Lebhaftigkeit und der besonderen Art ihres Inhaltes wer- den sie zunchst alle jene allgemeinen P"'olgeersc]ieinungen hervorrufen, deren nothwendiges Auftreten bei jeder str- keren seelischen Erregimg berhaupt bereits bekannt ist. Ausserdem aber sehen wir, dass jede einer Erwartung entsprechende, besonders lebhafte Vorstellung unter Um- stnden die subjective Empfindung des erwarteten Vor- stellungsinhalts hervorrufen kann. Diese Thatsache erklrt uns die Entstehung einer grossen Reihe von Krankheits- zustnden. Wir erkennen, wie durch die blosse Angst vor einem Magenleiden alle subjectiven Empfindungen eines solchen, durch die Fmcht vor einem Herzfehler alle subjectiven Erscheinungen desselben entstellen. Immer ist hier die Vorstellung das Primre, der krperliche Zustand die nothwendige Folge. Nicht von eingebildeten Krank- heiten drfen wir da sprechen, sondern von Krankheiten, die dur^h Einbildung, d. h. durch Vorstellungen entstanden sind. Wie weit diese Beeinflussung des Krperlichen durch das Vorstellungsleben reichen kann, ahnt derjenige nicht, der diese Verhltnisse nicht eingehend studirt hat. Denn in ihrer weiteren Entwicklung und Ausbildung knnen die leichtesten Strungen dieser Art schliesslich in eine vllige Unordnung und Auflsung aller normalen Beziehungen zwischen den ki'perlichen und geistigen Vorgngen aus- arten. Die Vorstellung der Lhmung kann zu wirklicher Lhmung, die Vorstellung einer erwarteten Empfindung zur Hallucination fhren. Nimmt man hinzu, wie hierbei in Wirklichkeit oft noch die Wahnvorstellungen eines von vornherein krankhaften Bewusstseins eine Rolle spielen, so gewinnt man eine Einsicht in die Entstehung jener schweren und traurigen Krankheitszustnde, bei denen sich die krankhafte Erregung der Vorstellungen in dem vlligen Verlust jeder geordneten Willensthtigkeit oder in den Visionen der Extase ussert. Nur durch die Analyse der einfachsten Verhltnisse knnen wir auch fr diese verwickelten Zustnde den Faden des Verstndnisses ge- winnen. Die Beeinflussung der Krperlichkeit durch die Zu- stnde unseres Bewusstseins geschieht nun nicht nur in ungnstiger, sondern ebenso hufig in einer die Beziehun- gen beider zu einander regelnden und von Neuem be- festigenden Weise. Whrend die lebhafte Vorstellung eines gefrchteteu Uebels hufig die subjectiven Empfindungen der scheinbar bereits bestehenden Krankheit hervorruft, wird andererseits die Vorstellung der sicher gefundenen Hlfe in einem solchen Falle auch sofort die angstvolle Aufregung des Bewusstseins und damit auch alle hier- durch entstandenen krperlichen Folgezustnde beseitigen. Durch das Auftauchen der neuen beruhigenden Vorstellung wird die vorhergehende bengstigende aus dem Bewusst- sein verdrngt. Diese Verhltnisse sind so einfach, dass sie einer aufmerksamsn und denkenden rztlichen Beobachtung nie- mals ganz entgangen sind. Jedoch der volle Umfang ihrer Wirksamkeit und Bedeutung kann erst jetzt richtig beurtheilt werden, seitdem wir ein eingehenderes Ver- stnduiss fr den psychischen Ursprung so zahlreicher, scheinbar rein krperlicher Krankheiten und Krankheits- syraptome gewonnen haben. Insbesondere ist es ein Um- stand, den man von den ltesten Zeiten an bis in die Gegenwart hinein hufig bersehen hat. Der erwhnte p.sychische Factor, nmlich der Einfluss der Vorstellungen auf die Beseitigung zahlreicher, scheinbar krperlicher Krankheitssymptome, wird sich natrlich oft auch allen sonstigen rztlichen Hlfeleistungen beigesellen. Denn selbstverstndlich wird das Auftauchen der neuen, die Hofl'nung und die Ueberzeugung der wiederkehrenden Ge- nesung ausdrckenden Vorstellungen in den meisten Fllen nur durch ussere Anlsse hervorgerufen, indem das Be- wusstsein den Glauben an die Wirksamkeit irgend welcher allgemein verbreiteter oder ihm durch sonstige Neben- unistnde besonders heilsam erscheinender Mittel gewinnt. Hierdurch entsteht aber nicht nur fr den Kranken, son- dern ebenso fr den Arzt eine ergiebige Quelle von Irr- thmern. Denn auch der letztere versumt es nur zu leicht, neben den unmittelbaren Wirkungen der von ihm getroffenen Maassnahmen, gleichzeitig auch die Bedeutung der hierdurch bei dem Patienten hervorgerufenen Vor- stellungen in Betracht zu ziehen. So kommt es, dass die Aerzte oft lange Zeit hindurch von der specifischen Wirksamkeit gewisser Heilmittel berzeugt sind, whrend doch die in der That beobachteten gnstigen Heilerfolge keineswegs diesen Mitteln selbst, sondern in Wirklichkeit nur dem auf sie gesetzten Vertrauen entspringen. So er- klrt sich denn auch, warum die neu entdeckten Medi- camente so hufig ihre anfangs allgemein gepriesene Heil- kraft schon nach wenigen Jahren wieder verlieren. An- dererseits sind uns aber auch jetzt, seitdem wir eine genauere Keunfniss von der Maclit der Vorstellungen auf gewisse krperliche Zustnde gewonnen haben, zahlreiche Vorkommnisse leicht erklrlich geworden, die frher von dem Nebel des Geheimnissvollen und Wunderbaren ver- Nr. 4. Naturwisseiiscbaftliche Wochenschrift. 37 hllt waren. Selbst in den durch die Leg\'iidenbildung- und durch aberglubische Uebcrtreibunj;- hufig- noch aus- geschmckten Erzhlungen von den berraschenden Hei- lungen schwer Kranker, Gelhmter, Besessener u. dgl. durch wunderkrftige Bilder und ]leli(|uien, durch Zauberei und Hexenkunst, durch Sympathie, Homopathie und Heil- magnetismus, erkennen wir den wahren Kern wirklich erlebter, aber freilich falsch gedeuteter Tbatsaciien, und verstehen, wie allein durch diesen thatschlichen Kern der Glaube an dei'artige bernatrliche Heilkrfte genhrt und verbreitet wird. Theils in unndttelbarer Fortsetzung der berlieferten, theils in neuen Formen wird die Macht der Vorstellungen noch gegenwrtig in absichtlicher oder in unbewusster Weise tagtglich gebraucht, um den Ruhm gewisser Heilknstler zu mehren und den Glauben au gewisse Heilkrfte zu unterhalten. Die Macht der Vor- stellungen ist die gefhrlichste Waft'e, welche dem soge- nannten Kurpfuscherthum in seinem Kam])fe gegen die wissenschaftliche Heilkunde zu Gebote steht. Die Wissenschaft hat nun die Grenzen festzustellen, bis zu welchen die Macht der Vorstellungen reicht. Dieses Machtgebiet ist natrlich ein beschrnktes, die ganze Flle der sogenannten organischen, anatomischen Krankheits- processe entzieht sich so gut wie ganz diesem Einflsse. Nur, was durch Vorstellungen entstanden ist, kann auch auf diese Weise wieder beseitigt werden, und wenn eine genauere Einsicht uns auch gezeigt hat, dass die psychisch bedingten Kraukheitszustude weit hufiger und mannig- faltiger sind, als man frher geahnt hat, so wre doch eine Uebertreibung dieser Thatsachen eben so tadelns- werth, wie eine Unterschtzung derselben. Jedenfalls wird sich die wissenschaftliche ziel- und zweckbewusste An- wendung der psychischen Therapie streng unterscheiden von der immer halb unbewussten und ganz unverstandenen Verwerthung der gleichen Einwirkungen durch den Schwr- mer oder den Charlatan. Wie schwierig es aber gewesen ist, den Standpunkt zur riclitigen Beurtheilung dieser Ein- wirkungen zu gewinnen, geht schon daraus hervor, dass selbst Kant, der vor beinahe 100 Jahren eine Abhandlung verfasst hat von der Macht des GemUths, durch den blossen Vorsatz seiner krankhaften Gefhle Meister zu sein", doch ein sehr ungengendes Verstndniss der hier in Betracht kommenden Vorgnge hatte. Kant betont nur, wie die durch einen festen Willen erfolgende Ab- lenkung der Aufmerksamkeit von den krankhaften krper- lichen Empfindungen diesen den Eintritt in das Bewusst- sein erschwert oder unmglich macht, whrend ibm der ausgedehnte direete Einfluss der Vor.stellungen auf das krperliche Befinden selbst und auf das ungestrte Zu- sammenwirken der seelischen und krperlichen Vorgnge noch fast gnzlich unbekannt war. Der Arzt Hufeland, auf dessen Anregung hin Kant seine oben erwhnten Bemerkungen niedergeschrieben hat, war durch seine rzt- liche Erfahrung schon zu einer viel eingehenderen Kennt- niss und richtigeren Beurtheilung der betreffenden Ver- hltnisse gelangt. Die Ziele der psychischen Therapie sucht die gegen- wrtige Medicin vielfach durch die Methode der hypno- tischen Suggestion" zu erreichen. Hypnotismus, d. h. das knstliche Hervorrufen eines schlafhnlichen abnormen psychischen Zustandes, und Suggestion, d.h. die feste Einfgung einer bestimmten Vorstellung in das Bewusstsein eines Anderen sind die neuen Schlagworte, deren Gebrauch, wie es bei neu ein- gefhrten Ausdrcken so hufig der Fall ist, zwar der raschen Verljreitung der Sache selbst dienlicii ist, anderer- seits aber auch nur zu oft einem oberflchlichen und mangelhaften Verstndniss als bequemer Deckmantel dient. Bekanntlich ist nur das Wort Hypnotismus" neu; die Keuntniss der hypuntischen Erseheinungen reicht nnn- destens ebenso weit zurck, wie berhaupt unsere Kunde von der Vergangenheit. Was wir von den wundersamen Knsten der alten indischen Fakire, von den marokkani- schen Marabuts, von den Mnchen auf dem Berge Athos lesen, was viel spter unter dem Xamen des Sonmam- bulismus, Mesmerismus und des thierischen Magnetismus zahlreiche Geister in die grsstc Aufregung und \'er- wirrung gebracht hat dies Alles ist sicher genau das- selbe, was gegenwrtig unter dem Namen des Hypnotismus endlich das wissenschaftliche Brgerrecht erworben hat. Freilich war es nicht ganz leicht, aus dem durch Aber- glauben und Vorurtheil verworrenen Knuel falsch ge- deuteter und daher scheinbar rthselhafter Beobachtungen den wahren Kern der Thatsachen herauszuwinden, und manche Aerzte knnen sich auch jetzt noch nicht von den letzten Spuren eines veralteten Mysticismus vllig frei machen. Im Allgemeinen besteht aber unter den wissen- schaftlichen Forschern ber das Wesen des Hypnotisnms keine erhebliche Meinungsverschiedenheit mehr. Wir wissen jetzt, dass alle die mannigfaltigen hypnotischen Erschei- nungen, der knstlich hervorgerufene hypnotische Schlaf, die hypnotische Muskelstarre, die Gefhllosigkeit, endlich das hypnotische Irresein mit seinen Hallucinationen nichts Anderes sind, als neue Beweise fr die Macht der Vor- stellungen auf die Zustnde unseres Krpers. Wir wissen ferner, dass alle die verschiedenen frher angewandten besonderen Methoden zur Hervorrufung der Hypnose, das anhaltende Fixiren glnzender Glasknpfe, das Heran- bringen schwingender Stimmgabeln oder starker Magnete, das leise und regelmssige Bestreichen der Haut' durch den vermeintlichen Magnetiseur" u. s. w. an sich gar keine besondere Wirkung haben, und dass nur die durch alle diese Manipulationen erzeugten Vorstellungen die eigentliche Ursache des eintretenden hypnotischen Zu- standes sind. Freilich muss man sich hufig derartiger Mittel bedienen, um eben in den zu hypnotisirenden Per- sonen jene wirksamen Vorstellungen von dem bevorstehen- den und vermeintlich nothwendigen Eintritte der Hypnose in der erforderlichen Lebhaftigkeit und Ueberzeugungs- kraft hervorzurufen. Von wesentlicher unmittelbarer Be- deutung sind sie aber nicht, wie schon allein daraus hervorgeht, dass in sehr vielen Fllen die einfach ge- sprochene Versicherung ..Sie werden jetzt einschlafen" oder der mit dem scheinbar sicheren Gefhl der Macht ertheilte Befehl schlafen Sie jetzt ein" gengt, um ein empfngliches Bewusstsein in den hypnotischen Schlaf zu versetzen. Natrlich wirkt hierbei stets eine Menge von Nebeuvorstellungen mit, die sich in der Regel auf den bereits bewhrten Ruf des Hypnotiseurs und auf bekannte frhere Erfolge desselben bei anderen Personen beziehen. So erklrt sich die z. Th. noch jetzt verbreitete Meinung, als ob die Fhigkeit des Hypnotisirens nur gewissen be- stimmten Menschen verliehen sei, als ob der Wille" ge- wisser Personen als solcher eine besondere objective, ber die eigene Individualitt hinausreichende Kraft besitze. Jener scheinbare Nimbus aber, mit dem der Hypnotiseur sich oft umgeben muss, um die beabsichtigten Wirkungen zu erzielen, birgt die grosse Gefahr in sich, dass der letztere nur zu leicht die schmale Grenzscheide zwischen erlaubter und unberechtigter Tuschung verliert und dann unrettbar dem Charlatanismus verfllt. Die Verwendung des Hypnotismus zu Heilzwecken geschieht in der Weise, dass dem zuvor hypnotisirten Kranken die Vorstellung von der hiermit bereits erfolgten Heilung oder wenigstens bedeutenden Besserung seines Zustaudes suggerirt wird. Die vorausgehende Hypnose ist dabei von Vortheil, weil der Kranke schon durch den Eintritt derselben die festeste Ueberzeugung von dem 38 Naturwissenschaftliche Wocbenschvift. Nr. 4. mclitigeii Einflsse des Hypnotiseurs auf seinen Zustand gewonnen hat und daher fr die Aufnahme der zweiten heilenden Vorstellung aufs Beste vorbereitet ist. In der That sind mit Hlfe des Hypnotismus auf diese Weise bereits zahllose, oft anscheinend hchst wunderbare Hei- lungen erzielt worden. Zur hufigen berufsmssigen Ausbung des Hypno- tisirens gehrt eine ganz besondere Neigung und auch ein gewisses schauspielerisches Talent. Mit" dem allge- meinen Bekanntwerden der hypnotischen Erscheinungen und der zunehmenden Einsicht in ihre Entstehung msste ihr Glanz bald verblassen, und der gerade hier besonders zu frchtende Schritt vom Erhabenen zum Lcherlichen wrde dem Hypnotismus vollends den festen Boden ent- ziehen. Es ist kaum denkbar, dass ein geistig normaler Mensch, der genau weiss, was Hypnose ist, von einem anderen hypnosirt werden kann. Gegen wirkliche Er- kenntniss haben blosse Vorstellungen keine Macht mehr. Der Zustand der Hypnose besteht in der absichtlich hervorgerufenen Lockerung, ja z. Th. vlligen Lsung der normalen festen Verknpfung zwischen den seelischen und den krperlichen Vorgngen. Ist diese Verbindung aber einmal oder sogar hufig gelockei't worden, so verliert sie zweifellos dauernd an Festigkeit, und es besteht nun die Gefahr, dass bei oft hypnotisirten Personen hnliche Zu- stnde auch ohne rztliche Absicht auf sonstige Veran- lassungen hin auftreten. Schon der Zustand der Hypnose selbst muss unbedingt als etwas Abnormes, Krankhaftes an- gesehen werden*). Genau dieselben Erscheimmgen, welche bei der Hypnose absichtlich hervorgerufen werden, keimt der Arzt auch als keineswegs seltene primre, natrlich auch psychisch bedingte Krankheitszustnde, die er mit dem Namen der Hysterie bezeichnet. Die hypnotischen Zustnde und die Erscheinungen der Hysterie sind ihrem innersten Wesen nach aufs Engste mit einander verwandt. Die Hypnose ist nichts Anderes, als eine knstlich hervor- gerufene schwere Hysterie. Bei der Anstellung hypnotischer Versuche ist daher stets die Gefahr vorhanden, dass hier- mit die Veranlassung zum Ausbruche schwerer hysterischer Erscheinungen gegeben wird, und wenn auch die wissen- schaftlich gebildeten Hypnotiseure diese Gefahr kennen und nach Mglichkeit zu vermeiden wissen, so bleibt der Hypnotismus doch stets ein zweischneidiges Schwert, welches, zumal bei nicht ganz einsichtsvoller Anwendung, wie die Erfahrung schon fter gezeigt hat, manches Unheil an- richten kann. Alle diese Einwendungen wren aber belanglos, wenn wirklich durch den Hypnotismus Heilerfolge zu erzielen wren, die man auf andere Weise nicht erreichen kann. Dies ist aber nicht der Fall. Nur so lange in der Me- diciu die Anwendung der psychischen Heilfactoren ber- haupt nicht die gengende Beachtung fand, konnte der Hypnotismus zahlreiche Triumphe feiern ber die Arznei- wissenschaft der herrschenden Schulen. Seitdem die Aerzte aber zu einer klareren Einsicht in das Wesen der zahl- reichen psychisch bedingten Krankheitszustnde gelangt sind, fngt auch eine rationelle psychische Therapie an sich zu entwickeln, welche jener knstlich geschaffenen Bewusstseinsstrungen der Hypnose und jenes scheinbaren Nimbus besonderer geheimnissvoller Krfte nicht mehr bedarf, sondern in der wissenschaftlichen Erkenntuiss und psychologischen Analyse der krankhaften Vorgnge selbst den Punkt findet, wo eine unmittelbare psychische Be- einflussung des Kranken die abnormen Zustnde desselben zu beseitigen im Stande ist. Eine derartige psychische *) Auch der Psychologe W. Wuiidt iu Leipzig hat sieh neuerdings' in seinem Buch Hypnotismus und Suggestion" dahin ausgesprochen, dass die liypnotischen Erscheinungen in das Gebiet der Pathologie gehren. Red. Therapie haben die bedeutenden Aerzte aller Zeiten ge- trieben. Den weitreichenden Einfluss dieser Therapie, freilich ebenso auch ihre durch die Natur der Dinge gegebenen Grenzen lernen wir aber erst jetzt vllig wr- digen, seitdem wir den tieferen Sinn des alten Satzes erkannt halien, dass der vollkommene Arzt des Krpers zugleich auch ein Arzt der Seele sein msse. SchmetterHngsfaiig durcli Drosera rotiindifolia L. In No. 52 des Bd. VII der Naturw. Wochenschr.'- ver- fientlichte Herr P. Krefft eine Beobachtung ber den Sehmetterlingsfang von Drosera intermedia. In dieser Verffentlichung und der angefgten Note wird die Jleinung ausgesprochen, dass Drosera rotundifolia ihrem Bau nach nicht recht zum Sehmetterlingsfang geeignet sei. Ich theile deshalb eine Beobachtung mit, "die "ich am 26. Juli vorigen Jahres auf einer Sumpfwiese bei Pansa im schsichen Voigtlande gemacht habe. Auf dieser Wiese war Drosera rotundifolia L. (es kommt im Voigtland nur diese eine Art vor) weit verbreitet, an einigen Stellen sogar zu dichten ppigen Polstern gehuft. Auf einem solchen Polster, von ungefhr 40 cm im Quadrat, hatten sieh acht Kohlweisslinge gefangen, die abgesehen von einigen noch lebenden verschiedene Grade der Zerset- zung zeigten. Vielfach war nur ein Theil der Beine, der Flgel oder des Hinterleibes festgeklebt, aber die Thiere Sassen trotzdem fest. Manchmal betheiligten und unter- sttzten sich auch 2 3 Bltter beim Fang eines Schmetter- lings. Hierbei konnte man beobachten, dass nicht nur die Tentakeln sich ber die gefangenen Theile zusammen- neigten, sondern mitunter auch die dicken fleischigen Bltter sich mit ihren Rndern aufwrts krmmten, ja vollstndig nach oben zusammenschlugen, so dass der be- treftendc Theil des Thieres dann von den Blatthlften um- schlossen wurde. Durch die todten Schmetterlinge wurden auch kleine schwarzbraune Ameisen angelockt, die geschickt, aber sehr vorsichtig zwischen den Blttern des Sonnenthaues herumkrochen, aber sofort zurckwichen, sobald sie sich den entgegenstarrenden Drsenwimpern des Blattes nherten. Auf die Bltter selbst kroch keines der Thiere, und ich konnte, trotz eifrigen Sueheus, auch keine ge- fangene Ameise auffinden. Auf einer zweiten nicht viel grsseren Stelle derselben Wiese, die durch einen kleinen Teich von der ersteren getrennt war, fanden sich zehn durch die Drosera ge- fangene Kohlweisslinge. Hier wie dort deuteten herum- liegende Flgelreste auf den schon lnger betriebenen Fang hin. Auflllig war es mir, dass, obgleich Drosera rotundifolia L. berall auf der Wiese wuchs, die Schmetter- linge sich doch nur an den erwhnten zwei Stellen und noch dazu in so grosser Menge gefangen hatten. Es schien mir, als ob nicht die einzelnen Sonnenthaupflanzen, sondern ein zufllig gefangener Kohlweissling das An- lockungsmittel fr die brigen gewesen wre, und ich er- innerte mich hierbei der schon oft gemachten Beobach- tung, dass ein einziger Kohlweissling, der sich auf einer feuchten Stelle eines lehmigen Feldweges niederlsst, ganze Schaaren vorberfliegender Schmetterlinge anlocken kann, die sich dann dicht gedrngt um ihn schaaren. Die vorstehende Beobachtung zeigt, dass die Drosera rotundifolia ebenso zum Sehmetterlingsfang geeignet ist, wie ihre beiden Schwestern. Dr. Schorler. Asboliu ^on Braconnet aus dem wsserigen Auszug des Kienrusses bereitet und als ^Mittel gegen Schwindsucht angewendet, besteht nach einer Untersuchung von Behal und Desvigues (Gompt. rend. 114, 1541) aus Brenzcatechin Nr. 4. Naturwissenschaftliche Wo chenschrift. 30 C.H-Oa (Sdp. 240 bei 761 mm) luid Homobreiizcatechin C^HgOo (Sdp. 251252 bei 750 mm). Letzteres erwies sich als identisch mit dem bereits bekannten Krper gleicher Zusammensetzung. Sp. Ein neues Oiundgesetz der Ernhrung und die Quelle der Muskelkraft. E. Pflger hat ber diesen Gegenstand eine Anzahl ausfhrlicher Abhandlungen ver- tfentlicht (Arcli. f. d. ges. Physiol. 50,98,,.j3,,)96; 51,,o9,3n; 52,1 ,..39), welche sich gegen die aus Pettenkofer und Voit's Versuchen abgeleiteten Gesetze richtet. Seine hauptsch- lichsten Resultate sind: 1. Eiweiss, in gengender Menge verfttert, ist die alleinige Quelle der Muskelkraft; nur bei Mangel an diesem findet Ersatz durch Fette und Kohlen- hj'drate statt. 2. Das Krperfett bildet sich nicht aus Eiweiss, sondern aus den berschssigen (d. h. das Be- drfniss des Krpers bersteigenden) Mengen von Fett und Kohlenhydraten. Sp. Der Planet Jnpiter, der ebenso wie Mars zur Zeit nnier mehr von der Erde zurckweicht, wird Ende Januar in seiner nach Osten gerichteten Bewegung vom letztgenannten Planeten berholt. Am 23. Januar kommen beide Planeten in eine bemerkenswerthe Constellatiou mit dem Monde. Fragen und Antworten. Aus welchem Material bestehen die essharen in- dischen Vogelnester''? L. Ihre Frage bezieht sich wie Sie sagen auf die Mittheilung S. 530531 Bd. VII der Naturw. Wochen- schrift" ber die Verwendung der Algen, indem Sie an- nehmen, dass die indischen Vogelnester aus Algen-Material zusammengesetzt sind, welches die Vgel mit ihrem Speichel vermischen. Diese Annahme ist aber irrig. Der Reisende F. Jagor macht in seinem Buche Singapore Malacca Java" (Berlin 1866) diesbezglich die folgende Mittheilung. lieber den Stotf, aus dem die Nester bestehen, herrschten bis vor Kurzem sehr abweichende Vorstellungen. Erst Dr. Bernstein beschrieb nach wiederholten sorgflti- gen Beobachtungen ihre Entstehung, sowie er auch der Gattung Collocalia Gr., die Bonaparte wieder zu den Schwalben gestellt hatte, in Folge genauer anatomischer Untersuchungen ihre richtige Stellung im System in der Familie der Cypseliden anwies und dadurch Gray's frhere Klassifikation, ohne sie zu kennen, besttigte. Nach Bernstein*) kennt man von der Gattung Collo- calia bis jetzt nur vier Arten: C. esculenta Lath., C. nidi- fica Lath.", beide auf Java einheimisch, C. troglodytes Gr. & Mitch., den Molucken und Philippinen und C. fran- cica, allein der Insel Mauritius angehrend. Die Nester von C. esculenta, seit Jahrhunderten bekannt und oft be- schrieben, haben im Allgemeinen die Form einer der Lnge nach geviertelten Eiscljale, die mit einer Seite am Felsen klebt, welcher die Rckwand des Nestes bildet. Von beiden Enden gehen flgelartige Ausbreiten aus, die mit ihrer flachen Basis am Gestein festsitzend, die Hauptsttze des Nestes bilden, das aus einer sehr dnnen, durchscheinenden, weissen oder brunlichen Masse besteht, die am meisten Aehnlichkeit mit Hausenblase hat und wellige Querstreifen zeigt. C. nidifica, die auf Java wohl noch hufiger ist, als die andere Art, wohnt in weniger unzugnglichen Hhlen und baut ihre Nester, die den an- dern sehr hnlich sehen, zum grossen Theil aus Pflanzen- bestandtheilen, welche durch die leimartige Sub.stanz an einander geklebt werden, whrend die Nester von C. es- culenta ausschliesslich aus dieser Substanz bestehen. Einige hielten diesen Stoff fr den verhrteten Saft eines Baumes, Calambone*), andere fr Seetang, vom Vogel verzehrt und wieder ausgespieen; doch hat mau in seinem Magen nie Spuren von Pflanzenstotf, sondern nur Insekten gefunden. Einen Kropf, in dem die Metamorphose vor sich gehen knnte, besitzt der Vogel nicht. Bernstein fand aber an ihm ungewhnlich entwickelte Speichel- drsen, besonders glandulae sublinguales, die zur Zeit des Nestbaues ausserordentlich anschwellen, dann wieder kleiner werden, und spter die gewhnliche Grsse dieses Organs bei verwandten Vgeln nicht bertreffen. Sie sondern einen dicken, zhen Schleim ab, der sich in grosser Menge an der Oeft'nung der Ausfhrungsgnge dieser Drsen, vorn unter der Zunge, anhuft. Die Masse hat, oberflchlich betrachtet, grosse Aehnlichkeit mit einer sehr dicken Lsung von Gummi Arabicum, trocknet schnell an der Luft und stimmt auch, unter dem Mikroskop be- trachtet, vollstndig mit der Substanz der Nester berein. Bernstein beobachtete mehrere Male diese Vgel beim Nestbau. Sie fliegen wiederholt an die gewhlte Stelle und drcken mit der Zungenspitze einen Tropfen des Speichels gegen die Felswand. Dies wiederholen sie zehn- bis zwanzigmal, ohne sich mehr als eine^EUe weit vom Platz zu entfernen, sie mssen also das Material, das sich schnell wiedererzeugt, in grsserer oder geringerer Menge bei sich fhren. So entsteht als Grundlage des Nestes eine hufeisenfrmige Erhhung, der [Vogel klammert sieh daran und vergrssert, indem er mit dem Schnabel hin- und herfhrt und den Schleim am Rande aufsetzt, das Nest, wodurch auch die oben erwhnten Streifen ent- stehen. Alle diese Angaben beruhen nicht auf Vermu- thungen, sondern sind die Ergebnisse von Dr. Bernstein's wiederholten, mit grosser Umsicht angestellten Beobach tungen. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Es wurden ernannt : Dr. Leo Grunmach von der technischen Hochschule Charlottcnburg-Berlin zum Professor der Physik. Der ausserordentliche Professor an der thierrztlichen Hochschule in Budapest, Dr. Leo Lieberniann , zum Director des chemischen Landesinstitutes und der cliemischen Ceutralversuchsstation in Budapest. Professor von Lenhossek in Basel zum Prosector an der Universitt Wrzburg. Dr. M. Gurke zum Gustos am Kgl. botanischen Garten zu Berlin. Es haben sich habilitirt: Dr. A. Wieler fr Botanik an der technischen Hochschule in Braunschweig. Dr. med Felix Hirschfeld, Assistent an der inneren Abtheilung des stdtischen Krankenhauses Moabit, als Privatdocent fr innere Medicin an der Universitt Berlin. *) Over de zoogenoemde eetbare Vogelnesten. Beitrge zur nheren Kenntniss der Gattung Collocalia Gr. L i 1 1 e r a t u r. Otto Hamann, Entwicklungslehre und Darwinismus. Eine kritische Darstellung der modernen Entwicklungslehre und ihrer Erklrungsversuche mit besonderer Bercksichtigung der Stellung des Menschen in der Natur. Gemeinfasslich geschildert. Mit IG Abbildungen. Verlag von Hermann Costenoble. Jena 1892. Preis 8 Mk. In der Einleitung dieses fr Laien geschriebenen, aber diesem wegen der Ansprche, welche Hamann an die Vorkenntnisse des Lesers stellt, nicht verstndlichen Buches behauptet der Verfasser, dass die Lehre Darwin's von seinen Nachfolgern immer von neuem nicht als eine Hypothese, sondern als feststehende heholz liefert, in Java *) Demselben, der das duftende Galioc aber nicht vorkommt. 40 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 4. Thatsache angepriesen werde. Referent wird es schwer zu glauben, dass es dem Verfasser unbekannt gebliehen sein sollte, dass die Naturforscher verliiufig noch von der Darwin'schen Theorie sprechen. Aehnlich wie hier benutzt der Verfasser das gesammte von ihm angefhrte Material, um seinen Ansichten eine mglichst breite Grundlage zu verschaffen: das Buch wimmelt also von Missverstudnissen, wenigstens nach Ansicht des Ref., der viele Aeusserungen herangezogener Autoren anders versteht. Ref. hatte begonnen fr die vorliegende Besprechung diese Miss- vorstndnisse aufzudecken, hat aber bald einsehen mssen,^ dass das der Abfassung eines Buches gleichkommen wrde. Bei dem Lesen des Hamann'schen Werkes drngte sich berdies die Au- sich auf, dass der Autor zu denen gehrt, die nicht bekehrt sein wollen. Nher auf das Buch eingehen, hiesse demnach Eulen nach Athen tragen. Prof. Dr. F. Klockmann, Lehrbuch der Mineralogie. Fr Stu- dirende und zum Selbstunterricht. 2. Hlfte, enthaltend den speciellen Theil mit 173 Textfiguren. Verlag von Ferdinand Enke. Stuttgart 1892. Preis 7,20 Mk. Nachdem vor Jahresfrist der erste Theil des Buches, die allgemeine Mineralogie umfassend, erschienen ist, liegt jetzt der zweite Theil desselben, die specielle Mineralogie enthaltend, vor. Alle die Vorzge, welche an jenem mit Recht anerkannt worden sind, finden sich auch in diesem wieder, besonders die treffende Krze der klaren, erschpfenden Definitionen. Der Umfang des Buches ist geringer als derjenige der bekannten Lehrbcher von Quenstedt, Naumann-Zirkel,' Tschormak und Bauer, aber trotzdem wird man in ihm nichts wesentliches vermissen, wohl aber manches finden, was dasselbe vor jenen voraus hat. Ueberall ist der heu- tige Standpunkt der Wissenschaft gewahrt. Neben der Mor- phologie, den physikalischen und chemischen Eigenschaften der Mineralien, finden auch ihre Lagersttten, ihre Bildung und Umwandlung Bercksichtigung, In einem Anhang werden die nutzbaren Rlineralien, ihre Verwendung und ihr Vorkommen nochmals besonders hervorgehoben. Der systematische Theil zeichnet sich durch Vollstndigkeit aus und besitzt den grossen Vorzug, dass bei den Angaben ber das Vorkommen der Mine- ralien nicht nur Fundorte aufgezhlt, sondern die Art des Auftretens, das Zusammenvorkommen mit andern Mineralien , kurz die geologische Seite des Vorkommens gewrdigt wird; durch diese Verbindung des einzelnen Minerals mit anderen gewinnt die Be- schreibung sicher an Interesse. Das nach einem wohldurchdachten Plan in jeder Hinsicht sorgfltig ausgearbeitete Buch kann auf das Wrmste empfohlen werden. Es wird sieh als Lehrbuch auch zweifellos Isewhren, Wenn man vielleicht bei Bezeichung der Mineralien alte, gute, deutsche und bergmnnisch gebruchliche Namen noch mehr als es geschehen ist, angewendet sehen und hie und da eine Figur etwas schner haben mchte, so knnen doch solche untergeordnete Ausstellungen gegenber den Vor- zgen des Werkes nicht ins Gewicht fallen. Dr. R. Scheibe. Alexander Lainer, Anleitung zu den Laboratoriumsarbelten mit besonderer Rcksicht auf die Bedrfnisse des Photo- graphen, Mit 2-to Ablj. Verlag vnu Willi. Knapp. Halle a. S, 1892. Preis 3 Mk. Das Heft bildet gewissermaasen eine Ergnzung zu dem Lehrbuehe der photographischen Chemie des Verfassers, die dem Photographen von grossem Werth sein drfte. Verf. hat bei den betriebenen Operationen stets auf die einfachste Form ihrer Ausfhrung das Hauptgewicht gelegt. Die Arbeit ist aber nicht ausschliesslich fr den Photographen berechnet, da sie berhaupt solche Operationen und Apparate erwhnt, deren Kenntniss zur Ausbung einfacher analytischer Arbeiten erforderlieh ist. Buddhismus. Von Mittheiluugen nennen wir diejenigen von Rahon ber Sechsfingerigkeit und theilweise Syndactylie; Be- dart, ber vierfache Ectrodactylie an Hnden und Fssen und ihre Vererbung durch drei Generationen , sowie ber einige seltene Flle von Muskel-Anomalien, beobachtet im anatomischen Laboratorium zu Toulouse; F. Regnaul t, ber einen Greiffuss; Emil Potitot, ber das Dolmengrab von Mareuil-les-Meaux; Georges Herve, ber den Schdel von Canstadt; Alphonse Bertillon, Tafel der verschiedenen Farben, welche an der Iris des menschlichen Auges auftreten; Gabriel de Mortillet, ber neuerlichst entdeckte Grabsttten bei Baousse-Rousse (bei Mentone). Ausserdem bringt das Heft den Schluss eines Vor- trages von Varion und Bezancon ber Samenerzeugung und kndigt die VerOfl:'entlichung eines Berichtes ber das Verhltniss der Geburten zur Bevlkerungsmenge im Kanton Beaumont- Hague von A. Dumont und einer Abhandlung ber den Krper- bau des Menschen in prhistorischen Zeiten von Rahon in den Memoiren der Gesellschaft an, F. K, The Geological Magazine. Herausgegeben von Henry Wood- ward und Anderen. Deceuibcr 1892. London, Mit dem vor- liegenden Hefte schliesst der neunte Band der dritten Decade ab. Dasselbe enthlt das Inhaltsverzeichniss fr das verflossene Jahr, 8 Originalaufstze, mehrere Mittheiluugen nach Vortrgen, welche in auswrtigen Gesellschaften gehalten worden sind; Besprechungen neuer litterarischer Erscheinungen; den Bericht der November- sitzung der Londoner Geologischen Gesellschaft; briefliehe Mit- theilungen, Nekrologisches und kleinere Mittheilungen verschie- denen Inhalte.''. An Original-Artikeln sind vorhanden: 1) Arthur Smith Wo od ward Beschreibung des Sclororhynehus atavus aus der Kreide: 2) J. E. Marr Die Wenlock- und Ludlow- Schichten im See-Bezirke; 3) Bullen Newton Ueber das Vorkommen von Chonetes Pratti in den carbouischen Gesteinen West-Australiens; 4) Charles Callaway Ueber den Prozess der Schieferbildung in den Malveru Hills; 5) John Francis Walker Lieber Yorkshire-Thecideen; 6) F. R, Kow])cr- Reed Notizen aus dem Woodward-Museum (ber eine abnorme Form von Platycrinus pileatus, Goldf.); 7) W. F. Hume Be- merkungen zur Geologie Russlands: II, Der Lss; Beschreibung und Eigenart des russischen Lss, Der erste Aufsatz dieser Reihe erschien im September-Heft des Geol, Mag. und behandelte die russische Kreide. 8) Thomas R. Struthers Ueber Granit. Von den brieflichen Mittheilungen nennen wir die- jenigen ber Glaeial-Geologie von R. M. Deeley und Ueber das Mammuth und die Glacial-Drift von A. J. Juk es-Bro w n e. F. K. Einen umfangreichen General-Catalog von Bchern und Se- paraten aus den Gebieten der Geologie, Mineralogie und Palae- ontologie bringt das Comptoir gcologique de Paris" von Paul Pierrotet zur Versendung. Balla Torre, C. G. de, Catalogus hymenopterorum hujusque de scriptorum systematicus et synonymicus. Leipzig, 5 M Eisler, P., Der Plexus lumbosacralis der Menschen, Halle 6 M, Ernst, A., Eine bergmnnische Excursion durch den Ural. Frei- berg. 3 M. Ewing, J, A., Magnetische Induktion in Eisen und verwandten Metallen. Berlin: 8 M, Fischel, F., Untersuchungen ber die Morphologie und Biologie des Tuberculosc-Erregers. Wien. 2 M. Fischer-Sigwart. H Das Gebirge, ein Rckzugsgebiet fr die Thierwelt. Aarau. 1,40 M. Fraas, E., Geologie, in kurzem Auszug fr Schulen und zur Selbst- lielehrung zusammengestellt. Stuttgart. 0,80 INI. Franceschini, R., Die Biologie als selbstndige Wissenschaft. Hamburg. 0,80 M. Pritsch, K., Ueber einige sdwest-asiatische Prunus-Arten des Wiener botanischen Gartens. Leipzig. 1,20 M, Frhner, E., Lehrbuch der allgemeinen Therapie fr Thierrzte. Stuttgart. .5 M. Frohschammer, J., System der Philosophie im Umriss. Mnchen. 3 M. Inhalt: H. Potonie: Das natrliche Pflanzensystem A. Engler's und M, Treub's Untersuchungen zur systematischen Stellung von Casuarina. (Mit Abbild.) - Prof. Dr. H. Schubert: Mathematische Spielereien in kritischer und historischer Beleuchtung. -- Ueber die Entstehung und die Heilung von Krankheiten durch Vorstellungen. Schmetterlingsfang durch Drosera rotundi- folia L. Asbolin. Ein neues Grundgesetz der Ernhrung und die Quelle der Muskelkraft. Der Planet Jupiter. Fragen und Antworten : Aus welchem Material bestehen die essbaren indischi-n Vogelnester. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Litteratur: Otto Hamann: Entwicklungslehre und Darwinismus, Prof, Dr, Klockmann: Lehrbuch der Alineralogie. Alexander Lainer: Anleitung zu den Laboratoriumsarbeiten mit besonderer Rcksicht auf die Bedrfnisse des Photographen. Bulletin de la Societe d'Anthropologie de Paris. The Geologi cal Magazine. General-Catalog. - Liste. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Henry Potoni^, Berlin N. 4,, Invalidonstr, 40/41, fr den Inseratenthe: Hugo Bernstein in Berlin, Verlag: Ferd. Dmmlors Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12. Druck: G. Bernstein. Berlin SW. 12, Bulletin de la Societe d'Anthropologie de Paris. 4, Serie, 3, Band, 3. Heft, Paris. Das Heft umfasst die Monate April bis Juli und enthlt die Sitzungsberichte, Mittheilungen und Vortrge, welche in der Gesellschaft gehalten worden sind. Von letzteren besitzen allgemeines Interesse: Lajard Die Iberische Rasse (Untersuchungen an Schdeln von den Kanarischen Inseln und den Azoren), und Julien Vinson Die Ent Wickelung des Nr. 4. Natnrwissenseliaftliche Wochenschrift. VII Dr. Robert Muencke i Luisenstr. 58. BERLIN NW. Luiseiistr. 58. Technisches Institut fr Anfeitiguiig wissenschaftlicher Apparate J und Gerthschaften im Gesammtgebiete der Naturwissenschaften. T ! Patentanwalt Uip. R. Maerz, Berlin, Leipzigerstr. 67. Berlin S. 42. 50 Oranienstrasse 50. Special - Geschft fr Amateur -Photographie. Eigene Kunst-Tischlerei 1111(1 iiieeliaiiisclie Werkstatt. Specialitt: Vollstuiliie Aiisriistiiugeu jeder Preislage. Specialitt: Saehse's liclitstartes iiiversal-Aplauat, Bildgrusse 9:12 13:18 iS : 24 cm Mk. 25 35 60. 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Er mchte sich ausser- dem mit Geologen in Beziehung setzen, welche ihm liefern knnen, in grossen Quantitten Fossilie von Silurien von Deutschland, Devon der Eifel, Oluschelkalk von Wrttemberg, Lias der Souabe, Dogger von Wrttemberg, Ba- lingen Schichten, Corallien von Natheim, Wealden, Fiammen- mergel, Quadersandstein, Plaener, Tertir aus dem Mainzer Becken u. s. w. u. s. w. berhaupt Local-Suiten und deutsche Mineralien Kauf oder Tauscli. \yogon der Bcdingniigon bitto zu sehreiben an Alexander Stuer 40 Ruo dos iVIatlinrins in Paris. jjjjjjjjjjjo.ij.tjj.>jjjj.i,ijjjjjju.tj.i.tjjjjaj.i.tjjj^ijja'^aaaaaaajjjj.ij.i.jjjjj.jjj..JJJ.* VIII N'atuvwisseni5cliaftliche Wochenschrift. Nr. 4. Verlag von W. H. Khl, Berlin W. 8, Jgerstr. 73. Wichtige Publikation. Vor Kurzem erscliienen. DREI KARTEN VON GERHARD MERCATOR EUROPA (l.ir.4) 15 Blatt. BRITISCHE INSELN (1504) S Blatt. WELTKARTE (mit Nord- und Sd-Amerika (1569) 18 Blatt. 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Graf von Pfeil. ^. 33 Seiten gr. 8. -= Preis GO Pf. ^ 1 Zu beziehen durch alle Buch- \z handlungen. i Ferd. Dmmlers Verlagsbuctihdlg, In Berlin SW. 12. JiBTirii 1 1 1 1 1 1 1 r I I I 1 1 1 I I I it 1 1 iTi Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. In unserem Verlage erschien: Vierstellige Logarithmentafeln. Zusammengestellt von Harry Gravelins, Astronom. 24 Seiten. Taschenformat. Preis geheftet 50 Pf. Zu beliehen durch alle Buchhandlungen -^=ST W HJJJ'feu In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung iu Berlin ^'^llij SW. 12 erschien: Sammlung" von Vortrgen und Abhandlungen. (Dritte Folge.) Von "Willielni Foerster, Prof. au der Kgl. Universitt und Director der Kgl. Sternwarte zu Berlin. 234 Seiten gr. 8. Preis 4 M. geh., geb. 5 M fe^^^! :i. ^k -k-'i-k^m -^ -^"^'t t ^ ^ '^ t ^' I I " I I I I I I I I I ' I I I I I I i I I H I I II I II I I 1 1 1 ( I u 1 1 II 1 II T i Seit 1. Saniior 1893 cvfc^ciut in unferm Iferlnge: PMinifdjrift m MWWwn ftljifdjrr gfllrrlinnra. Im ^iiftrogc U\ PMfdjni (5t|"fUril)Qft fr rtliifiljc liiltiir Ijerausgegcben von l^rnfelTiir %tmy m\\ %\}\)l IDdjentlid] eine ZTummer oon 8 Seiten gr. 4". S^ tpreig Uierteljljrlicf) 1,G0 maxi. -*b 2(onitcmcnt bitrcfj fmtlidje S3ucf;fiQitbhtiigen unb ^oftoiiftalten. ^ilcItjcitungsUlte I. ilarl)tnta Wr. 2070 a. = fNrobenumtnent gratig unb fronfo. in Berlin SW. 12, JtminEvlh-ajiE 94. In Ferd Dmmlers Verlagrsbuchhandltmg' in Berlin SW. 12. erscheinen: Mitteilungen der Vereinigung von Freuuilen der Astrouoinie und Ifosmisclieii Physik. Eedigiert von Prof. Dr. W. Foerster zu Berlin. Jhrlich 10-12 Hefte gr. 8. Preis pro Jalirgran;? 6 M. Man abonniert bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Die Mitglieder der genannten Vereinigung erhalten obige Mit- teilungen gratis. Beitrittserklrungen sind an den Schriftfhrer der Vereinigung, Herrn Dr. P. Sclnvalin. T?prlin SW., Kreuzbergstr. 71 zu richten. lim I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 litlaliiliiiiiii' III 1 1 1 1 h 1 1 1 1 1 1 II i' \vm ^ .t .t '^. 'i 't ':i. 'i- 't' 'i^ 't' '4' '4 '^" '4' '-f 4 >' 4 'i^ In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12 erschien : Ueber Tundren und Steppen der Jetzt- und Vorzeit mit besonderer Bercksichtigung ihrer Fauna. Von Dr. Alfred Nehring, Professor der Zoologie und Vorsteher der zoologischen Sammlungen an der Kniglichen landwirthschaftlichen Hochschule zu Berlin. Mit I Abbildung im Text zmd i Karte der Fundorte. 66 S. gr. S. Preis 6 Mark. ... ,. , Hierzu eine Beilage \ :m der Verlausbuchhaiidlung Paul Parey, Berlin, betreffend ntzliche und schdliche Vogel- die wir liiermit besonderer Beachtung empfehlen. Frst, Dr. H., Deutschlands ^.^ Redaktion: Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. VIII. Band. Sonntilg, den 29. Jannar 1893. Nr. 5. bounement: Man aboonirt bei allen uchhaiuUuiigeii und Post- anstalten, wie bei der Espedition. Der Vierleljahrspreis ist M 3. Bringegeld bei der Post 15 .( extra. ir Inserate: Die viergespaltene Petitzeile 40 A. Grssere Auftrge ent- sprechenden Rabatt. Beilagen nach Uebereiukunft. Inseratenannalime bei allen Annocenbureaus. wie bei der Expedition. Abdruck ist nur mit vollstndiger <|nellenaii}abe gestattet. Das natrliche Pflaiizensystem A. Engler's und M. Treub's Untersuchungen zur systematischen Stellung von Casuarina. Ein Beriflit von H. Potoni. (Fortsetzung Bei Casuariua finden sich nun fo!i;eadc buchst auf fallende Abweichuns^en vom gewhnlichen Bau der Ge- scblechtsoi-nanc der Angiospermen und der Art, wie die- selben fnnetioniren. Die weibliche ISliithe hat hier weder Kelch noch IJlumenkrone, sondern besteht aus 2 ver- wachsenen Fruchtblttern mit kurzem gemeinschaftlichen Griffel, welcher 2 lange fadenfrmige Narben trgt (vgl. Tat". II. G). Der sonst vorhandene Oriffelcanal wird hier durch dnnwandiges Parenchym ansgefiillt, welches sich nahe der Spitze des usseren Integunients unmittelbar in das Gewebe desselben (Tat. III, Fig. 7, a i) fortsi'tzt. Diese ausser dem Funiculns noch vorhandene Verbindung der Samenknospe mit der Fruchtknoten wand bezeichnet Treub als Brcke" (pont), Taf. III, Fig. 7, br; dieselbe spielt, wie wir sehen werden, eine wichtige Rolle bei der Befruchtung. Es werden hier ebenfalls 2 Integiimente (Taf. III, Fig. 7, ai und ii) gebildet und, wie aus den Abbildungen Treult's hervorgeht, auch eine Mikropyle angelegt, jedoch tritt dieselbe niemals in Function. Auch die nrsprnglich augelegte Fruchtknotenlihle verschwindet hier zeitweise und wird erst bei Ausbildung der Samenknospe wieder sichtbar. Die Bildung der letzteren geschieht folgendermaassen: Im jugendlichen Nucellus entsteht ein durch die Grsse seiner Zellen aus- gezeichnetes sporogenes Gewebe (Taf. III, Fig. 1, sp), welches sich durch intercalares Wachsthuiu bald bis zur Chalaza fortsetzt. In dem grosszelligen Gewebe treten spter Quer- theilungen ein, hnlich denen, welche in den Emliryosack- Mutterzellen der Angiospermen stattfinden (Taf. III, Fig. 2). Dass diese grossen Zellen, obwohl ihre Zahl (z. 15. bei Casuarina subcrosa) bis zu 300 betrgt, in der That den Embryosack -Mntterzellen entsprechen, folgt daraus, dass sich ein Theil derselben (bei Gas. suberosa bis zu 20j zu und Scliluss.) Emb/yos;ickcn (3!al:.-c;pcro^> oiil.vk^d;.. EJ.v T\n\\ ddi- selben, namentlich diejenigen, welche zur Befruchtung be- stimmt sind, verlngern sich sclilauchartig(Taf.III, Fig. 3,m) und wachsen in das an das GefssbUndel des Funiculns grenzende dnnwandige Gewebe der Chalaza (Taf. III, Fig. 3, eh) hinein. Als besonders bemerkenswerth wollen wir noch er- whnen, dass mit den Makrosporen zugleich im sporogenen Gewebe auch eine oder mehrere Tracheideu (Taf. III, Fig. 3, tr) entstehen, deren Auftreten mitten im ("ruclit- knoten nicht recht erklrlich ist. Der Geschlcchtsapparat der zur Befruchtung be- stimmten (fertilen) iAlakrosporen bildet sieh in der Weise, dass aus einer gemeinschaftliehen Embryosack-Mutterzelle mehrere Schwesterzellcn entstehen. Obwohl nur eine der- selben sich zum Embryosack entwickelt, werden die an- deren nicht von dieser resorbirt (wie bei den Gymnosper- men und den brigen Angiospermen), sondern erfahren oft noch ein beschrnktes Waciistluim und eine Zweitheiiung. Spter jedoch verschwinden die Seliwesterzellen auch hier. Der Eiapparat besteht aus der Eikngel (Oosphrc, Taf. III, Fig. 6, o) und 2 Hilfszellen (Synergiden, Fig. G, s). Antipoden wurden niemals beobachtet. Gewhnlich werden 2 Ovula gebildet, selten 3 oder 4, von denen aber immer nur 1 l)efruchtet wird. Die Makro- sporen dieses Ovulums erzengen sninitlich an ihrem Scheitel einen Eiapparat; jedoch bildet nur einer der- selben einen befruchtimgsfhigen Embiyosack, die brigen bleiben steril. Die fertilc Makrospore nnterschcitlet sich von den brigen in der Regel (nicht immer) iladiirch, dass die Zellen ihres Eiapparats schon vor der Befruchtung Cellulosemembranen besitzen, wiirend sie bei den brigen nackt sind, wie lierbanpt bei den Angiospermen, wo die Bildung der Cellulosewand sogar als ein Anzeichen der stattgehabten Befruchtung augesehen wird. 42 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. Das Bemerkenswertheste am ganzen Befruelitungs- vorgaug ist aber die Art, wie der Pollenschlancli zum Embryosack gelangt. Nachdem er die Narbe und das Gewebe des Grift'elcylinders durchwachsen hat, dringt er, anstatt sich der Mikrojiyle zuzuwenden, durch die oben erwhnte Brcke" in das ussere Integunient ein, durch- wchst dieses der Lnge nach und tritt unmittelbar ober- halb des Funiculus in die Chalaza ein, wo er sieh in der Regel in mehrere Aeste gabelt. Einer der letzteren legt sicli an eine der schlauchhnlich in die Chalaza vorge- drungenen Jlakrosporen und wchst, diese als Weg be- ntzend, bis zur tertilcn Makrospore weiter. Naclidem er sich an diese (jedoch inniier unterhalb der Stelle, wo die weiblichen Sexualzellen angeheftet sind) fest angelegt hat, findet noch ein weiteres Wachsthum der Samenknospe statt. Hierbei wird der im Nucellus befindliche Theil des Pollenschlauches in der Mitte ausgezogen und zerreisst end- lich, so dass der hintere Theil desselben von der Befruch- tung ausgeschlossen wird. Da Treub ein Eindringen dcsPol- lenschlauches in denEml^rj^osack niemals bcoI)achtct liat, so vernnithet er, dassnur dermnnlicheSexualkern weder direct noch mit Hilfe einer der Synergiden, sondern von unten her, den Embryosack passirend, in die Oosphre eintritt. Das bisher bei keiner Phanerogameu-Gattung beob- achtete Eindringen des Pcdiensehiauches durch die Chalaza ist die Veranlassung zu dem Namen Chalazo- gamae. Treub stellt diesen Chalazogamen als zweite nterabtheilung der Angiospermen die Porogamen gegen- ber, wobei er besonders die Thatsachc hervorheben will, dass der Pollenschlauch zum Eindringen im Gegensatz zu Casuarina einen ihm gewissermaassen vorgezeichneten Weg (einen Porus) bentzt; Engler*) bezeichnet sie dagegen als Aerogamen, wobei er anscheinend besonders betonen will, dass der Pollenschlauch vom Scheitel aus und nicht wie bei Casuarina von unten her in den Embryosack eintritt. Engler's weitere Theilung der Angiospermen wird in der nachfolgenden Uebersicht in den Hauptzgen ge- boten. Die gesperrt gedruckten Namen bezeichnet Engler als Reihen", die brigen als Familien". 1. Unterklasse. Monocotyledoiieae.**) Pandanales: Typhaceae, Pandanaeeae, Sparganiaceae. Helobiae: Potamogetonaceae, Najadaceae, Apouogeto- naceae, Juucaginaceae, Alismaceae, Butduiaceae, Hydrocharitaceae u. a. Glumiflorae: Gramineae, Cyperaceae. Principes: Palmae. Sj' u an t h a e : Cyelanthaceae. Spathiflorae: Araceae, Lemnaeeae. Farinosae: Restiouaeeae, Erioeaulaceae, Bromeliaceae, Connnelinaceae, Pontederiaeeae u. a. Liliiflorae: Juncaceae, Liliaceae, Amaryllidaceae, Taqca- ceae, Dioscoreaceae, Iridaceae. Scitaniineae: Musaeeae, Zingiberaceae, Cannaceae, Ma- rantaceae. Microspermae: Burmanniaceae, rehidaceae. 2. Unterklasse Dicotyledoueae. 1. Reihengruppe: Archichlamydeae. Piperales: Saururaceae, Piperaceae u. a. Juglandales: Juglandaeeae, Myriaceae. Salicales: Salieaceae. *) In dem bereits 1889 erschienenen betreffenden Theile der von Engler und Prantl herausgegebenen Natrlichen Pflanzen- familien" konnte diese Neu-Eintheilung selbstverstndlich noch nicht Anwendung finden. **) Eine eingehendere Motivirung der Anordnung der Jlono- cotyledoneae bietet Engler in seiner von der Kgl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin 1892 herausgegebenen Abhandlung: Die systematische Anordnung der nionoeotyledonen Angiospermen." Fagales: Betulaceae, Fagaceae. Urticales: Ulmaceae, Moraceae, Urticaceae. Proteales: Protcaceae. Santalalcs: Loranthaceae, Santalaccae, Balanophoraceae. Aristolochiales: Aristolochiaceae, Rafflesiaceae, Hydno- raceae. Polygonales: Polygonaceae. Ccntrospermae: ('henopodiaceae, Aniarantaceae, Nycta- ginaceae, Phytolaceaceac, Aizoaceae, Portulaeaeeae, Basellaeeae, Caryophyllaceae. Ranales: Nymphaeaceae, Ceratophjllaceae, Magnoliaceae, Anonaeeae, Myristicaccae, Ranunculaceae, Berberi- daceae, Menispermaceae, Calycantliaceae, Lauraceae. Rhoeadales: Papaveraeeae, Cruciferae, Capparidaceae, Resedaceae. Sarraceniales: Sarraceniaceae, Neienthaceae, Drosera- ceae. Rosales: Podostemaceae, Crassulaceae, Ccphalotaceae, Saxifragaeeae , Pittosporaeeae , Hamamelidaceae, Platanaeeae, Rosaceae, Lcguminosae. Gcraniales: Geraniaceae, Oxalidaeeae, Tropaeolaceae, Linaceae, Humiriaceae, Erythroxylaceae, Zygo- phyllaeeae, Cneoraceae, Rutaceae, Simarubaceae, Burseraceae, Meliaeeae , ]\Ialpighiaceae, Trigonia- ceae, Vochysiaceae, Tremandraceae, Polygalaceae, Chailletiaceae, Euphorbiaceae, Callitrichaceae. Sapindales: Buxaceae, Empctraceae, Coriariaceae, Gy- rillaceae, Limnanthaceae, Anacardiaeeae, Celastia- ceae, Aquifoliaeeae, Stackhousiaceae, Hippocratea- ceae. Icacinaceae, Aceraeeae, Sapindaceae, Me- liantiiaceae, Balsaminaceac. Rlianinales: Rhanmaceae, Vitaeeae. Malvales: Elaeocarpaceae, Tiliaceae, Malvaeeae, Bom- bacaeeae, Sterculiaceae. Parietales: Dilleniaceae, Eucrjphiaccae, Ochnaceae, Caryocaraceae, Maregraviaceae, Quiinaceae, Chlae- naceae, Theaecae, Guttiferae, Dipterocarpaceae, Elatinaeeae, Tamarieaceae, Frankeniaeeae, Cista- ceae, Bixaeeae, Canellaeeae, Violaceae, Flacourtia- ceae, Turneraceae, Malesherbiaeeae, Passifioraceae, Caricaceae, Loasaceae, Begoniaceae, Datiseaceae. Opuntiales: Cactaceae. Thymelaeales: Penaeaceae, Thymelaeaceae, Elaea- gnaeeae. Myrtifiorae: Lythraceae, Biattiaceae, Punicaeeae, Lc- cythidaceae. Rhizdjdioraceae, Myrtaceae, Combreta- ceae, Melastomaceae, Oenothcraeeae, Halorrhagida- ccae. Umbelliflorae: Araliaceae, Umbelliferae, Cornaceae. 2. Reihengruppe: Sympetalae. Ericales: Clethraceae, Pirolaceae, Lennoaeeae, Ericaceae, Epaeridaceae, Diapensiaceae. Primulales: Myrsinaceae, Primulaceae. Plumbaginaceae. Ebenales: Sapotaceae, Ebenaceae, Symploeaceae, Styra- caceae. Contortae: Oleaceae, Salvadoraceae, Loganiaceae, Gen- tianaceae, Apocynaceae, Asclepiadaeeae. Tubiflorae: Couvolvulaceae, Poknnoniaceae, Hydro- phyllaceac, Borraginaeeae, Verbenaceae, Labiatae, Nolanaceae, Solanaceae, Serophulariaceae, Lenti- bulariaceae, Orobauchaceae, Gesneraceae, Colu- melliaceae, Bignoniaceae, Pedaliaeeae, Globularia- ceae, Acanthaceae, Myoporaceae. P 1 a n t a g i n a 1 e s : Plantaginaceae. Rubiales: Rnbiaceae, Caprifoliaceae, Adoxaceae. Aggregatae: Valerianaceae, Dipsacaceae. Campanulatae: Cucurbitaeeae, Campanulaceae, Goode- niaeeae, Candolleaceae, Calyeeraceae, Compositae. Nr. f). Natnrwissciisphaftliclic Wochenschrift. 43 aiizciisvstciiR' der letzten ;'lcr'sehe System durchaus So sehr nun auch die PI Zeiten und besonders das En den heutigen Kennt- nissen mglichst ent- sprechend gestaltet worden sind, Eins drfen wir nicht ver- gessen: das waln'c natrliche System ist noch lange nicht erreicht. So sehr auch fr die Sy- stematik vcrwerth- bare Eortschritte in der Abtheilung der Kryptogamen in den letzten Dccennien ge- macht worden sind, die systematische Hanptgiicderung der Plianerogamen ist bei Engler die glei- che geblieben wie frher; auch die Familiengrnppirnng weist keine ])rin('ipi- ell bedeutend ins Ge- wicht fallende Ver- schiedenheit auf. Mag das nun darin seinen Grund haben, "dass die Plianero- gamen ja zweifellos besser und lnger erforscht sind , als die Kryptogamen, l)ei denen ohne Mi- kroskop der jetzige Standpunkt nicht htte erreicht wer- den knnen, so nuiss man doch anderer- seits stutzen , dass wir in Bezug auf die Gliederung der Phanerogamen in einer gewissen Hinsicht nicht ber Linne hinaus sind. Denn verhehlen wir es uns nicht: so sehr auch in dem Streben, ein natr- liches System" zu schatfen, darauf hin- gewirkt wird, nuig- lichst die Eigenthm- lichkeitcn, welche von der ganzen Pflanze geboten wer- den, zu bercksich- tigen, so steht doch noch inmier, wie l)ei dem rein knstlichen System von Linne, die Betrachtung der Geschlechtsorgane, bei den hheren Pflanzen also der Blthen, im Vordergrunde, und insofern haftet auch den heutigen Systemen inmier noch etwas Knstliclies an. Es Tafel III: Fig. 1,3,47, Sa, Sb Casuarina suberosa. Figur 1 u. 2. Liig.ssclinitte tUin-li .iiigeiKUicIic NuooUi. In Figur I unterscheiden .sich die durch Schrat'firung kenntlich gem.iehten Zellen des sporogencn Gewebes (si)) schon durch ihre bedeutendere Grsse von den umgebenden Zell- sehiehten. (Vergrsserung: 190.) Figur 2. Die meisten Zellen des sporogenen Gewebes Csp) haben sich soeben durch mehrere Querwnde getheilt. Diese Querwnde sehen gequollen und glnzend aus, hnlich wie diejenigen der Erabryosack-Mutterzellen der brigen Angiospermen. (Vergrsser.: 157.) Figur 3. Axiler Lngsschnitt durch einen Nueellus. - em = Embryosack-Mutterzelle mit 3 Querwnden. tr = Tracheide. m u. m, = Makrosporen, von denen die letztere bereits in die Ohalaza (ch) hiiieingowachen ist- (Vergrss. : 190.) Die in der Mitte des Nueellus beuil- liclieu Zellsehichten sind in der Zeichnung weggelassen. Figur 4. Lngsschnitt durch den untern Theil einer etwas lteren Samenknospe. Der Pollensehhiuch (ps) sendet vor seinem Eintritt in die Chulaza (ch) einen Gabelast nacii unten, welcher last bis zur Epidermis vorgedrungen ist. Der nach oben gerichtete Gabelast ist bereits in den Nueellus eingedrungen. Die (jef.sse (g) setzen sich nach rechts in den Fiuiiculus fort, dessen Gewebe nicht mitgezeichnet ist. (Vergrsser.: 80.) Figur 5. 3 Makrosi)oren (m, ii, m;) nebst den angrenzenden Zellen, m-i ist der zur Be- fruchtung bestimmte Enibryosack. Die im oberen Theil desselben befindlichen beiden Zellen bilden den Eiajiparat. (Vergrsser.: 2u.) Figur 6. Eiapparat eines Embryosackes. s = Synergiden, o = Gosphre. (Vergr.: 190.) Figur 7. Skizze eines medianen Lngsschnitt durch das Centrum einer jungen 9 ISliitlie. n = Nueellus. = inneres Integument. ui = usseres Iiitegument. br = Brcke, welche die Samenknospe an der Fruchtknotenwand festhlt, und durch welche sjiter der Pollenschlauch eintritt. f = Funiculus. Figur Sa. Junger Embryosack, dessen protoplasmatischcr Inhalt contrahirt ist und 4 Zellkerne k enthlt. Die Gosphre (o) hat, wie bei Casuarina hufig, eine gekrmmte Gestalt. Die neben ihr liegende Zelle (a) zeigt einen homogenen stark liclitbrechendcn Inhalt, wie man Um oft bei den Kanalzellen der Areliegonien der hheren Kryptogamen findet. (Vergrsser.; 260.) Vig. S. Skizze der Eckseite desselben Embryosacks, welche deutlich das Ende des an ihr haftenden l'oUenschlauches (p) zeigt. scheint sieh allerdings gerade in der Aehnliciikeit und Un- hnlichkeit des Baues der Blthen die Verwandtschaft der Pflanzen am mei- sten auszusprechen und mglicher Wei- se stellt sieh daher immer mehr iieraus, dass sich durch die fast ausschliess- liche Bercksichti- gung der genannten Organe wirklich ein wahrhaft natrliches System aimhernd erreichen lsst. Si- cher ist das aber nicht: um dies be- stimmt behaupten zu kiinnen , (hizu rei- chen unsere Kennt- nisse nicht aus. Aber auch wenn wir die Annahme der heutigen Syste- matiker acceptiren, dass sich also im Bau (h'rGeschlechts- organe und in den Fortpflanzungsver- hltnisseil in der That das natrliche System ausspriciit, so ist doch zu be- achten, dass, soweit wir aucii hier in der Erkenntniss vorge- schritten sind, doch noch Vieles zu tiiun bleibt. So macht C. Fritsch am Schlsse seiner Besprechung ber die Treuli'schc Casuarina - Untersu- chung*), speeiell be- zglich der Monoco- tyledonen, die fol- gende Bemerkung. In allen lteren Systemen , so na- mentlich in dem lan- ge Zeit gangbaren von Endlicher, stan- den die Gymnosper- men, da ihre Fort- pflanznngsverhlt- nisse nicht genau genug bekannt wa- ren, am Anfange der Dicotyledonen. Spter wurden sie auf Grund der epochalen Untersu- chungen Hofmei- ster's an die Pteri- dophyten angereiht, so dass die Mo- nocotyledonen zwischen Gymnospermen und Dicotyle- *) In den Vcrhaiullungen der k. k. zoolog;isch -botani.schen Gesellschaft zu Wien 1892, Sitzungsbericht S. 52. Fig. 3 Casuarina glauca. 44 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. donen zu stehen kamen, obschon die Gymnospermen die mannigfachsten Bezieliungen zu den Dicotyledonen, liaum al)er solche zu den Monocotyledoneu aufweisen. Nun werden heute die Casuariuaceen von den Dicotylen los- g'erissen und an die Gymnospermen angereiht. Andere Forseher (Caruel) weisen den Loranthaecen eine selbst- stndige Stellung an; und wer weiss, ob nicht auch fr die liabituell so sehr an Coniferen erinnernden rroteaceen, die zudem hufig mein- als zwei Cotyiedonen besitzen, noch eigenartige Fortpflanzungsverhltnisse nachgewiesen werden! Alle diese Familien gehren aber den sogenannten apetalen Dicotyledonen" an, whrend die tief stehenden Gruppen der IMonocotylcdoncn nicht die geringsten Ana- logien mit Gymnospermen aufweisen. Alles das Angefhrte spricht seiir fr Drude, der die Monocotyledouen an das Ende des Systems stellt und die Dicotyledonen direct an die Gymnospermen anreiht. Dass die hchst entwickelten Formen unter den gamopetalen Dicotylen eine hhere Ent- wicklungsstufe erreicht haljcn, als etwa die Orchideen, ist allerdings kaum zu leugnen, aber allen Anforderungen kann ein lineares System selbstverstndlich niemals gleich- zeitig Rechnung tragen. Ist die unmittelbare Gedankenbertragung oder mentale Suggestion erklrbar? Von Dr. Karl Fr. Jordan' Es ist eine geheime oder ofi'en ausgesprochene An- sicht vieler Naturforscher, dass die Thatschlichkeit einer Naturerscheinung bestritten werden msse, welche sich nicht erklren lsst und in ihrem Wesen von der Mehr- zahl der bekannten Naturerscheinungen abweicht. Diese Ansicht ist durchaus verkehrt; denn es giebt in der uns umgebenden Welt wie im Erfahrungsgebiete in uns eine Menge von Thatsachen, die zu leugnen Niemandem ein- fallen wird, und die doch nicht sei es mit Hilfe unserer gegenwrtigen Kenntnisse, sei es auf Grund der Forschungsergebnisse irgend welcher fernliegenden Zu- kunft des Rthselhaften und Unbegreiflichen, das sie uns bieten, entkleidet werden knnen'). Ich will nur auf drei hierher gehrige Beispiele \erweisen. Welcher Chemiker vermrgane) stattfindende Uebertragung geistiger Vorgnge von einer Person auf eine andere. Nicht nur, wenn die zweite Person sich in Hypnose oder im Schlafzustande, von Trumen nmfangen, befindet, sondern aucli, wenn sie v(>llig wach ist, soll in ihr entweder auf Grund einer Vor- stellung, welche die erste Person hat, die gleiche Vor- stellung oder gar ein ihr entspreehemles Bild (eine Hal- lucination) entstellen, oder sie soll durch einen blossen Willensaet der ersten Person zu irgend einer Handlung veranlasst werden. Ich sage: sie soll, weil ich, obgleich ich die mentale Suggestion fr mglich und sogar fr wahrscheinlich halte, doch noch nicht unzweifelhafte Gewissheit von ihrem Dasein besitze. Es regt sich in dieser Beziehung der nchterne Sinn des Naturforschers in mir, der sich htet, neue Erscheinungen ohne vor- Nr. Naturwisscnscliaf'tliclie Wochenschrift. 4n sichtige Kritik und bloss dem unklaren Aufschwnge der Phantasie folgend anzuerkennen. Innnerhin will icli gern eingestehen, dass ich bereits mehrere Traumerlebnisse sowie Vorfalle des wachen Lebens zu verzeichnen habe, die sieh im Sinne der unmittelbaren Gedankenbertragung deuten lassen'"). Es entsteht uuu auf Grund der vorhergehenden Er- rterungen die Frage in uns, ob sich fr die Thatsachen der mentalen Suggestion eine Erklrung finden lasse. Giebt es eine solche, so werden die genannten That- sachen das Frt'indartige, das sie sonst fr uns an sich haben, verlieren und uns vertraut werden; al)er wenn es auch nicht gelingen sollte, sie begreiflich zu machen, wrde nach dem oben Auseinaudergesetztcn ihr that- siichlichcr Werth deswegen doch noch nicht aufgehoben werden"). In der That sehe ich nun aber eine IMglichkeit, wie man sich das Zustandekommen einer mentalen Suggestion denken kann. Bercksichtigen wir nndich, dass alles Geistige seiner Natur nach unriiumlich ist, so knnen wir die vVnnalnne machen, dass es in Gestalt des menschlichen Geistes keineswegs unbedingt an den raumerfllenden Krper gebunden ist, sondern ber die Grenzen desselben hinaus wirksam sein kann. Die Hauptsehwierigkeit liegt in Wahrheit nicht in der Erklrung der Einwirkung des Geistes auf einen fi'cmden Krper, sondern auf einen Krper berhaupt, mag es auch der eigene sein'-). Diesem Problem der Beeinflussung des menschlichen Oiganisnnis durch den in ihm wohnenden (ieist wolk'U wir uns daher zunchst zuwenden. Fassen wir es genauer, so handelt es sich dabei um einen auf die motorischen Nerven und die Drsennerven ausgebten Eiiifluss, der von bewussten Vorstellungen (Vorstellungen des Ich) her- rhrt. Es giebt zwei Arten dieser als Innervation (im engeren Sinne) bezeichneten Beeinflussung: eine gewollte und eine nicht gewollte. Die erstere findet z. B. statt, wenn ich etwas heben oder einen Schiitt tliun will, die letztere zeigt sieh in dem Errthen bei Schani, dem Er- bleichen bei Schreck, dem vermehrten Spcichelfluss beim Gedanken an Saures u. dergl., ferner in der Accomodation des Auges und in der Athmung, die freilich zum Theil auch in bewusster Absicht erfolgen kann'''). Wir haben es hier nur mit der (bewusst) gewollten Innervation zu thun'^). Obgleich nun bei dem Zustande- konnnen derselben der Anlass vom Ich gegeben wird, ist sich dasselbe doch seiner Einwirkung auf die zuvor ge- nannten Nerven nicht l)ewusst, und \i>r allem weiss und versprt es nicht, inwiefern es dicsell)en beeinflusst. Es nniss denniaeh diese Beeinflussung unmittelbar nicht vom (wach-bewussten) Ich, sondern von (relativ) uube- wussten geistigen Factoren ausgehen, die wir dem sogenannten Uuterbewusstsein zurechnen. Den Nachweis, dass dies so ist, hat Dr. Eug. Dreher in seintT Schrift Drei psychophysiologische Studien" gefhrt. Damit ist das Rthsel der Wechselwirkung zwischen Geist und Materie, das seit Descartes die Kpfe der Denker be- schftigt und beunruhigt hat, wenn auch nicht gelst, so doch der L(isung um einen Schritt cntgegenfhrt und jedenfalls in gewissem Sinne fasslicher gestaltet worden. Descartes hatte das Ich mit dem ganzen Geiste (bezw. der ganzen Seele) identiiicirt. Fr ihn nmsstc die Ein- wirkung des Geistes was also nach seiner Anschauung zugleich die Einwirkung des Ich hiess auf gewisse Nerven vllig nnfassbar sein, da doch das Ich, wie er- whnt, nichts davon weiss noch versprt. Nehmen wir nun aber ausser dem Ich (mit seinem wachen Ichbewusst- sein) noch andere Krfte des Geistes an, deren Gesannnt- heit wir als Unterbewusstsein bezeichnen, durch welche die vielfachen (relativ) unbcwussten geistigen Vorgnge vollzogen werden, so knnen wir letzteren die Inner- vation au er menschliche AVcltbegrifl'-, Ernst Mach, Analyse der Emptindungen'- und Die Mechanik in ihrer Entwicklung", ferner den Aufsatz lieber die Entstehung der Denkfrirmeu" von Dr. H. Potonie in dieser Zeitschrift 1891, Nr. 15, und meine binnen Kurzem im Verlage von Ferd. Dmmler erscheinenden Grundzge der Psychologie".) -) Wer macht diese Erfahrung (nicht etwa, wie man meinen sollte, von einem innigen Zusanmicnhangc, son- dern) von einer innigen Wechselwirkung " zwischen Materie und Geist? Doch wohl nur Theologen, Meta- physikcr und Mystiker, die ja auch manchmal Natur- forscher" sein mgen. Im brigen ist die freie Erfahrungs- Wissenschaft und Forschung, unbeknmiert um Sonder- wttnsclie, in Verfolgung des Hauptzieles aller Wissenschaft auf der Bahn der Vereinfachung ihres Welt-Denkens licr den Dualismus hinweggeschritten und bekennt sich zu jener Hypothese, die die in Anm. 1 bezeichneten Aufgaben der Wissenschaft am besten erfllt, nmlich zu der An- sicht, dass geistige und krperliche Vorgnge nur zwei iSeiten eines und desselben Processes sind, dass also gc- wisscrmaasscu ein Parallelismns zwischen beiden Arten von Vorgngen statt hat. Xon einer ja in der That vllig unbegreiflichen und die Sache nur verwickelnden und verdunkelnden Wechselwirkung kann bei Annahme dieser Ansicht natrlich nicht die Rede sein, sondern nur von einer Functionalbeziehung zwischen beiden (im mathe- matischen Sinne des Worts): mit dem Siclindcrn des Geliirnprocesses treten gleichzeitig (nicht etwa darauf, also etwa verursacht) auch Aenderungcn der eventuell vorhandenen seelischen Thatsachen ein, und umgekehrt. Diese Ansicht stinmit mit allen Erfahrungsthatsachen ber- cin, insbesondere auch mit dem Gesetze von der Erhal- tung der Energie (das durch Annalnne der Wechselwirkung- aufgehoben wird), und erklrt am besten die S(nist (bei dualistischen, spiritualistischen und materialistischen An- sichten) vorhandenen Dunkelheiten (z. B. bzgl. der Zeu- gung, des Instinctes", der Abnormitten, mancher Vor- gnge in Kranklicitszustnden u. s. w.). Sie ist an Ein- i'achlieit und Brauchbarkeit und darauf kommt es ja an! insbesondere der dualistischen Weclist'lwirkungs- Hypothese, die aus den Schwierigkeiten und Dunkelheiten nicht herauskonnnt und im fundamentalen Gegensatze zum Gesetze von der Erhaltung der Energie steht (da zwisclicn materielle Vorgnge etwas Geistiges" einge- schoben wird) weitaus berlegen. - Jedenfalls ist es aber keine fortwhrend gemachte Erfahrung, dass eineA\'echsel- wirkung" zwischen krperlichen und geistigen Vorgngen statt hat, sondern wir wissen nur von einem sehr innigen Zusammenhange, einem sehr innigen In-Bezichung-stehen beider Vorgangs -Reihen, das eben am besten durch die Parallelismus -Hypothese erklrt wird. ) Der Vorgang ist vielmehr der, dass von den Reizen der Aussenwelt" Vernderungen in den peri})herischcn Nervenorganen hervorgerufen werden, die sich durch die sensiblen Nerven hindurch zum Gehirn fortpHanzen und hier vorausgesetzt, dass die Reize gengend stark und difterent waren von Wahrnehmungen oder Bewusstseinsvorgngen" (Abhebungen" wrde ich nnt Richard Avenarius lieber sagen!) begleitet sind. Die Witrter Empfindungen" und Bewusstsein" rufen den Schein hervor, als ob die erfolgten Wahrnehmungen etwas subjektives, also ..in meinem Kopfe" seien, whrend die wahigenonnnenen Sachen draussen" wren. Das ist aber vom Standpunkte des Erfahrungsphilosophen aus unbedingt zu bestreiten. Die Wahrnehmungen" sind von den wahrgenommenen Sachen" keineswegs verschieden, \ielmchr decken sich beide Ausdrcke. Die Wahrneh- nningen sind nicht in meinem Kopfe, sondern theilen mit demselben nur dasselbe rumliche Feld: sie sind eben die Sachen da draussen", die als Reize" aufge- treten sind. *) Entschluss" und Willcns-Fcstsetzungcn" (ein etwas sonderbarer Ausdruck!) sind ebenfalls Begleiter- scheinungen von Hirnvorgngen, welche Hirn Vorgnge so beschaffen sind, dass sie Vernderungen in den motorischen Nerven nach sich ziehen. ) Nicht nur die Materialisten , sondern auch die Monisten, Positivisten und die empiriokritisehe Richtung (Richard Avenarius, Ernst Mach u. s. w.) meinen mit der Parallelismus-Hypnthese" den Zusammenhang von Leib und Seele" ganz leidlich erklrt zu haben. Die mate- rialistische Ansicht, nach der die seelischen Vor- gnge ein Erzeugniss von Nervenvorgngen sind, ist aller- dings wegen der Uukrperlichkeit jener zu verwerfen. Verhielten sich die Gedanken wirklich zum Gehirn so, wie der Urin zu den Nieren, d. li. wren jene ein krper- liches Absonderungserzeugniss des Gehirns, dann in der That bte der Materialismus die einfachste Erklrung der bezgl. Vorgnge. Wegen der tiefgehenden Ver- schiedenheit krperlicher und seelischer Vorgnge, welche letzteren sich docli niclit in den allgemeinen Kausalzu- sammenhang der materiellen Welt einreihen lassen, ist die materialistische Hypothese abzulehnen und die Paral- Iclismus-Hyiiotiiese vorzuziehen. Letztere leistet alles, was man billiger Weise verlangen kann. Allerdings muss das in Rede stellende Problem" auch richtig, d. h. klar und den Erfahrungsthatsachen entsprechend gefasst sein, und nicht so, wie es dem Geschmacke mancher Glu- bigen" (allerdings nicht dem der im Texte erwhnten) entspricht. '') Dass die Zenonischen Beweise der AVirklich- keit der Bewegung nichts anhaben knnen, erkennt ja Dr. J. an. In der That: mittelst einer Denkoperation etwas tliatschlich Vorhandenes zu einem Niclitvor- handenen zu maciien, ist noch Niemandem gelungen. Die Bewegung ist eine Erfahrnngs-Thatsache und das gengt! Keine Denkoperation kann eine Thatsache aus der Welt schaffen. Wenn uns nun die Zenonischen Be- weise auch nicht zu beunruhigen vermgen, weil wir uns von vornherein sagen, dass schon irgendwo in den Beweisen ein gut Stck Spitzfindigkeit stecken wird, so ist es doch anderseits sicher nicht ohne Interesse, diese Spitzfindig- keit aufzudecken. Der tuschende Schein wird in dem von Dr. J. zunchst angefhrten Beweise Achilles und die Schildkrte" dadurch hervorgerufen, dass der Schein erweckt wird, als ob die Sunnnc der Weg-Theile eine unendliche Grsse ergebe, whrend doch tliatschlich nur die Zahl der Theile eine unendbche, ihre Grsse da- gegen eine durchaus begrenzte, endliche ist. Der Versuch diese unendliche Zahl von Abschnitten einzeln sinnlich darzustellen und zwar jeden durch ein endliches Stck, ergiebt das Resultat, dass diese Stcke zuletzt alle nahezu oder vielmehr ganz gleich werden, weil sich die weitere Theiluug" sonst nicht mehr sinnlich darstellen Hesse. AVenn eine solche sinnliche Darstellung richtig wre, dann aller- dings wre schwer begreifiich, wie die Summe aller jener Raumabsehnitte, die ja nun eine unendliche Grsse bilden wrden, durchlaufen werden knnte. Jene sinnliche Dar- stellung ist aber eben falsch, weil sieh eine solche ber- haupt nur bis zu einem gewissen Punkte geben lsst. Eine endliche Raumgrsse aber, mge die Zahl ihrer Nr. 5. Naturwissenspbaftlielic Woclicnscbrift. 47 Tlieile auch cJ" sein, wird unser Denken wird es be- sttigen stets durcbschritteu werden knnen. Zeno be- weist berdies zu wenig, wie das Ueberweg in seiner Logik (4. Aufl. S. 419 f) so klar (Lirgelegt bat. Wenn die beiden Gescinvindigkoiten sieh wie ii : 1 verhalten, wird i\iiieriialb der folgeiKk'n Reibe von Zeit- um! Weg-Tlieilen kein Kiidiiden stattfinden: 1 IH 1--.5+-. 1 in infin. 1 n n- rr u* Hierbei ist der urspriingiielie Abstand als Lngen- einiieit und die Zeit, in der der sebneUere Krper dieselbe durchniis.st, als Zeiteiniieit angeseiien. Innerhalb dieser Reibe wird in der That der schnellere Krper den lang saraen nicht einholen (erreicht doch in der That die Reilie nie den von uns leicht zu berechnenden Einli(dungsort!) und die Weglassung des Vorbehaltes iinierbalb dieser Reihe" ist der Trug, der in diesem Zenoniscbcn Beweise steckt. ") Weshalb ein K('irpcr, wie der zweite von Dr. J. angefhrte Zenoniscbe Beweis behauptet, nicht vom Flecken ki mimen soll, weil der zu durebschreiteiule Kaum in Gedanken unendlich oft getheilt werden kann (eben in Gedanken und zwar nur in Gedanken!), ist uns unerfind- lich! Wie oft der bezgliche Raum in Wirklichkeit auch getheilt werden mag, seine Tbeile Jtleiben hier doch end- liche Theile und jeder endliche Raumtbeil ist auch dem Urtheil unseres Denkens gemss durchsehreitljar. Es wird hier wiederum der Schein hervorzurufen gesucht, als ob der endliche Raum dadurch, dass er in Gedanken un- endlich oft getheilt werden kann, in Wirklichkeit etwas Unendliches, und zwar in diesem Falle ein unendlich oft vorhandenes unendlich Kleines, wrde. Das ist aber nicht der Fall. Unser endlicher Raum bleibt endlich, mag man ihn in Gedanken zerlegen, so oft man will. Der Unendlich- keitsljegrift ist wie alle Begriffe ein Erzeugniss des Men- sehen, bestimmt, ihm (dem Menschen) praktisch zu dienen, ihm im Daseinskampfe zu ntzen. Thut er das nicht, so muss er in seiner unklaren Fassung verworfen werden. Der Unendlicbkeitsbegritf bildet keine Thatsachc in Ge- danken nach, sondern sein klargedaehter Inhalt ist nur ein rein negativer: die Verneinung eines Thatschlicben, nmlich der Endlichkeit, der Begrenztheit, der Schranken. In Wirklichkeit giebt es nirgendwo einen unendlichen Iiaum (sei es einen unendlich grossen oder unendlich kleinen), wie es auch keine unendliche Zeit giebt. Unsere Erfahrung, d. b. unsere Wahrnelnnungen zeigen uns stets nur begrenzte Rume und Zeiten! Wie wir selber be- grenzt", endlich" sind, so ist auch alles, was wir wahr- nehmen, endlich", begrenzt". Der Raum der Wirklich- keit, der Raum unserer Wahrnehmung lsst sich nicht in ausdehnuugslose Punkte zerlegen, wie es der obige Zenoniscbe Beweis will. Fr den, der diesen Funkt fest- hlt und sich dannt von den unklaren Unendlichkeits- Vorstellungen fern hlt, bietet der Zenoniscbe Beweis" keine Schwierigkeit. 8) Dem dritten Zenoniscbcn Beweise (Der fliegende Pfeil ruht") liegt der Gedanke zu Grunde, dass eine Bewegung in einem ausdebnungslosen Punkte der Flugbahn nicht zu denken ist. Ganz recht! Wenn man den ausgedehnten Raum in ausdehnungslose Punkte zer- legt, d. b. den Raum zu einem Unraum macht, dann kann man auch alles Mgliche folgern. Es ist dersellie Fehler, wie frher, dass aller Wirklichkeit (die uns stets nur einen ausgedehnten Raum, aber nie einen unausgedehnten, d. b. unrumlichen Raum zeigt) zum Trotz die Zerlegung des Raumes in unausgedehnte Puids.te vorgenonnnen wird. Wer sich strenj;- an die Erfahrung, d. h. an das Ge- gebene, die Wirklichkeit hlt, wird vor solchen fehler- haften Spekulationen bewahrt bleiben. ') Warum Herr Dr. .1. nur die Materialisten fr Gegner seiner Anschauungen hltV Oder soll der .\us- druQk etwa ein Sammelname fr alle seir.e Gegner sein? Auf die Zukunft brauchen wir bezgl. der Zenoui- s(;ben Beweise, wie ich oben bewiesen zu haben hoffe, nicht im mindesten zu vertrsten. Was die Bemerkung anbetrirt't, dass man eine ..wunderl)are Ers(,dieinung" doch nicht deshalb bestreiten drfe, weil sie wunderbar" sei, so ist das ohne Weiteres zuzugehen, wofern damit nichts anderes gesagt sein soll, als dass eine Tbatsaehe, die wir augenblicklich noch nicht begreifen, d. b. nogh ni(;bt auf Bekanntes zurckfhren und unter Bekanntes subsumiren knnen, doch aber eine Thatsachc ist und als solche anerkannt werden muss. Sicher! Alier wir mchten doch bitten, den P.egriff des Tbatscblicben nicht soweit auszudehnen, dass man auch die ganz individuellen Erfahrungen", die von den meisten Nel)euraenschen nicht gemacht und von Vielen und nicht den Ungebildetsten als in Widerspruch mit fundamentalen Naturgesetzen stehend erachtet werden, als Thatsacben anerkannt sehen wilL Fr jene Einzelnen migen es Thatsacben" sein, das soll ihnen unbenommen bleiben: aber uns andern gestatte man, jene Thatsacben" zu bestreiten, solange sie fr uns keine Erfahrung geworden sind und unsere Naturanscbau- ung diesell)e geblielten ist. 1") Wir treffen in der Natur geistige Vorgnge stets an materielle Vorgnge gebunden. Ohne krperliche Begleitvorgnge sind die geistigen Vorgnge noch nie von Seiten der Erfahrungs-Wissenschaft (der Glaube geht uns hier nichts an!) beoljacbtet W(u-den, Eine unndttel- bare" Gedankenbertragung, d. h. eine solche ohne krperliche Begleitvorgnge, widerspricht dieser Funda- mentalthatsache aufs Schroffste und muss deshalb den schrfsten Widerspruch jedes nUcbternen" Naturforschers hervorrufen! Soll eine geistige Einwirkung", eine Ge- dankenbertragung eines lenschen auf einen andern er- folgen, so ist eine solche nur denkbar, wenn der andere die betreffenden Gedanken, d. h. also die die- selben ausdrckenden Bewegungen (Worte, Mienen, Blicke u. s. w.) wahrnimmt. Ohne Wabrnehnumg des Andern knnen unsere Gedanken auch nicht demselben eingeflsst werden. Bezgl. Bewegungen unsrerseits, die unsere Ge- danken ausdrcken oder wenigstens doch verrathen", und Wahrnehmung der bezgl. Bewegungen seitens des Andern siud die Grundbedingungen der Gedankenber- tragung! Dass die Traumerlebnisse u. s. w. des Herrn Dr. J., die sich im Sinne der unmittelbaren Gedanken- bertragung deuten lassen", kein gengender Beweis fr letztere sind, brauche ich wohl kaum noch ausdrcklich zu bemerken. 1') Im vorhergehenden Abstze war die mentale Suggestion nur als wahrscheinlich bezeichnet. In diesem wird sie schon als Thatsachc behandelt und soll nun obwohl ihre Tbatschlirbkeit noch nicht bewiesen ist begreiflich gemaclit werden und wird ihr auch bei etwaiger Uubegreiflicbkeit ein thatscblicher Wert" zu- gesehrieben ! 1-) Wie daraus, dass das Geistige unrumlich ist, folgen soll, dass es auch ohne Krper vorkonmien knne, sehe ich meinerseits nicht ein. Die geistigen Vor- gnge sind unbedingt an Ner\ envorgnge gebunden. Nirgendwo treten uns in den Erfahrungen jene ohne letztere entgegen! Die Annahme des Dr. Jordan ist durch- aus unberechtigt! Dass der Geist" ber die Grenzen seines" Kiirpers hinaus wirksam sein kann, braucht nicht bewiesen zu werden, denn das ist krperlicbe Ver- 48 Naturwissenscliaftliclie Wochenschrift. Nr. .5. mittehing- vorausgesetzt Thatsache. Genau so gut, wie unser Krper auf die Anssenwelt einwirken kann, kann es der Geist" : nmlich gleichzeitig. Wir Menschen zer- fallen nicht in zwei verschiedene Wesen: ein geistiges und ein krperliches, sondern wir sind eine untrennhare Einheit, ein geistig -kr})erliches System. Die geistigen und die krperlichen Vorgnge sind nur (wie in Anm. 2 von mir bereits ausgefhrt wurde) zwei Seiten eines und desselben Vorganges. Und damit fllt auch die Haupt- schwierigkeit", die von Dr. .Jordan angenommene Ein- wirkung des Geistigen auf Krperliches, fort. Solche Einwirkung gibt es fr uns gar nicht, weil unsere einfache Hj'piithese vom Parallelisnius" der geistigen und krper- lichen Vorgnge die verwickelte, widerspruchsvolle und mit der Wirklichkeit unvereinbare dualistische Hypothese, wie sie Dr. .Jordan vertritt, und damit auch die Ansieht von der in der That ganz unmglichen Wechselwirkung zwischen Krperlichem und Geistigem, beseitigt. Das Einfachste und Brauchbarste ist das Wahrste! ^^) Die als gewollte" und ,niehtgewollte" be- zeichneten zwei Arten von Jjecinflussungen" sind fiu- uns die durch l'rocesse im t'entralNervensystem veran- lassten Vorgnge in den motorischen und sekretorischen Nerven, die das eine Mal mit .Jlewusstscin", das andere Mal ohne solches verlaufen. Von einem Willen", als besonderem Vermgen", knnen wir von unserem Stand- punkte aus natrlich nicht reden. ^*) Giebt es denn auch noch eine unbewusst gewollte Innervation'? Wir dchten, dass da, wo Wille" vorhanden ist, auch immer Bewusstsein vorhanden sei! '") Das Ich" ist nach unserer Ansicht ein Komplex von Gedanken, Gefhlen und (wahrgenonnnenen) Sachen (Rumpf, Gliedmassen, Sprache, Jjewegungen u. s. w.), also nicht etwa eine geistige Wesenheit", fr die sich nicht der mindeste Nachweis bringen lsst. Dass bei jenen von Bewusstsein begleiteten Nervervorgngen . die man als Willensrcgungen bezeichnet, nicht snuntliehc Abschnitte der bzgl. Hirnvorgnge von Bewusstsein begleitet sind, stimmt. Das, was Dr. J. als Unterbewusstsein" be- zeichnet, besteht eben iu Hirnvorgngen, die ohne oder fast ohne Bewusstsein verlaufen. Die von Dr. J. entwickelte Idee eines geistigen Unbewusstseins ist vllig mystisch und den wirklichen Sachverhalt nur verdunkelnd und wahrhaftig nicht eiufach und erst recht nicht brauchbar, auch nicht zu dem Zwecke, zu dem sie Dr. J. verwenden will, zur Erklrung der von ihm angenonnnenen Einwirkung des Geistigen auf Krperliches. Denn (Jeist" bleibt Geist", auch wenn er geistiges Unterbewusstsein" genannt wird. Die alte Hauptschwierigkeit" des Dr. J. und aller Dua- listen bleibt also nach wie vor bestehen. Hazu kommt noch, dass von relativ unbcwussten geistigen Vorgngen" reden, genau so klingt, wie wenn Jemand von relativ hlzernem Eisen" sprechen wrde. Die gemeinten \'orgnge sind die vorher bezeichneten Hirnprocesse, die theils von keinem, theils von usserst geringem Bewusstsein begleitet sind. Die Verwickeltheit und Dunkelheit der ganzen Hypothese spricht brigens selber deutlich genug gegen dieselbe. ^''') Sicher kommt es darauf an, ob, naclnlcm vorher schon gengend unwahrscheinliche Annahmen gemacht sind, nun noch eine zehnfach unwahrscheinlichere hinzugefgt wird. Die Spur eines Beweises fr die neue Annahme haben wir leider nicht zu entdecken vermocht. Auf die noch folgenden Bemerkungen Dr. J.'s brauchen wir wohl nicht nlier einzugehen. Dr. J. schwcht zu- nchst seine eben erwhnte Annahme ab, indem er mit Hilfe der (brigens durchaus nicht gengend geklrten und wissenschaftlich begrndeten) Ideen Jger's zwischen den beiden Nervensystemen eine materielle Brcke zu bauen sucht, um dann aber, zu seinem obigen Gedanken- gange zurckkehrend, zu behaupten, dass man brigens auch (dnie die Annahme einer materiellen Vermittelung auskonnnen krmnte", wobei er dann noch einen falschen Vi'rgleieh mit dem l'hnomen des Mittuens macht. Dieser Vergleich erinnert uns brigens in seiner ver- unglckten Erluterung geistiger Vorgnge durch ganz anderartige kr)rperliehe \ orgnge an den eben so falschen Vergleich des Materialisten Karl Vogt, in dem er die Ge- danken als Absonderiuigen" des Gehirnes mit Urin und Galle als Absonderungen von Nieren und Leber verglich. Der Komet Holmes soll nach einer neueren Berech- nung des Herrn V. CeruUi in Rom eine Undaufszeit von nur 6 .Jahren IOV2 Monaten haben. Obgleich dies Er- gebniss der Rechnung nur wenig von der Wirklichkeit sieh entfernen drfte, so scheint doch nur wenig Wahr- schi'inlichkeit vorhanden, dass der Komet je wieder ge- sehen wird. Denn nach einer Photographie, die Herr Deslandres am 21. Novemljer mit einer Expositionszeit von 40 Minuten von diesem Kometen erhalten hat, zeigte derselbe schon damals deutlich eine beginnende Theilung. Das Auftreten der letzteren fllt brigens zusammen mit der um jene Zeit ul)erall constatirtcn Helligkeitsabnahme des Kometen. Von demselben Himmelskrper legte Herr Ti SS er and, Director der Pariser Sternwarte, eine acht Tage frher aufgenommene Photographie vor, welche die Brder Henry hergestellt haben. Auf dieser Platte zeigt die Coma einen scharf begrenzten, nahezu kreisfrmigen Unn-iss. Der Kern war hell, exeentriseh orientirt und etwas elliptisch. Die Helligkeit desselben hinderte in- dessen nicht, einige hinter dem Kern stehende Sterne zu sehen. An einer Stelle dehnt sieh der Kern bis zur Grenze der Coma aus; ein Sehweif ist indessen nicht wahrzunehmen. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Es wurden ernannt: Die Botaniker Oberlehrer Dr. F. Kraenz- lin und Dr. P. Sorauer, Leiter der pftanzenphvsiolosischi'n Versuelisstation in Proskau zu Pi-ofessoren. Dr. Andreas Fioni zum Assistenten am Knig!, botanisehen Garten zu Padua. Prof. Antonio Borzi zum ordentlichen Professor der Botanik und Director des Botanischen Gartens zu Palermo. Prof. Dr. Fausto Mori zum ausserordentlichen Professor der Botanik an dir Universitt Catania. Prof. J. . Farmer zum Professor der Botanik an das University-College in London. Der Bota- niker Prof. Dr. D. H. Scott von dem University-College in London ist an die botanischen Anstalten nach Kew versetzt worden. TJeber die Feier zu Pasteur's siebzigstem Gebuitstag in Paris am 27. December 1892 lierichten Prof. Metschnikoff und Dr. Loe av inli org in Paris in der Berl. Klin. Wochi'uschr." Die grosse Bedeutung Pasteur's zeigt .sich auf das Schlagendste schon in seinen ersten Arbeiten, deren ausserordentliche Trag- weite zu erkennen erst spteren Jahren vorbehalten war. Dies war der Fall mit seinen ersten Untersuchungen ber die optischen Eigenschaften der weinsauren Doppelsalze. Er fand . dass die wssrigen Lsungen derselben den polarisirten Lichtstrahl ver- schieden brechen, und dass die optisch wirksamen Salze in solche getrennt werden kinien, von denen die einen rechts-, die anderi'u linksbrechend sind. Diese Entdeckung fhrte Pasteur zur Auf- stellung seiner Theorie der moleculren Dissymetrie, au deren weiterem Ausbau er nur dadurch gehindert wurde , dass er sich der Bearbeitung anderer Probleme widmen musste. Allein die gute Saat blieb nicht unfruchtbar. Dreissig Jahre spter er- Nr. fj. Natnrwissensehaftlichc Wochensclirift. 40 biiuteu auf den Entdeckunficn l'iistcm-'s L('-Bel und Vant'llof ihre Lehvn vom asymmotriscluni Kolilenstott' und von der moli'Cu- lren Asvuinieti'io. Bekanntlicli bildet dietio Theorie heute, nach hiugon Kiun]ifi'u, die Grundlehro der modernen chomisehen Structurlehrc. Drs Weiteren ist an die epochomachendeu Arbeiten Pasteur's ber Giilirung, Generatin aequivoca etc. zu erinnern. Es sei nur hcrvorgidiobeu, wi'lelie immense Tragwciti' der selion 1857 gi>- muchtcn Entdeckung Pasteur's ber die Verursacduing der Milch- siUireghrung durch niedere Organismen innewohnte. Sie enthllte einerseits dii' bedeutungsvolle Thatsaehe, dass Ghrungen stets durch Organismen hervorgerufen werden, und andererseits, dass es ausser den Hefppilzen noch ganz anders geartete Lebewesen giebt, welche chemische Zersetzungen hervorrufen. Noch greifbarer trat die Wirksamkeit dieser Organismen zu Tage, als Pasteur im Jahre 1861 als Urheber der Buttersiiure- ghrung ein viel voluminseres und in der Form schon viel all- gemeiner bekanntes Wesen, ein Stbchen entileckte. Damit war es zum ersten Male festgestellt, dass derartige Organismen im Stande sind, wichtige und ganz speciell chemische Umsetzungen hervorzurufen. Diese Entdeckung fidirte unter Anderem zu der Ei-kenntniss von der tiologischen Bedeutung ganz hnlicher Stbchen, wie sie andere ausgezeichnete Forscher schon frher im Milzbrandblnte gesehen hatten, ohne jedoch ihre Tragweite zu erkennen. Diese und andere Forschungen auf dem Gebic't(.' d<>r Ghrungs- lehre, sowie der damit eng verknpfte experimentelle Nachweis von der Unhaltbarkeit der althergebrachten Annahme einer Generatio spontanea, bilden die Grundsteine des Baues, auf dem ein grosser Theil der reinen und angewandten Biologie (inel. der Medicin) ruht. Die Erkenntniss der allgemeinen Verbreitung der mit blossem Auge unsichtbaren K(Hme, fidirte Pasteur zu den scharfsinnigsten Methoden, sich ihrer zu erwi-hren und bildete somit die Grundlage der modernen Antise])sis und Asepsis in der Chirurgie und Medicin, die durch geniale Nachfolger, vor Allem durch Sir Joseph Lister, bis ins Detail ausgearbeitet worden ist. Die Methode der knstlichen Zchtung vieler Mikroorganis- men, die Entdeckung der so bedeutsamen Fhigkeit, ohne atmo- sphrischen Sauerstoff zu leben etc., bildeten die weiteren Grund- steine der modernen Mikrobiologie. Die allgemein bekannten Entdeckungen Pasteur's ber die Krankheiten der Seidenraupe (Prebrine und Flacherie) und das durch Bacterien erzeugte Verderben des Weines und des Bieres fhrten Pasteur zur Aufstellung ])raktisch so hchst wichtiger Methoden, die fr den Wohlstand der Vlker so bedeutungsvollen Industrieen zu schtzen. Sie bildeten gleichzeitig eine wissen- schaftliche Grundlage fr seine s])teren Untersuchungen betreifs der Krankheiten der hheren Thiere und des Menschen. So die bekannten Arbeiten ber die Bacterien, die Alischwchung ihrer Virulenz und die Mglichkeit, dadurch knstliche Immunitt einer ganzen Reihe von Infectionskrankheiten gegenber zu verleihen (Hhnercliolera. Milzbrand, Schweinerothlauf etc.). Diese Studien haben der wissenschaftlichen Forschung und deren praktischer Verwerthuug ein Feld erffnet, dessen Ausdehnung noch nicht ab- zusehen ist. Nur nach einer solchen grossartigen Vergangenheit und ge- tragen von dem Bewusstsein, die Biologie und die Medicin umge- staltet zu haben, konnte ein Forscher den Muth fas.sen, einer der entsetzlichsten Geissein der Menschheit, der Hundswuth, activ entgeg<'nzutreten. Die Schwierigkeiten der Aufgabe waren um so bedeutender, als es gerade hier nicht gelang, ein zu Grunde liegeudrs Microbion zu entdecken. Hier nuissten andere Wege der Forschung eingeschlagen werden als die, die bisher so gross- artige R(>sultate geliefert hatten. Fassen wir nun alle diese grossartigon Leistungen zusammen und fragen wir uns, wie es einem Menschen vergnnt war, so viele und so grosse Probleme zu lsen, so liegt die Erklrung dafr ausser in dem ungewhnlichen Genie dieses grossen Mannes in seinen hervorragenden Charaktereigenschaften. Eine ausser- ordentliche Arbeitskraft, gepaart mit dem nimmer rastenden Drange, die Wahrheit ans Licht zu bringen; ein fleckenloser Charakter und die Energie, mit welcher er Decennien lang den hartnckigsten Widerstand gegenber seineu Entdeckungi'ii ver- theidigti.', haben es ihm ermglicht, noch bis ins spte Alter so Grosses zu leisten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Pasteur es verstanden hat, bedeuti-nde Mnner zu seinen Schlern zu machen vnid gemeinsam mit ihnen dem grossen Ziele nachzu- streben. Nennen wir unter diesen vor Allem den unvergesslichen, zu frh verstorbenen Thuillier, sowie von den Lebenden Duelaux, Gayon, Eaulin, Joubert und von jngeren, noch jetzt neben ihm wirkenden Roux und Chauiberland. Die Feier des Pasteur'schen Jubilums war der Bedeutung des Gelehrten und der VortrefTlichkeit seines Charakters wrdig. Die hchsten Wrdentrger des Staates waren zugegen , inmitten der Estrade der Prsident der Republik. Neben ihm sasson die Herren d'Abbaxlie, Prsident der Akademie der Wissenschaft, Le Royer, Prsident des Senats, il^r Ministeriirsident Ribot und die Mitglieder des diploiiiati.schen Corps. Links von Herrn Carnot nahmen Platz die Herren: .foseph Bertrand, Secretairo perpetuel der Akademie der Wissenschaft, Flo(|uot, Prsident der Deputirten- kammer, Charles Dupuy, Unterrichtsminister, und smmtliclie brigen Minister. Hinter dic'sen hohen \\'rdentrgern sassen die Delegirten der fnf Klassen des Institut ile France" (Academic franQaise etc.), der Academie de merst: Was habe ich fr meine Belehrung gethanV Und dann, je meiir ihr voranschreitet: Was habe ich fr mein Vaterland gethanV So bis zu dem Momente, wo Ihr vielleicht so unendlich glcklich sein werdet. Euch zu sagen, dass Ihr etwas zum Fortsehritte und zum Wohlsein der Menschheit beigetragen habt. Mgen diese Bestrebungen mehr oder weniger glcklich ausfallen, Jeder muss sich, wenn die letzte Stunde naht, sagen knnen : Ich habe gethan, was ich konnte." Meine Herren, ich spreche Ihnen meine tiefe Rhrung und meine herzliche Dankbarkeit aus. Wie auf dem Revers tlieser 50 Naturwissenscliaftliclic Wot'liensehrift. Nr. Medaille der .arosse Knstli.T Roty daw Datum, das so sl-Ii er auf meinem Leben lastet, unter Kosen versteckt hat, so haben Sie, theiire CoUegen, meinem Alter dasjenige Schauspiel vorfhren wollen, das am Geeignetsten war, es zu erfreuen, nmlich das dieser liebe- und lebensvollen Jugend." Vom 22.-26. Mai 1893 feiert die American Philosophi- cal Society zu Philadelphia das 150. Fest ihrer Grndung durch eine Reihe wissenschaftlicher Sitzungen. L i 1 1 e r a t u r. H. P^incare, Ijecons sur la theorie de l'elasticite. Georges Carre. Paris lSy2. Es ist an dieser Stelle bereits wiederholt und auf das Nach- drcklichste auf die Vorlesungen aufmerksam gemacht worden, welclie Herr Poincare an der Faculte des Sciences de Paris" ge- halten hat, und welche durch seine Schler in sorgfidtiger Bear- beitung weiteren Kreisen zugnglich gemacht worden sind. Den Vorlesungen ber die mathematisolie Theorie des Lichtes (vergl. Naturw. Wochenschr." Bd. IV. S. 272), ber Elektricitt und Optik (Naturw. Wochenschr." Bd. VI, 91, VII 150) und ber Thermodynamik (Naturw. Wochenschr." VII, 325) stellen sich in dem vorliegenden Werke die Vorlesungen ber p^lasticitt an die Seite. Dieselben sind von den Herren Bosel und Drach fr den Druck ausgearbeitet worden. Indem wir auf die a. a. 0. ausgefhrten Darlegungen betreffs der Bedeutung der Poincare'schen Vorlesungen verweisen und um das Gesagte nicht wiederholen zu m.ssen, mag es gestattet sein, bei der Besprechung des vorliegenden Bandes im "Wesentlichen eine Uebersicht ber den Inlialt desselben zu geben. In dem ersten Kapitel werden die Deformationen der Krper vom rein kinematischen Gesichtspunkt betrachtet, also ganz ab- gesehen von den Ursachen, welche die Deformationen erzeugen. Das Studium der elastischen Krfte wird im zweiten Kapitel in Angriff genommen. Die Theorien der Elasticitt werden dabei in der naturgemssen Weise unterschieden, dass die eine Art sich auf moleculare Hypothesen grnden, w'hrend die anderen Theorien keine Voraussetzungen ber die innere Constitution der Materie machen und sich daher im Allgemeinen auf die Thermo- dynamik sttzen. Es wird in diesem Kapitel auch der Nachweis gefhrt, dass es keine Verallgemeinerung der Voraussetzungen in sieh schliesst, wenn man Verbindungen und Verbindnugskrfte zwischen den Moleciden einfhrt; man kann zu ebenso allgemeinen Resultaten kommen, wenn man nur gewhnliche Krfte einfhrt, vorausgesetzt, dass man die Natur der Krfte nicht nher prci- sirt. Mit Hilfe des Princips der virtuellen Geschwindigkeiten werden alsdann im dritten Kapitel die Gleichgewichtsbedingungen ermittelt; in demselben Tlieile werden auch die Drucke nher stndirt. Einige Specialflle des Gleichgewichts bilden den Gegen- stand des nchsten Abschnittes, wiihrend die kleinen Bewegungen eines elastischen Krpers in Kapitel \ zur Untersuchung gelangen. Die Ausbreitung der ebenen Wellen, die Reflexion und einige Beispiele fr Schwingungen elastischer Krper machen den Inhalt des sechsten Kapitels aus. Die beiden letzten Kapitel sind bezw. dem Problem von Saint-Venant und dem Problem der elastischen Linie gewidmet. Einige Schlussbemerkungen beziehen sich auf das Rotationsjjrobh'm eines schweren Krpers. Die Ausstattung des Werkes ist von der Trefflichkeit, die wir an den Werken des oben genannten Verlages gi'whnt sind. A. G. Berich.te der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Berlin 1892. Heft 9. Das Heft enthlt den Bericht ber die Nov<'mber- Sitzung und di-ei Mittheilungen, von denen wir nur die eine er- whnen: B. Frank: Die Ernhrung der Kiefer durch ihre Myko- rhiza-Pilze. Die Versuche haben, wie frher fr die Rothbuche, jetzt fr die Kiefer den Beweis geliefert, dass sie der Mykorhiza-Pilze zu ihrer Ernhrung unbedingt bedarf. Welche speciellen Nhr- stoffe der Pflanze durch den Pilz zugefhrt werden, ist noch un- entschieden. F. K. Jahrbuch der Kai erlich-Kuiglichen Geologischen Reicis anstalt._ Jahrgang 1S92; XLII. Band, 2. Heft. Wien i>i'J'^. Das Heft ist 1(31 Seiten stark und mit 5 Tafeln ausgestattet. An Aufstzen enthlt dasselbe die folgenden: H. B.v. Foul Ion, Ueber einige Nickelerzvorkommen; H. Hfer, Das Miocn bei Mhl- dorf in Krnten. Zu jeder dieser Abhandlungen gehrt eine Tafel. R.Trampl er, Die Loukasteine (eigenthi mliche Kalkcon- cretionen aus der Gegend von Ruditz, nrdlich Brunn) mit 2 Tafeln; Julius Dreger, Ueber einige Versteinerungen der Kreide- und Tertirformation von Korcha in Albanien (1 Tafel); K. V. John, Ueber die chemische Zusammensetzung verschie- dener Salze aus den k. k. Salzbergwerken von Kaluss und Aussen (1 Tafel);" J. J. Jahn, Zur Frage ber die Bildung dos Erdls; W. Waagen, Vorlufige Mittheiluugen ber die Ablagerungen der Trias in der Salt-range (Punjab). F. K. Verhandlungen der Gesellschaft fr Erdkunde. Berlin 1892. Mit 9 u. 10 schliesst der 19. Band. Ausser den Berichten ber Sitzungen enthlt das Heft von Vortrgen und Aufstzen: 1) Prof. Hellmann, Bericht ber die Columbus-Feieidichkeiten in Genua, Huelva und Madrid (aus dem wir in der Naturwissen- schaft]. Wochenschr." einen Auszug zu bieten gedenken). 2) Dr. Stuhlmann, Ueber seine Reise mit Dr. Emin Pascha, welche, Ende April 1890 angetreten, nach dem Westufer des Victoria- Nyansa ging, wo die Station Bukoba gegrndet wurde, und weiter nach Norden und Nordwest fhrte bis zu jenem Urwalde, der von Stanley durchzogen worden war. Mangel an Lebens- mitteln, Pocken und andere Widerwrtigkeiten setzten dem wei- teren Vordringen ein Ziel. Am 10. Dez. 1891 wurde Dr. St. mit den noch gesunden Mannschaften vorausgesandt, gelangte am 13. Febr. 1892 nach Bukoba, von wo er nach EintrofJFen des Ab- lsungskommandos zur Kste aufbrach, die er am 12. Juli in Bagainoyo erreichte. Dr. Emin Pascha drfte erst am 9. Mrz vor J. seinen Rckmarsch angetreten haben und veranlasst worden sein, sich nach Kibonge am oberen Congo zu wenden. Einge- flochten sind kurze Aufschlsse ber das Land, seine Bewohner u. s. w. Hierzu eine Kartenskizze. 3) Dr. Marcuse, Die Erdmessungs - Expedition nach den Hawaiischen Inseln. Unter- nommen zur Erforschung des Gesetzes ber die Vernderung der geographischen Breiten, vom Berichterstatter geleitet. Kurze Schilderung der Reise, der Inselgruppe und der Arbeiten der Expedition. 4) Dr. Th. Wolf, Ueber das westliche Tiefland Ecuadors. Erweiterung des geographischen Bildes, welches der Verfasser friier ber die Hochlande Ecuadors gegeben hat. 5) H. Wagner, Arthur Breusing. Biographische Skizze des am 28. Sept. v. J. in Bremen Verstorbenen, Das Heft bringt ferner einen Brief des Grafen Joachim Pfeil, datirt Ukamas, Gr.-Nama- land, 10. Aug. 1892, worin derselbe ber die bisher durchreisten Landstreckeu kurz berichtet und die Fortsetzung seiner Tour nach Norden anzeigt. Eine Uebersicht ber Vorgnge auf geo- graphischem Gebiet (darunter die vorlufigen Mittheilungen ber die Gesam m terge bnisse der Expedition Emin Paschas in den Jahren 1890 1892), litterarische Besprechungen und Be- richte von anderen geographischen Gesellschaften in Deutschland bilden den weiteren Inhalt des Heftes. F. K. Fuchs. E., Lehrbuch der Augenheilkunde. 3. Aufl. Wien. 14 M. Gegenbaur, C, Lehrbuch der Anatomie des Menschen. 5. Aufl. Leipzig. 24 M. Gerber, G., Das Ich als Grundlage unserer Weltanschauung. Berlin. 8 M. Grtz, A., Ueber spectrophotometrische Affinittsbestimmungen. Tbingen. 1 M. Graf, J. H.. Das Lelien und Wirken des Physikers und Astronomen Johann Jakob Huber aus Basel. (173o 1798). Bern. 1 M. Haas. A., Lehrbuch der Dift'erentialrechnung. Stuttgart. 8 M. Haller, B., Die Anatomie von Siphonaria gigas, Less., einer o|)istlio)iranchen Gasteropoden. Wien. 11,20 M. Halliburton, W. D., Lehrbuch der chemischen Physiologie und Pathologie. Heidelberg. 4 M. Berichtigung. Auf Seite 15 Spalte 2 Zeile 15 von unten muss es anstatt und erst nach ungefhr 30 Jahren" und erst vor ungefhr 30 Jahren" heissen. Inhalt: H. Potonie: Das natrliche Pflanzensystem A. Engler's und M. Treub's Untersuchungen zur systematischen Stellung von Casuarina. (Fortsetzung und Schluss.) (Mit Abb.) Dr. Karl Fr. Jordan: Ist die unmittelbare Gedankenbertragung oder mentale Suggestion erklrbar'? Dr. M. Klein: Anmerkungen zu dem vorstehenden Aufsatz des Herrn Dr. Jordan. Der Komet Holmes. Aus dem wissenschaftlichen Leben. LItteratur: H. Poincare: Le(,ons sur la theorie de l'elasticite. Berichte der Deutschen Botanisehen Gesellschaft. Jahrbuch der Kaiserlich-Kniglichen Geologischen Reichsanstalt. Ver- handlungen der Gesellschaft fr Erdkunde. Liste. Berichtigung. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Henry Potonie, Berlin N. 4., Invalidonstr. 40/41, fr den Inseratenthoil: Hugo Bernstein in Berlin. Verlag: Ford. Dmnders Verlagsbucliliaiidlung. Beilin SW. 12. Druck: G. Bernstein. Berlin SW. 12 Nr. Natiirwisscnseliurtliclie Wocliciiselirirt. IX Ungeheure Summen knnen bei ilirektcni Bezui;' von Bedartai-tikeln erspart werrlen. Wer elegante Kleidung liebt und dabei sparen will, verlange: der Tuchversandt -Firma Julius Kruer, Peg-au i. S. Dieselbe liefert: Drei Meter gezwirnter Biicksliin fr 4,50 M. i ausreichend zu ., schwr/, oder blau CLevlot 4,50 , Kl:;,. t-^ reiuwolleii t lieviot 9,00 , schner ., fein Kanim:arn ,, 12,00 ,, ' schwerer Ware. Julius Krner, Tuchversandt, Pegau i. S. G-esrndet 1846. Dr. Robert Muencke l.uiseustr. 58. BERLIN NW. Luisenstr. 58. Technisches Institut fr Anfertigung wissenschaftlicher Apparate J und Gerthschaften im Gesamiutgebiete der Naturwissenschaften. 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Saub II unb 111 ericf;etneit im Saufe be 3at)re 1893. ^cflcITungcn nimmt jcbc guc^anCung cntgcscn. >or iir^cm crjdjicn: im 58uiibe 8f(jfu blr lllclljfit bcr fo. f inljrit5= ober Joiirii=]}ritrii. 58on Dr. 55if6cfm Jocrftcr, ,l. >Jjtcu6. @cb. 3ieaieniuavat, lirofcfjov an tcc llniBevfitt unt Tivcftor tcr .Ol. Sternwarte 511 SBcrlin. 32 Seiten, gr. 8". iJJrciS 60 '$]. 3u bejicfien burtf] alle S8uif)5anbluiigeit. f erb. Diiiiimirro rrlnnoliuililinnblini!! in Crrliii SW. V2, jimiiirrflr. !U. In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12 erschien: Ein Ausflng nach Spitzbergen. Von Leo Creiiiei*, Bergreferendar. Mit wisseuschaftlichen Beitrgen von Prof. Dr. Holzapfel, Dr, Karl MUer-Hallensis, Dr, F. Fax, Dr. H. Potonie und Prof. Dr. W. Zopf. Afif I Portrait^ 12 Abbildung eiu l Tafel und l Karte. 80 Seiten gr. 8. 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Universitt und Diioctor der Kgl. .Sternwarte zu Berlin. ii 234 Seiten gr. 8". -Sx LI Preis 4 M. geh., geb. 5 M. ^[WJ w fi*:*.it*4t*.*.^^*'^**:^*.^^i^1k*.^*.^^^*:*i*.il*.*.*:*-*.^^*ik*--m In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12 erschien ; Die Bakterien und die Art ihrer Untersuchung Dr. Robert Mlttmaiiii, (SctLler des Professor ICocii. ) iit S Holzschnitten. (Sonder-Abdruck aus der Naturw. Wochenschrift.") Preis I Mark. 1* > ) ) )> % it^7?4^ $^yyf7 In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berhn SW. 12 erschien: Ueber Tundren und Steppen der Jetzt- und Vorzeit mit besonderer Bercksichtigung ihrer Fauna. Von Dr. Alfred Nehring, Professor der Zoologie und Vorstelier der zoologischen Sammlungen .au der Kniglichen landwirthschaftlichen Hochschule zu Berlin. Mit I Abbildung im Text und i Karte der Fundorte. S66 8. gr. 8". Preis 3 Mark. Redaktion: f Dr. H. Potonie. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung:, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. VIII. Band. Sonntag, den 5. Februar 1893. Nr. 0. Abonnement: Man aboniiirt bei allen Buchhandlungen und Post- v Inserate: Die viergeapaltene Petitzeile 40 ^. Grssere Auftrge ent- anstalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahrspreis ist M 3. dp sprechenden Rabatt. Beilagen nach Uehereinkunft. Inseratenannahme Bringegeld bei der Post 15 -j extra. jL bei allen Annocenbureaux, wie bei der Expedition. Abdrnck ist nnr mit Tollstndigei- (^iioileiiangabe gestattet. In der Heimath des Cacao. Von Barou H. Eggers. Der Cacaobaum, dessen kstliches Product mclir iiud raelir von einem Luxusartikel zu einer Volksnabrung- ber- g-ebt, und dessen Bedeutunj;- au.s diesem Grunde in kurzer Zeit ohne Zweifel die aller anderen tropischen Cultur- pflanzen berwiegen wird, stammt bekanntlich ans dem tro})ischen Amerika, wo derselbe bereits vor der Ent- deckung der neuen Welt liesonders im sdlichen Mexico (Soconuscoi, Jlittelamcrika, Westindien und dem nrd- lichen Sdamerika angebaut wurde, und von wo aus der- selbe in neuerer Zeit aucli nach den Tropenlndern der alten AVeit, wie z. B. Centralafrika und Cejdon, verpflanzt wurde. Unter den genannten Lndern scheint das Tiefland von Ecuador vorzugsweise die eigentliche Heimatli des Cacaotiamnes zu sein, indem derselbe hier nicht nur all- gemein wildwachsend vorkommt, sondern auch eine anders- wo ungeahnte Entwickelung erreicht, wie ich whrend eines sechsmonatlicheu Aufenthaltes auf einer Cacao- hacienda daselbst zu beobachten Gelegenheit hatte. In der reichen Alluvialebene, die sich zwischen dem grossen Flusse Guayas mit dessen zwei Quellflssen, dem Rio Drule und dem Rio Babalioyo einerseits und der Riesenkette der Anden andererseits in einer Breite von 20 30 Kilometer und einer Lnge von ber 2i>() Kilo- meter von Norden nach Sden erstreckt, fast berall noch bedeckt von unermesslicben Urwldern, die nnr hie und da, hauptschlicli lngs den zahlreichen kleinen Ksten- flssen, von Ansiedlungeu unterbrochen sind, findet man das Geschlecht der Theobroma verbreitet, nicht nur den bekannten cultivirten Cacaobaum (Th. Cacao), sondern auch noch andere, nahe verwandte Arten, wie den Cacao blaneo (Th. bicolor) und den Cacao de monte (Th. Mariae), deren Samen denen des erstgenannten sehr hnlich sind und gewiss mit der Zeit auch conomische Bedeutung erlangen werden. Die Verbreitung des Cacaobaumes, dessen Frclite und Samen keine specielle Anpassungen zum Wandern besitzen, dagegen eine Lieblingsnahrung ver- schiedener Thiere sind und somit weit umher verschleppt werden, ist an den meisten Orten eine so bedeutende, dass man hufig im Walde grosse Bestnde desselben in allen Stadien der Entwickelung vorfindet. Die Cacaogrten oder Huertas in Ecuador sind des- halb auch zweierlei Art, theils selbstgesete, die soge- nannten Almasigales, theils von Menschenhand in Rodungen gepflanzte, Huertas sembradas. Die erstgenannten entstehen in der Weise, dass der Pflanzer, wo er im Walde eine grssere Anzahl von Cacao- bumen antrifft, diesen durch Umhauen der brigen klei- neren Bume, die, ohne Schaden anzurichten, entfernt werden knnen, mehr Raum zum Wachsen verschafft, whrend die Riesen des Waldes, unter denen auch viele Palmen vorkommen, stehen bleil)en, theils des nthigen Schatten wegen, theils um nicht durch das Fllen der- selben die Caeaobume zu zerstren. Die letzteren sind in diesen Almasigales selbstver- stndlich von jedem Alter und stehen ohne jegliche Ord- nung zerstreut, oft so dicht, dass man des Raumes halber viele derselben beseitigen muss, andererseits aber auch oft mit grossen Zwischenrumen, die man alsdann durch Verpflanzen von jungen Bumen auszufllen sucht. Immerhin macht diese Art von Huertas indess einen sehr ungeordneten Eindruck und leidet an versebiedenen Uebelstnden, unter denen besonders die zu starke Be- schattung, das Umfallen der stehen gebliebenen Wald- bume und die sehr ungleiche Entwickelung des Bestandes die wesentlichsten sind. Dagegen bieten dieselben den Vortheil der geringen Muhe der Anlage, was in einem Lande, wo grosser ^Mangel an tauglichen Feldarbeitern herrscht, von ungemeiner Be- deutung ist und die Mglichkeit bietet, selbst bei be- schrnkten Mitteln eine recht umfassende Cacaogewinnung zn betreiben. 52 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. . Im Gegensatz zu diesen Naturplantagen stehen die Huertas sembradas, fr welche man zuerst den Wald voll- stndig tallt und abbrennt, indessen die Stmpfe stehen bleiben, hierauf Bananen in regelmssigen Reihen pflanzt, und wenn diese eine passende Hhe erreicht haben, die jungen Cacaobume entweder aus dem Saatbeete ver- pflanzt oder auch den Cacaosamen gleich an Ort und Stelle niederlegt. Die Anpflanzung von Bananen, die jedes Jahr eine werthvolie Ernte der bekannten, ein allgemeines Nah- rungsmittel darstellenden Fracht liefern, ist unumgnglich notiiwendig des Schattens wegen, da die Cacaopflanze, besonders im jungen Alter, das directe Sonnenlicht durch- aus nicht vertrgt. Die Entfernung zwischen den einzelnen gepflanzten Cacaobumen ist in Ecuador gewhnlich nur drei Meter, was bei dem reichen Boden und der hieraus folgenden ppigen Entwickelung des Baumes viel zu gering ist, in- dem die Bume alle zu sehr in die Hhe schiessen und dnne, zweiglose Stmme ausbilden, anstatt sich gengend mit ihren Zweigen nach den Seiten hin auszubreiten, wo- durch ihnen nothwendigerweise die Mglichkeit einer krftigen Ernhrung und daraus entspringenden reich- lichen Fruchtbildung benommen wird. Eine Entfernung von fnf bis sechs Meter ist den Verhltnissen weit mehr angemessen und sichert einen bedeutend hheren Ertrag des gleichen Areals, weshalb dieselbe auch in neuester Zeit von mehreren Pflanzern eingefhrt wurde. Gleichzeitig mit dem Aussetzen der jungen Cacao- bume werden auch die permanenten Sehattenbume ge- pflanzt, indem die Bananen nur whrend der ersten zwei bis drei Jahre den jungen Pflanzen Schatten spenden knnen, spter von diesen aber berflgelt nnd alsdann ausgerodet werden, um den erwhnten hhereu Bumen Platz zu machen. Der gewhnlichste Schattenbaum hier ist, wie auch in Trinidad und Venezuela, die Erythrina, in Ecuador Palo prieto genannt, eine Leguminose mit grossen, drei- theiligeu Blttern und rothcn BlUthen, die sehr rasch wchst, sich leicht durch Stecklinge vermehrt und deren Laub einen Schatten von passender Helligkeit verbreitet, wie derselbe dem Cacao am frderlichsten scheint. Ausser diesem Baume werden noch einige andere, besonders Arten von Inga, als Schattenbume benutzt; da dieselben jedoch den Nachtheil haben, langsamer zu wachsen und ein sprderes Holz zu besitzen, so dass oft grosse Zweige abbrechen und die Cacaopflanzen be- schdigen, hat man jetzt fast berall der Erythrina den Vorzug gegeben. Unter diesem Schatten gedeiht die Theobroma schnell, besonders wenn das rasch emporschiessende Unkraut fleissig mit der Machete niedergehalten wird, und trgt bereits im vierten Jahre eine Anzahl der bekannten schnen, goldgelben oder rothen, quittenfrmigen Fruchte, deren Zahl sich mit jedem Jahre rasch vermehrt. Der grsste Feind der jungen Pflanze ist, wie bereits angedeutet, das Unkraut, der Monte, eine Mannigfaltig- keit von Strauch- oder krautartigen Gewchsen, darunter viele mit grossen Blttern und saftigen Stengeln, die hufig in wenigen Monaten eine Hhe von zwei bis drei Meter erlangen. Unter diesen sind besonders auffallend der Vijao*) (Calathea discolor), eine bis vier Meter hohe Scitaminee mit riesigen, eifrmigen, sehr zhen Blttern, die vielfache Verwendung, besonders zum Dachdecken finden. Ferner mehrere Arten von Piper, Aroideen, Heliconia, Costus, *) j berall im Spanischen wie ch, ch wie tsch. Urticaceen und Farne, die zusammen ein buntes und dichtes Gestrpp bilden, das bald den jungen Cacao- bumen verderblich wird, wenn dasselbe nicht, wie an- gedeutet, von Zeit zu Zeit mit dem sbelartigen Wald- messer, der Machete, dicht am Boden abgemht wird. Dieses Reinhalten der Huertas, bei welchem zugleich die Wurzeltriebe der Cacaobume beseitigt und andere hnliche Arbeiten vorgenommen werden, bildet unter dem Namen Roza die Hauptarbeit der Leute und erfordert eine bedeutende Ausdauer und grosse ebung im Gebrauche des sowohl als Watte wie auch als Werkzeug gleich ntzlichen Universalgerthes des tropischen Landmannes, der Machete, die neben der zum Fllen der Bume un- entbehrlichen Axt das einzige Ackergerth in diesen Ln- dern darstellt. Whrend die oben erwhnten Pflanzen alle nur den Boden einnehmen und, sobald der junge Cacaobaum eine gewisse Hhe erreicht hat, denselben nur noch indirect schdigen, sind dagegen die Lianen und die E])ipliyten, ob parasitische oder nicht, zwei Pflanzenfornien, die auch noch in spteren Jahren den Bumen der Pflanzung nach- theilig sind und die man deshalb ebenfalls zu beseitigen strebt, was freilich bei dem leichten Verbreitungsvermgen und der grossen Menge derselben eine schwierige Auf- gabe bleibt. Wie bekannt, sind die tropischen Schlingpflanzen nicht nur sehr zahlreich, sowohl an Arten, als auch an Individuen, sondern gewhnlich auch holzartig und aus- dauernd, weshalb dieselben eine bedeutende Rolle, als sogenannte Lianen, im Walde der heissen Lnder spielen. Der gemeinsame Name in allen spanisch -amerikani- schen Lndern fr diese Pflanzenform ist Vejuco, worunter man jede Art \on Schlingpflanze, von der kleinen kraut- artigen Batate bis zu der, einer Riesenschlange hnlichen, holzartigen Entada oder Chamissan begreift. Es gehren zu diesen Vejucos Vertreter der ver- scliiedensten Pflanzenfamilien, besonders doch der Legu- minosen, Ampelidecn, Cucurbitaceen, Convolvulaceen, Amarantaccen und Aroideen, die alle meistens eine be- deutende Lnge erreichen und mit iin-eu weitverzweigten Gliedern oft grosse Theile der Cacaopflanzung berdecken. Whrend im Allgemeinen das Durchhauen des Haupt- stammes die Liane zum Aussterben bringt und die wel- kenden Zweige bald ihre Bltter verlieren und stcken- weise herunterfallen, giebt es einige, die eine ganz be- wundernswerthe Lebensdauer besitzen und fast nicht aus- gerottet werden knnen. Es sind dies besonders die Cissus-Arten (C. sicyoides und andere), aus einem der Rebe nahestehenden Ge- schlecht, welche einen ziemlich weichen, nur hall) ver- holzten, mit sehr weiten Gelassen versehenen Stengel besitzen und sowohl im Walde wie in den Cacaopflanzungeu hufig vorkommen. Wenn man den Stamm eines solchen Cissus durch- schneidet, stirbt der olere Theil nicht, wie bei anderen Gewchsen, ab, sondern es entsprossen demselben in kurzer Zeit eine ganze Anzahl dnner, glatter Luftwurzeln, die, nach unten wachsend, l)ald den Boden erreichen, hier sich einbohren und verzweigen und somit bald eine er- neuerte Verbindung mit der Nahrungsquelle herstellen, welche der Liane das fernere Wachsthum ermglicht. Diese Zhigkeit des Lebens ist so gross, dass mau hufig Lianen der genannten Gattung tritt't, die nicht nur iiu'en Stamm, sondern auch die darauf gebildeten Luftwurzeln zwei oder mehrere Mal durchschnitten bekonnnen haben, die aber jedesmal wieder am oberen Theil neue Luft- wurzeln gebildet und mit Hlfe derselben eine fortgesetzte Verbindung mit dem Erdboden bewerkstelligt haben. Angesichts dieser Unverwstliehkeit, die in demselben Nr. 6. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 53 Maasse auch nocli von einii;en Cucurliitaecen getheilt wird, bleil)t dem Pflanzer nichts anderes brig, als die Lianen mit den Hnden von den Caeaobilumen lsen und her- unterziehen zu lassen, was immer mit Mhe und Zeitver- lust wie auch Beschdig-ung' der Bume verbunden ist. Neben den Lianen nehmen bekanntlicii die Epipliytcn einen bedeutenden Platz in der tropischen Pflanzenwelt ein und sind in den Cacaopflanzungen besonders vertreten durch die Familien der Piperaccen, Bromeliaceen, Orchi- deen und Farne, deren mannigfache Formen hchst malerisch, aber freilich nicht ohne Nachtheil fr den Cacao, die Zweige und Stmme der Bume bekleiden. Ausser den genannten Familien begegnet man von blthentragenden Baumbewohnern auch noch einigen Gesneraceen, Aroideen und Cacteen, und neben diesen eine Menge von Oryptogamen, von denen besonders die Moose massenhaft auftreten und oft die ganze Oberseite der Stmme und dickeren Zweige berziehen. Da die Blttthen des Cacaobaumes, wie bekannt, nicht nur an den jngeren Sprossen erscheinen, sondern sogar vorzugsweise unmittelbar aus der Rinde des Stammes hervorbrechen, liegt es auf der Hand, dass gerade beim Cacao ein Ueberzug von Moosen und grsseren Epiphyten einen in vieler Hinsicht schdlichen Einfluss haben muss und oft das Blhen des Baumes beeintrchtigt oder sogar verhindert. Die Moose werden nebenl)ei noch ferner schdlich, weil deren weiches und immer feuchtes Polster eine gnstige Brutsttte fr die zahlreichen herumfliegenden Samen der anderen, grsseren Baumbewohner, besonders fr die mit langen Haaren versehenen Bronieliac-Scenamen, abgiebt, weshalb ein Aljkratzen dieser Decke, wie ber- haupt eine Beseitigung der Epiphyten im Allgemeinen, zu den unvermeidlichen Arbeiten einer sorgfltigen Pflege des Cacao gehrt. Whrend die im Obigen besprochenen Bewohner des Cacaobaumes alle nur einen Wohnsitz von demselben be- anspruchen, ihm indess keine Nahrung entzielien, sondern von der Luft, dem Regen und dem durch das Vermodern abgefallener Bltter gebildeten lluuuis leben, giebt es dagegen auch noch eigentliche Schmarotzer, die wahren Parasiten, welche zum Thei! ihre Nahrung aus dem Wirthe ziehen und in vielen Fllen denselben schliesslich zu Grunde richten. Von diesen findet man in den Cacaopflanzungen in Ecuador indess nur wenige Arten, die ausserdem durch- aus nicht sehr zahlreich auftreten, so dass der Schaden, den dieselben anrichten, nur unbedeutend zu nennen ist. Am bemerkenswerthesten sind der prachtvolle Lo- ranthus mexieanus mit seinen grossen gelbrothen Blthen und einige, unserem Viscum sehr hnliche, Arten von Phoradendron, deren klebrige Samen von Vgeln herum- getragen werden, die indess ohne Schwierigkeit von den Bumen zu beseitigen sind. Verderblicher als alle die im Obigen erwhnten Pflanzeufeinde sind dem Cacao die noch zu besprechenden Baumwrger, die aus den meisten Tropenlndern bekannt sind und die liier in Ecuador besonders durch einige baunuirtige Urticaeeen, nmlich Speeii'S von Fieus (Ili- gueron) und den Matapalo*) (Coussapoa villosa), ver- treten sind. Die sehr kleinen Samen dieser Bume werden von Vgeln oder vielleicht auch vom Winde auf andere Bume getragen, wo dieselben in der Mousbekieidung der Stmme oder in dem in einer Zweigklftung angesannnciten Humus gnstige Bedingungen zur Keimung vorfinden. Die junge Pflanze, welche sieh im Anfange mit der an ihrem Ge- *) Baumtdter. burtsorte vorhandenen Nahrunu- begngen nmss, sendet so rasch wie mglich eine oder mehrere dnne Luftwurzeln nach abwrts, die, dicht an den Stamm des Wirtlies an- gedrckt, sich bis zum Erdl)oden verlngern, hier ein- dringen und, sich reichlich verzweigend, dem angehenden Baumwrger eine neue und unerschpfliche Nahrungs- (luclle erifnen. Weder die Fieus noch der naheverwandte ^Matapalo sind demnach eigentliche Parasiten, sondern hchstens Epiphyten, und auch dies nur im Anfange, indem die- selben sehr bald ihre Nahrung ausscliliesslich aus dem Boden beziehen und insofern ein ganz normales Dasein zu fhren scheinen. Erst wenn man die fernere Ent- wiekelung dieser Bume l>etrachtct, begreift man, wie verderblich dieselbe der armen Wirthpflanze werden muss, indem diese von den rasch zu holzigen Krpern sich ent- wickelnden Luftwurzeln des ungebetenen Gastes einge- seldossen und erdrckt wird und bimien Kurzem vllig abstirbt und vermodert. Hchst interessant ist es hierbei zu beobachten, wie der Baumwrger seine Glieder einer plastischen Masse gleich um sein Opfer rings herum anschmiegt, wodui'ch oft die seltsamsten Formen und Verschmelzungen der scheinbar ungefgigen Holzmasse entstehen. Die von dem Stamme entsendeten Luftwurzeln ent- wickeln sich zu einem diesem hnliclien Kr})cr, treiben blttertragende Sprosse und bilden allmlig einen Pseudo- stanmi, der mit dem eigentlichen Stamme vollstndig ver- selnnilzt und bald dem Wrger das Aussehen eines selbst- stndig entwickelten, normalen Baumes giebt, in dessen Mitte man nur noch einige Zeit die Reste des erwrgten ( tpfers wahrnimmt, dessen frhere Gegenwart sich indess in den meisten Fllen durch das Hohlsein des Jlatapalo oder Fieus nachweisen lsst. Die Nemesis ereilt indess auch den oft zu kolossalen Verhltnissen anwachsenden Baumwrger, der gewhnlich mit der Zeit einen riesigen Umfang erreicht und durch seine zahlreiclic Seitenstmme in Verbindung mit dem grossblttrigen, dichten Laube ganz das Ansehen eines kleinen Waldes im Walde anninnnt. Indem diese mchtige Holzmasse nmlich im Inneren hohl ist, wird diesell)e durch ferneres AVaehstlmm leicht in ihrem Gleichgewicht gestrt, wovon hufiges Abbrechen grsserer Theile oder sogar das Umstrzen des ganzen Baumes bei etwas starkem Winde die Folgen sind, wodurch nicht selten Gefahr fr die in der Pflanzung beschftigten Arbeiter entsteht. Ein Durchhauen der Baumwrger im jugendlichen Alter tdtet dieselben und rettet somit den von ihnen ergriftenen Baum, weshalb das Uebel in diesem Stadium unschwer zu be- seitigen ist, ebenso wie mau durch Naehsuchcn auf den Cacaopflanzen die ganz jungen Keindinge dieser Feinde leicht entdeckt und entferni'n kann. Wo dagegen der Matapalo oder Fieus liereits einen grsseren Umfang erreicht hat, was leider an vielen Orten der Fall ist, besonders weil man irrthmlieher Weise ge- glaubt hatte, der Baum sei dem Cacao durch seinen Schatten von Nutzen, lsst sich derselbe niciit mehr ohne erln'blichere Schdigung der Cultiupflanzen beseitigen und naiss stehen gelassen und geduldet werden. Die Bekmpfung alier dieser Feinde aus dem Pflanzen- reiche giebt den Arbeitern selbstverstndlich viel zu Schften, dieselbe Uep])igkeit des Bodens und dasselbe gnstige Klima, die im Verein den Cacao zu (iner nirgends sonst gekannten Entwiekelung gelangen lassen, befrdert auch andererseits die grossartige Entfaltung der brigen Vegetation. Das Land ist vollstndig flach und gnzlich steinlos, von einem Alluvium gebildet, das hauptscldich aus einer oft Meter dicken Seliicht von lehmiger Erde auf einem 54 Naturwissenschaftliche Woclienschrift. Nr. 6. Untergiunde von feinem, j)3M'ithalti,i;'em Saude, ein auch in physikalischer Hinsicht bekanntlich gnstiger Boden, besteht. Das Klima ist ein mn- sehr geringen Schwankungen ' nnterworfeues, gleiehmssig heisses; die Regenmenge eine sehr bedeutende und selbst in den troekneren Monaten nie ganz unterbrochene, Factoren, die dem Gedeihen des Cacao mglichst gnstig sind, weshalb die Huertas auch hier das ganze Jahr hindurch mit Frchten in allen Stadien der Entwickelung prangen und somit die Ernte eigentlich nie aufhrt, wenngleich zu gewissen Jahreszeiten, be- sonders vom Juli bis zum Septenilier, die grsste Menge an reifen Frchten vorbanden ist. Aber auch die Frucht des Cacaobaumes hat eine Menge von Feinden, die dem Pflanzer die Ernte streitig machen und ihm nicht selten betrchtlichen Schaden zu- fgen. Hierzu gehren besonders mehrere Arten von Papageien, die Morgens ganz frh in die Huertas fliegen, hier den Tag ber an den reifi'u Frchten sich gtlich thun, um Abends gegen Sonnenuntergang wieder schreiend und lrmend in kleinen Haufen nach den Mangrove- waldungen an der Kste zurckzukehren, wo sie zu nisten scheinen. Da der Schaden, den diese in grosser Menge auf- tretenden Vgel sehr betrchtlich und deren Fleisch neben- bei recht wohlschmeckend ist, wird ilnien durch dazu angestellte Jger fortwhrend nachgestellt und trotz ihrer Schnheit eine Menge erlegt. Dasselbe geschieht mit den verschiedenen Sugethieren, die sich zum Theil vom Cacao nhren, und von denen ich besonders einige Aflenarten, eine Beutelratte und ein kleines Eichhrnchen wie noch einige andere Nager erwhne. Im Ganzen genommen sind die Zerstrungen dieser Tbiere doch nur massig, und da auch die Verluste durch Krankheiten, unter denen besonders die durch Schmarotzer- pilze verursachten, keine bedeutende sind, bleibt dem Hacendado in der Regel ein reichlicher Ertrag brig. Durch eintretende Drre krmnen an einzelnen Orten zu- weilen die ganz jungen Frchte einschrumpfen und ver- dorren, an anderen verfaulen die Frchte zuweilen, be- sonders wo die Bume zu dicht gepflanzt sind; trotz alle- dem hrt man nie von einer Missernte, wenn gleich der Gesamnitertrag der einzelnen Jahre verschieden sein kann, so dass man im Allgemeinen die Cacaoeultur als eine sehr lohnende bezeichnen darf, die bei der ber hundert Jahre anhaltenden Tragfhigkeit des Baumes die Grundlage eines dauernden Wohlstandes abgiebt. Der durchschnittliche Ertrag einer Caeaopflanze ist in Ecuador gewhnlich \ o Kilo, was die trockenen Samen von 8 10 Frchten (mazorcas) darstellt. Wo die Bume freien Platz zum Ausbreiten der Zweige haben, sieht man indess sehr oft 30 40 oder noch mehr Frchte an einem Baume, an einzelnen alten Bumen zhlte ich sogar nicht selten ber 400 Frchte, was einer Ernte von 25 Kilo im Werthe von ber 30 Mark pro Baum gleielikommt. Der geringe Durchschuittsertrag der Pflanzungen rhrt hauptscldich von zu dichtem Pflanzen her, ein Fehler, den man erst in neuester Zeit durch Lichten der Huertas und grssere Entfernung bei der Anlage neuer Grten zu berichtigen sucht. Bei dem grossen umfange der meisten Haciendas, von denen viele eine halbe bis eine ganze Million Bume (matas) haben, ist die Gesammternte, selbst bei einem Durchschnitt von nur 500 Kilo pr. 1000 Pflanzen, dennoch immerhin von bedeutendem Wertli und beansprucht die ganze Aufmerksamkeit des Besitzers oder seines Verwal- ters wie auch eine erhebliche Arbeitskraft an Menschen und Tbieren. Durch die verschiedenen Huertas vertheilt gehen Ab- theilungen von 10 12 Mann mit einem Mayordomo als Aufseher, die eine Hlfte, die Tumbadores*), mit einem langen dnnen Rohr versehen, das an der Spitze ein scharfes, haUnnondfrmiges Eisen trgt, womit die reife Frucht, die nicht von selbst herunterfllt, geschickt am Stiel durchschnitten wird, was mit einem nach oben ge- fhrten Stosse geschieht, um alsdann von der anderen Hlfte der Leute, den Recogedores, aufgesammelt und in grosse Haufen aufgeschichtet zu werden. Zu diesen Haufen begiebt sich dann, gewhnlich am nchsten Tage, ein ^lann, der Sacador, welcher mit einem kurzen, breiten Eisen die dicke Schale der Frchte der Quere nach durchschneidet und dieselben hinter sich wirft, wo alsdann ein Knabe mittels eines Rippenknochens, der als eine Art schmalen Lotfels dient, die Frucht ihres In- halts entleert. Das Innere der Cacaofrucht besteht, wie bekannt, aus einer Menge von dicken, scheibenfrmigen Samen, die in fnf Reihen geordnet und von einer weissen, suerlichen Pulpe umgeben, in einer Anzahl von 40 50 den Hohl- raum erfllen. Dieser schleimige, rohe Cacao wird als- dann in grosse starke Scke gefllt, die auf Jeder Seite des Packsattels auf einem krftigen Maultliii're herab- hngen und in dieser Weise auf den gewrdmlich boden- losen Pfaden nach der Hacienda zur weiteren Behandlung gebracht. Sowohl die Tumbadores als auch die anderen Ar- beiter der Plantage tragen bei der Arbeit in den Huertas die Fssc und Beine sorgfltig eingehllt, um sich gegen die vielen Giftschlangen, die eine wahre Landplage des ecuadorianisehen Tieflandes sind, zu schtzen. Die Fsse sichert ein oftVner Schnrschuh aus dickem Leder, die Corba, nachdem der Fuss an Statt des Strumpfes mit den weichen, welken Blttern der Banane umwunden ist, wh- rend die Beine mit einer dichten Umhllung von den Blttern des oben erwhnten Vijao bekleidet werden, die mit Baststreifen des Cacao, der wie alle Bttneriaceen ein dem Lindi-nbast hnliches Material liefert, festgebunden werden. Trotz aller Vorsicht kommen dennoch Schlangen- bisse nicht selten vor, besonders sind die Recogedores densellten beim Aufsammeln der Frchte vom Boden in dem oft sehr dichten lattgewirr des Unkrautes ausgesetzt. Die gefrchtetste aller Sehlangen ist die E()uis, so ge- nannt von den dunklen Zeichnungen auf dem Rcken, die dem Buchstaben x hnlich sehen, welcher im Spanischen Equis (spr. Ekkis) heisst. Diese Natter wird bis 1 V-3 Meter lang und kommt nicht nur im Walde und in den Huertas, sondern auch in d(>r Nhe von Wohnungen oder in diesen selbst vor und Itesitzt eins der am heftigsten wirkenden Gifte, das bereits nach wenigen Stunden den T(h1 herbei- fhrt. Ein grosser Hund, der ganz nahe l)ei einem Wohn- hause von einer dieser Schlangen in's Ohr gebissen ward, verendete vor meinen Augen im Verlaufe einer Viertel- stunde. Als Mittel gegen das Schlangengift wird hufig eine braune Flssigkeit, Curarine genannt und von einem Amerikaner fabricirt, nicht ohne Erfolg angewandt, ausser- dem Alkohol, Chinin, Ferrum sesquiehlorat und verschiedene einheimische Kruter, durch welche auch zuweilen Patienten gerettet werden. Immerhin bleiben die Giftschlangen eine Art ^litbewohner dieser Gegenden, an welclie man sieh nur sehr schwer gewhnt und die den Genuss der pracht- vollen Natur hier erheblich beeintrchtigt. Nachdem iu der oben erwhnten Art der rohe Cacao nach der Hacienda gebracht ist, wird derselbe sogleich auf grossen offenen Pltzen, Tendales, die mit gespaltenem Bambusrohr belegt sind, zum Trocknen ausgebreitet. Das *) Tumbr fllen, recogei' aufsammeln, sacar horausuehmen. Nr. 6. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 00 in Westindien i;clru('hliche Fcrnientiren in (lurclil(ichertcii Behltern, wodurch in wenii;en Tagen die l'ulpe verfliesst und der Cacao eine passende Reife mid Farbe erhlt, ist in E^cuador gnzlich unbekannt, wird indess zum Theil dadurch ersetzt, dass bei Kegenwetter und ber Nacht die Samen in lngliehe Haufen zusannncngcscliiclitct und mit Blttern des Vijan oder gel)ogenen Zinki)latten ber- deckt werden, wodurch in der feuchten Masse jedes Mal eine Ghruug entsteht, die freilich am nchsten Morgen durch das Ausbreiten in der Sonne auf dem Tendal wieder unterbrochen wird. Die Qualitt des Cacao scheint indess auch bei diesem \'erfalireii den wnschenswerthcn Grad von Gte zu er- reicln'n, indem der Cacao von Ecuador, gewrdnilich nach dem Hafenorte Guaya(iuil, von wo aus derselbe verschifft wird, benannt, wie bekannt zu dem besten der Welt ge- h(irt. Der bedeutende Unterschied zwischen den beiden llauptklassen des ecuatorischen Cacao, dem aus den oberen Flussgebieten (Cacao de arriba) und dem aus den sd- licheren Gegenden (Cacao de Balao und de Machala), ist nicht auf eine verschiedene Behandlung der Frucht zurck- zufhren, sondern scheint hauptschlich von verschiedenen Bodenverhltnissen herzurhren, indem die oberen Gegen- den bereits mehr hgelig und steinig werden, je nher man dem Gebirge kommt. Der Cacao de arriba ist bedeutend bitterer als der andere und erlaubt deshalb dem Fabrikanten in Europa durch Zugabe einer gr(isseren Menge von Zucker ein be- deutend grsseres Quantum Chocolade aus derselben Menge von Cacao zu erzielen, was diesem also einen hheren Werth zu Fabrikationszwecken verleiiit und den besseren Preis desselben auf dem Weltmarkte bedingt. Wenn der nasse Cacao in der oben angegebenen Weise vollkonnnen getrocknet ist, wird derselbe von allen schwarzen und schlechten Bohnen mit der Hand befreit, durch Sieben von nrath gereinigt und alsdann in Scke verpackt auf kleinen Segelschiffen nacii Guay- aquil zum weiteren Export mittels Dampfer nach Europa gebracht. Die jhrliche Ausfuhr von Ecuador an Cacao betrgt gegenwrtig 14 15 Millionen Kilo oder fast ein \'iertel der Gesannntproduction der Welt, die c. GO Millionen Kilo betrgt. Da der Consum im Lande sell)st merkwrdiger- weise ein sehr geringer ist und fr die ganze nur etwas ber eine Million betragende Bevlkerung wohl kaum 1 Millitm Kilo erreicht, ist die ganze Ernte dieses Heimath- landes des Cacao auf 15^16 Millionen Kilo im Jahre zu setzen, was zwar ein bedeutendes Quantum ist, jedoch immer nur einen kleinen Theil von dem darstellt, was dieses reiche Land bei rationellerer Beiiandiung der Plan- tagen und ausgedehnterer Ueberwachung hervorzubringen im Stande wre. Wenn man erwgt, dass die kleine westindische Insel Grenada mit nur 55 OO Einwohnern l)innen kurzer Zeit ihre Ausfuhr von Cacao bereits auf ber 2 ^lillionen Kilo gebracht hat, und dass Trinidad nicht weniger als 6 bis 7 Millionen Kilo jtroducirt, so erscheint die Krnte von Ecua- dor, dessen hauptschlicher, ja fast einziger Ausfuhrartikel von Bedeutung der Cacao ist, als verhltnissmssig gering und bei ^Veitem nicht den gnstigen Xaturverhltnissen entsprechend. Wie in den anderen spanisch-amerikanischen Lndern tragen auch hier die, trotz des im Allgemeinen fried- lichen und arbeitsamen Charakters der Bewohner, noch ziemlich unsicheren politischen und socialen Verhltnisse die Hauptschuld daran, dass eine schnellere Entwickelung im Anljau des Cacao, der mehr wie irgend ein anderes tropisches Erzeugniss eine glnzende Zukunft zu haben scheint, eine Entwickelung, von der hier zugleich der materielle wie auch der daraus entspringende intellectuelle Fortschritt des Landes bedingt wird, bis jetzt noch innncr auf sich hat warten lassen. Kurze Darstellung einer Hypothese ber Sonnenflecken.*) \'un HealscluiUclirur Die gewaltigen Dimensionen der Sonne, ihre ausser- ordentlich hohe Temperatur, entschuldigen oder rechtferti- gen vielmehr die Aufstellung von Vermuthungen, die nach unsern irdischen Verhltnissen gemessen allerdings unhalt- bar waren. Die Sonne ist ein grosser, gluthflssigcr, wenig difteren- zirter Feuerball mit einer schweren und weit ausgedehnten Gashlle, mit einem Kern, der aus Gasen im sogen, ber- kritischen Zustande gebildet wird. Dieser Kern oder seine weitere Umgebung reagirt nach der Oberflche hin und diese Reactionen, welche sich in Flecken und Pro- tuberanzen (vielleicht auch Fackeln) aussen kenntlich machen, zeigen eine Periode, die sich fr alle oben er- whnten Erscheinungen deckt. Nehmen wir, ohne nach dem AVoher zu fragen, an, diese Periodicitt werde durch allmlige Steigerung der Sonnenwrme in bestimmten Regionen hervorgerufen, so drngt sich uns die Analogie mit den Geysirs auf. Die Sonnenperiode ist eltjhrig. Flecken und Protuberanzen haben zu gleicher Zeit einmal ein Alaximum uiul ein Mininuun in jeder Periode. Dazu sind ihre Bewegungen auf der Sonnenoberflche ganz analoge, whrend dagegen Unterschiede in der Vcrtheilung *) Indem wir uachstehenden Aufsatz in unseren Spalten ver- ifcntlichen, erinnern wir an unseren stets nach Mglichkeit be- folgten Grundsatz, auch solchen Anschauungen in der Naturw. Wochenschr." Raum zu geben, welche von den herrschenden An- sichten abweichen. Knnen wir also zwar die Ueberzeugungs- gewissheit des Verfassers nicht ohne Weiteres theilen, so ist es itoch nicht ausgeschlossen, dass die vorgetragene Hypothese ern- sterer Beachtung werth ist. " Ked. K . F r i e d r i v h s. auftreten. Protuberanzen treten allenthalben auf, wo sich Sonnenflecke zeigen, Iteschrnken sich aber nicht auf die gefleckten Stellen der Sonne. Da wir uns den Sonneu- krper nur wenig differenzrt denken drfen, von lokalen Unterschieden gar nicht reden drfen, so steht zu ver- nmthen, dass die Reactionen ursprnglich gleichartig waren, durch hinzutretende einwirkende Factoren aber in verschiedene Erscheinungsformen hinbergefhrt wurden. Als solche modifleirenden Factoren habe ich die Kugel- gestalt der Sonne und ihre Rotation im Auge. Das weiter verbreitete von l)eiden Sonnenjihnomcnen sind jedenfalls die Protuberanzen; sie treten berall am Sonnen- krper auf, und ber ihre Natur ist man sich soweit klar, dass man sie fr Gasausstrmungen aus dem Sonneu- innern hlt und halten muss. Dagegen wrde man die Sonnenflecke bei erster und flchtigi'r Ueberlegung fr feste Krper halten, da sie dunkel erscheinen. lU'i ein- gehender Ueberlegung jedoch wird man diese Vermuthung fallen lassen. Ein Sonnenkrper, der nach allen P>eob- aehtungen und besonders nach den spcktralanalytischen einen Gluthfluss darstellt, bei dessen ungeheurer Tempera- tur die Elemente grsstentheils im Dissociationszustande zu sein scheinen, kann unmglich feste, nur schwach glhende Stellen fr lngere Zeit aufweisen. So sehen wir uns denn veranlasst, die Dunkelheit durch Comi)ina- tion flssiger oder gasfrmiger Massen mit dem Sonnen- krper nach optischen Gesetzen zu erklren. Von diesen beiden Condiinatiouen fllt die erste als hchst unwahr- scheinlich und unerklrlicii ohne Schwertstreich, whrend 56 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 6. die zweite uns g'cuug Wahrscheiniichlceit bietet, wenn wir uns nur der optischen Erscheinungen, die unter dem Namen der fttrahlenabsorption und der totalen Reflexion bekannt sind, erinnern wollen. Von zwei verschiedenen Ausgangspunkten machte ich also die gasfrmige Natur der Sonuenflecke wahrscheinlich. Wir wollen sehen, welche Harmonie zwischen dieser These und den statt- gefundenen Beobachtungen sich erzielen lsst, ohne den ganzen Hypothesenbau zu verknstcln und zu verschnrkeln. rrotuberanzen sowohl wie Sonuenflecke kommen aus dem Innern, beides sind Gase, die eine Erscheinung bietet Helligkeit, die andere nicht. Wir stehen vor einem Rthsel, wenn wir nicht den Umstand bercksiclitigen, dass die Protuberanzen sich von der SonnenoberHche erheben, whrend die Sonnenflecke haften Ideiben. Jetzt fllt es uns wie Schuppen von den Augen. Die Sonnen flecke sind Blasen, ungeheure Blasen fr irdische Begriffe, dagegen gar nicht so abnorm fr Sonneuverliltnisse. Die Gas- massen toben unter einer gewaltigen durchsichtigen Glocke, die aus glhender Snnenmasse gebildet wird, nach innen gesttzt durch die Spannkraft der eingeschlossenen Gase, vor dem Zersprengtwerden durcli ihre eigene Cohsion und den solaren Atmosphrcudruck geschtzt. Nach der von Pickering erforschten Thatsaehe, dass die Sonnenmitte dreimal heller als der Sonnenrand sei, muss ich den Krper der Sonne bis zu einem gewissen Grade fr durchsichtig halten, wenn ich auch weiss, dass dieser Unterschied an Helligkeit meistens der Strahlen- absorption in der Sonnenatmosphre ganz allein in die Schuhe geschoben wird. Die aus dem Sonneniunern kommenden Strahlen erleiden schon bei normalen Ver- hltnissen theilweise eine Reflexion in das Innere zurck, wenn sie iu die Atmosphre eindringen wollen. Wie viel mehr sollte dies nicht den Strahlen geschehen, welche aus dem gluthflssigen Blasengrunde in die durch Hitze stark verdnnten (iase des sogenannten Sonnen- fleckens eintreten wollen. Diese stark erhitzten Gase ab- sorbiren ausserdem von den eingedrungenen Lichtstrahlen wiederum einen ganz betrchtlichen Tlieil, und dem Rest ist auch noch nicht gestattet, unbehindert in die Sonnen- atmosphre zu dringen, falls die Strahlen nicht unter gnstigem Winkel durch die Blasenwantl sich bewegen und so der totalen Reflexion entgehen. Kein Wunder, dass nach diesem dreimaligen Licht- . Verlust der Oontrast mit der strahlenden Sonnen- oberflehe die Blase dunkel erscheinen lsst. Die Flecke kommen in den l'olarzonen gar nicht vor, in der Nhe des Ae([uators selten, am hufigsten jedoch in den Breiten von 10 30. Sdliche und nrdliche Hemisphre verhalten sich ganz gleich in Bezug auf Fleckenvertheilung, wenn wir von temporren Unterschieden absehen, ein Grund mehr, nur die allgemeinsten Eigenschaften der Sonne bei unsern nchsten Ausfhrungen zu benutzen. Die Sonne drelit sich von West nach Ost, wie unser ganzes Planetensystem. Die Geschwindig- keiten der einzelnen Punkte ihrer Gberflche verhalten sich wie die Radien der Breitengrade, auf denen sie sich befinden. Vom Pol bis zum Aequator nimmt diese durch die Rotation hervorgerufene Bewegung zu und zwar nicht gleichmssig, sondern die Zunahme wird nach dem Aequator hin immer grrisser. In derselben Weise zeigen Punkte im Innern der Sonne eine im Sinne der Rotations- richfung fortschreitende scdinellere Bewegung, wenn sie weiter von der Drehungsachse entfernt sind. Aufsteigende Gasblasen gerathen also in Gegenden von schneller fort- schreitender Bewegung. Sie bleiben naturgemss zurck, so dass sie schliesslich westlich von dem ursprnglich senkrecht ber ihnen liegenden f)berflchenpunkt und nahezu in derselben Breite unter spitzem Winkel zur Ro- tationsrichtuug auftauchen. Diese Translation ist in hhe- ren Breiten bedeutend geringer als in niedrigen, wie ein Vergleich der 3 Linien p, -/ und r in untenstehender Figur sofort lehrt. Die Gasblasen werden daher iu hheren Breiten mehr senkrecht zur Oberflche empor- tauchen. In niederen Breiten haben wir dagegen einen viel schrgem Auftrieb, so dass hier ein Haftenbleiben der Blasen eher mglich erscheint, als bei den nahezu vertikal nach oben schnellenden Blasen der Polarzone, deren Fleckenlosigkeit damit erklrt wre; denn hier bleiben die Blasen nicht haften, sondern schnellen empor, krepiren und bieten die Erscheinung der Protuberanzen. Und nun kommt noch hinzu, dass bei schrgcrem Auf- trieb ein lngerer Weg im Sonneninnern durchlaufen wird, bei dessen Durcheilen die Blasen, welche doch in Ge- genden immer geringeren Druckes gelangen, durch Aus- dehnung einen Theil ihrer hohen Spannung verlieren knnen, was bei den vertikal auftreibenden Blasen niclit in dem Maassstabe der Fall ist, so dass sie auch schon infolge der ihnen innewohnenden grsseren Energie leichter zerplatzen. Da der Auftrieb in der Aequatorial- zone jedenfalls am schrgsten ist, so mssten wir hier den grssten Fleckenreichthum vcrmutlien, womit wir je- doch der Beobachtung direct widersprechen. Wir haben aber auch einen Umstand ganz ausser Betracht gelassen. Wir mssen nmlich bei der Grsse derBlascn (hufig doppelte Erdgrsse) annehmen, dass die dem Aequator zugewandte Seite im strkeren Fortschreiten begriffen ist, als die ab- gewandte Blasenseite. So treten Zerrungen und Span- nungen auf, denen die Blase nach ihrem Bau so gut wie mglieh nachgiebt, so dass die beobachtete Lngsdehnung an der ursprnglich rundlichen Blase und ihr allmliges Herabsinken in niedere Breiten hierdurch bedingt er- scheinen muss. Die Zerrungen nehmen nach dem Aequa- tor hin unverhltnissmssig stark zu und ^crursachen so das Zersprengen mancher Blase, die sieh einer weniger guten Bauart zu erfreuen hatte. Nur einige dieser Sonnen- kinder, deren Bau fester gegrndet und gefgt ist, sinken allmlig auf spiraliger Bahn bis auf den Aequator und enden hier schliesslich, ich mchte sagen, an Alters- schwche. Von den in niederen Breiten erzeugten Flecken enden viele frhzeitig in den Knq)fen des Da- seins, einige wenige erreichen ein hohes Alter, aber auch ihr Dasein ist Mhe und Arbeit gewesen. In den Polar- gegenden finden sich aber nur Todtgeburten. Eine Pro- tuberanz bezeichnet jedesmal das Ende eines Fleckens. Der Krper sinkt theilweise in die Sonne zurck, ein anderer Theil wird durch die hervorbrechenden Gase in feinste, glhende Partikelchen zerschellt und emp(U-gefhrt in die leuchtende Region der Korona. Den grssten Fleckenreichthum vermuthen wir also in der Sonnengegend, wo der gnstige Factor des schrgen Auftriebs nicht zu sehr beeintrchtigt wird durch den ungnstig fr das Bestehen der Blase wirkenden. Diese Combination des schr- gen Auftriebs mit verhltnissmssig geringen Nr. 6. Naturwissenschaftliehe Wochenschrift. .57 Zerrungen finden wir in der Breitenlage von 30 10 auf beiden Hemisphren. Am Schluss einer Periode werden die Flecken in einer ungefhren Sonnenbreite von 10 grsstentheils ver- schwinden. Dagegen werden zu Anfang einer Periode die ersten Flecken in denjenigen Sonnenregionen wieder auf- tauchen, wo die die Periodicitt hervorrufenden Factoren am ungestrtesten liahen wirken knnen; dies werden die schon lngere Zeit im fleckenlosen und ruhenden Zustande befindliclien hheren Breiten von etwa 30 sein. Siirer hat beobachtet, dass nach einem grossen Fleck sieh gewhnlich noch kleinere Flecken auf demselben Parallelgrade bilden, die aber hinter dem grossen etwas zuriickbleiben, im Uebrigen jedoch das Bikl einer von West nach Ost ausgedelniten (iruppe liieten. Das Voraneilen des grossen Flecks, welches auf den ersten Blick merk- wrdig ist, erklrt sich naturgemss daraus, dass er eine viel grssere Ausdehnung ber die Sonnenbreite als die kleinen Flecke besitzt, deswegen grsseren Zerrungen unterworfen wird, die sich in der Blase in der Form aus- zugleichen suchen, dass der voraneilende etwas sdstlich gerichtete Theil den langsameren an sich heranzuziehen bestrebt ist. Ausserdem nehme ich einen Wellenschlag auf der Sonne an, der durch den schrgen Auftrieb der Blasen hervorgerufen wird, dessen Richtung natrlich der Rotationsrichtung entgegengesetzt ist, so dass diese Wellen gegen die flottirenden Blasen prallen. Sind diese Wellen als Wirkungen der Blasen auch viel kleiner als letztere, so kann man ihnen doch wohl Bergesgrssc zuschrcilien. Unter allen Umstnden beeintrchtigen sie die Bewegung- kleiner Blasen mehr als die grosser. Dass eine grosse, im Sonneninnern aufsteigende Blase bahnbrechend fr mehrere kleinere wirken kann, liegt auf der Hand und so wren auch die Sprerschen Beobachtungen meiner Hypothese angegliedert. Der vorerwhnte Wellenschlag scheint sich unsern Blicken in der sogen. Weidenblattzeichnung der Sonnen- oberflche kenntlich zu machen. Das Vernderliche der Erscheinung spricht mit fr diese Vernuithung, und wenn ich den Wellenknmicn relative Helligkeit, den Thlern und Hngen dieser Wellen dagegen eine geringere Licht- strke zuschreibe, so habe ich hiermit eine Hypothese aufgestellt, die mit der ersteren so locker verbunden ist, dass ihre Verwerfung noch keineswegs die Blasenhypothese zum Wanken bringt. Aehnlich wie das V(n'aneilen grosser Blasen vor kleinen erklrt wurde, haben wir uns die schnellere Rotationslte- wegung gleich grosser Blasen in verschiedenen Breiten zu denken. In niederen Breiten sind die Zerrungen und Spannungen in der Blasenwand aus dem schon mehrfach erwhnten Grunde lebhafter. Die Unterschiede in den Ge- schwindigkeiten der beiden Blasenseiten nehmen nach dem Aequator hin immer mehr zu, desgleichen die Zerrungen und Spannungen, dadurch werden aber gewaltsamere Aus- gleiche bedingt, die wiederum eine grssere Geschwindig- keit fr die ganze Blase hervorrufen. Mit dieser Er- klrung, die si(;h unmittelbar aus meiner Hy- pothese ergiebt, fllt zugleich das Merkwrdige an der verschiedenen Rotationszeit der Sonnen- fleeke in verschiedenen Sonnenbreiten. Da die Protuberanzen als Folgeerscheinungen der Sonnenblasen auch ihre Endgeschwindigkeiten angenommen haben mssen, so fordern wir fr sie eine hnliche Be- schleunigung in quatcn-ialen Breiten, vermuthen jedoch, dass sie gegenber den Sonnenflecken etwas zurck- bleiben aus dem Grunde, aus welchem die im Sonneninnern aufsteigenden Blasen ein Zurckbleiben in westlicher Richtung aufweisen. Zudem haben diese Phnomene eine zu kurze Dauer, als dass Ausgleiche wie bei den lang- lebigen SonnenHeckcn stafttimlen knnen. Diese rein theoretische Folgerung findet in astroni mischen Beobach- tungen ihre Besttigung und dadurch wird wiederum un- sere Vermuthung von dem organischen Zusanmienhang zwischen Sonnentleckcn und Protuberanzen bedeutend ge- krftigt und gesttzt. Fassen wir alles Bisherige zusammen, so machten wir die Blascnnatur der Flecke zunchst nach logischen Grundstzen wahrscheinlich, dann zogen wir Folgerungen in Bezug auf Bewegung und Vertheilung der Blasen, schlssen dann nebenbei weiter auf Vertheilung und Bewegung des Protuberanzen, und alles bisher Wunderbare in den Beobach- tungen scheint sich sehr gut mit diesen Folge- rungen zu vertragen. Dass damit unsere Hypothese zu einem hohen Grade von Wnhrseheinlichkeit gelangt, brauche ich kaum noch zu erwhnen. Viele Beobachtungen, denen ich eine geringere Be- deutung zusehreiben mchte, knnen doch nicht ganz umgangen werden. Sie mgen mir als Reservetruppen zum Befestigen meiner Stellung dienen. Ich denke liier an die Erscheinungsformen kleiner Blasen mit ihrem un- deutlichen Rande, an ihr Verschmelzen zu gr(isseren, an die Brcke, welche ich als senkrechte Blasenscheidewand auffasse, und die als solche auch wohl besonders schne Liehteffecte darbieten knnte, lauter Beobachtungen, zu denen sich leicht Analoga bei Blasen auffinden lassen. Die Penumbra mit ihrer radialen Struetur wird vernuith- lich durch kranzfrmige Anlagerung kleiner Blasen an eine grosse hervorgerufen. Ich begebe mich jetzt auf etwas unsicheres Gebiet, wenn ich auch die Fackeln in den Kreis unserer Betrach- tungen ziehe. Knnten diese nicht Reflexe der Gluth- masse an der usseren, jedenfalls spiegelnden Blasenwand sein? Das Vernderliche in ihrer Erscheinungsform, ihr besonders schnes Auttreten am Sonnenrande, ihre hufit sternfrmig zackige Ausbildung ihr allmligcs Verkrzen am vorderen Fleckenrande und dazu im Gegensatz ihr Waehsthum am hinteren Fleekenrande, sowie zuletzt ihre Lage ber den Flecken, spricht zu Gunsten meiner An- nahme. Dagegen ist das Vorkommen von Fackeln in fieckcnlosen Regi> !ScI)cc{ung iDimccr ""UUIH*!! .fwiiKtcllcn unb ffijiin6cii. tfnx9linlffh i"^' echt we^'^v^ Zu haben in Zinntubcn 4U IT., in Blechdosen 20 und 10 Pf. in den meisten Apotlielien und Drogerien. General-Dept: Richard Horsch, Berlin N.W. 21. Hempers Klassiker-Ausgaben. Ausfhrliche iSpocial Verzeichnisse. Ferii. PiiniDilers Terl;ij.sbiiclilianilliiii;'. I*atentan\valt Ulr. R. Maerz, Berlin, Leipzifcorstr. 67. Berlin S. 42. 50 Oranienstrasse 50. Special - Geschft fr Amateur -Photographie. Eigene Kunst-Tischlerei und iiu'chaiiiscbe Werkstatt. Specialitt: VollstiKliffe Aiisrstiiiigeu jeder Freislage. 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OUinmIers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. ^,g^^.g^^ffi^g\g'.g\g\g\g^^\6^^\g^.S\g'^g\g\g'^'^g'^g^g'p'^^\g'^g\g\g^g'-g^g\g\g^g\g^^g\g^& JlinM!!ll*LilUyMlll!J!i!j!iri!^'JIMiJ^:I.J';i'T Soeben erschien : Protuberanzen, Meteoriten, Weltennebel ^ und Kometen. Von L. Graf von Pfeil. 33 Seiten gr. 8". ^ Preis eo Pf. ^r- Zu bezielien durch aHe Bucli- 'r handlnngen. Ferd. Dmmlers Verlagsbuclilidig. in Berlin SW. 12. nHllllllllllirillllli'lll|[lllll'.|;!l:itll|illl1ll|illlllii|illll|[|[!iM f51tjTii][i^pJUir\j[fTfgGg[JilIjinl[mg[JTiT][mi]IHri][JTi^[^ p] In unserem Verlage erschien und ist durch jede Buch- raj hundlung zu beziehen: I Das Rtsel des Hypnotismus I und seine Lsung. I Von I Dr. Karl Friedr. Jordan. a Zwelie, nm gearJieifdi' und stark vermehrte Aiiflac/c der Srliri isi Das Rtsel des Hypnotismus". I 84 Seiten gr. 8. Preis 1,20 Mark. | ^ Ferd. Dtlmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. |l f] p]tjinJt}ip]LjiriJljiilLfir^ljip][jipj[JirJLjiriJlJir^Uir^[iTr^t/ipJ^T^iJinJinJLjipJinf\juir^[qp3tJipJPlr^tnf^ Ferd, Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. lu unserem Verlage erschien: Vierstellige Logarithmentafehi. Zusammengestellt von Harry Gravelins, Astronom. 24 Seiten. Taschonfonnat. Preis gelieftet 50 Pf. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin sind erschienen: Allgemein-verstndliche naturwissenschaftliche Abhandlungen. (Separat abdrcke aus der ..Naturwisseiiscliattliclien Woclieiischrift.") Heft 1. 9 )i r, 3. 4. r . ,. 8. 9. Ueber den sogenannten vierdimensionalen Raum von Dr. V. Schlegel. Das Rechnen an den Fingern und Maschinen von Prol. Dr. A. .Seliuljert. Die Bedeutung der naturhistorischen, insonderheit der zoologischen Museen von Professor Dr. Karl Kraepelin. Anleitung zu bltenbiologischen Beobachtungen von Prof. Dr. E. Loew. Das glaziale" Dwykakonglomerat Sdafrikas von Dr. F. M. Stapft". Die Bakterien und die Art ihrer Untersuchung von Dr. Kob. Mittmann. Mit 8 Holzschnitten. Die systematische Zugehrigkeit der versteinerten Hlzer (vom Typus Araucarioxylon) in den palaeo- litischen Formationen von Dr. 11. Potouie. Mit 1 Tafel. Ueber die wichtigen Funktionen der Wanderzellen im thierischen Krper von Dr. E. Korscheit. Mit 10 Holzschnitten. Ueber die Meeresprovinzen der Vorzeit von Dr. F. Frech. Mit Abbildungen und Karten. i i Heft 10. Ueber Laubfrbungen von L. Kny. Mit 7 Holz- schnitten. 11. Ueber das Causalittsprincip der Naturerschei- nungen mit Bezugnahme auf du Bois-Reymonds Rede: Die sieben Weltrthsel" von Dr. Eugen Dreher. 12. Das Rthsel des Hypnotismus von Dr. Karl Friedr. Jordan. 13. Die pflanzengeographische Anlage im Kgl. bota- nischen Garten zu Berlin von Dr. 11. Potonie. Mit -2 Tafeln. 14. Untersuchungen ber das Ranzigwerden der Fette von Dr. Ed. liitsert. 15. Die Urvierfssler (Eotetrapoda) des schsischen Rothliegenden von Prof. Dr. Hermann Credner in Eeipzig, Mit vielen Abbildungen. IG. Das Sturmwarnungswesen an den Deutschen Ksten von Prof. Dr. W. J. van Bebber. Mit i Tafel und 5 Holzschnitten. Preis: Heft 1-4 50 Pf.. Heft 516 a 1 M. V**>- vi^^"^"^^ Redaktion: f Dr. H. Potonie. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. VIII. Band. Sonntag, den 12. Februar 1893. Nr. 7. Abonnement: Man abonnirt bei allen BuclihandluDgen und Po3t- austalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahrspreis ist Jt 3. Bringegeld bei der Post IS 4 extra. \ Inserate : Die vicrgespaltene Petitzeile 10 A. Grssere Auftrge ent- sprechenden Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. Inseratenannahme bei allen Annocenbureaux, wie bei der Expedition. Abdrnck ist nur mit vollstiidi ger <^nellenanj>;abc gestattet. Die Geologie, eine Lehrmeisterin des 19. Jahriiunderts. Von Dr. Georg Meyer, Geognosie und Geologie*) wurden geboren im .Jahre 1780, in welclicm der berhmte Werner an der Bergakade- mie zu Freiberg in Sachsen zum ersten Male Vortrge ber Geoguosie" oder Gebirgskunde hielt, whrend diese bis dahin zusammen mit der Mineralogie vorgetragen wurde. Werner war der erste, welcher erkannte, dass die Erdfeste aus bcrcinanderlageniden Schichten zu- sammengesetzt sei, von denen jede einem besonderen Zeitabschnitt in der Erdgeschichte entsprche, indem die untersten die ltesten, die obersten die letztgebildeten seien. Indem er nun von der irrthmlichen Ansicht ausging, dass alle diese Gesteine und Erdschichten aus Wasser abge- lagert sein, wurde er Begrnder der sogenannten nep- tunischen Schule", welche sofort eifrig von der soge- nannten plutonischen" liekmpft wurde. Diese hatte in dem Schotten Hutton ihren llauptvertreter und gab fr einen Theil der Gesteine eine Entstehung aus Wasser zu; nahm jedoch fr eine grosse Menge von Gesteinen, be- sonders fr Basalte und Trachyte, eine Erstarrung aus gluthflssigem Schmelzfluss, also eine plutoniseiie und \v\- canische Entstehung an. Dieser Kampf beider Schulen ist jetzt vollstndig erloschen. Whrend es noch vor eini- gen Jahrzehnten einzelne Anhnger des Neptunismus gab, drfte jetzt kein ernster Geologe mehr an der iilutonischen oder vulcanischeu Entstehung der meisten krystalliniselien Massengesteine wie .'"lycnit, l'orphj-r, Basalt und Tracliyt zweifeln. Einen grossen Fortschritt machte die Geologie als Cuvier und Lamarck am Anfang dieses Jahrhunderts er- kannten, dass die Versteinerungen von wirklich ausge- storbenen Thieren herstammten, und als Schlotheim in Deutschland zum ersten Mal darauf hinwies, dass die Versteinerungen fr gleichaltrige Schichten im Allgemeinen *) Geognosie begreift die Wissenschaft von der Erdfeste, Geologie im engeren Sinne die Geschichte des ganzen Erdballes. dieselben, fr verschiedenartige indessen verschieden seien, und dass man also mit ihrer Hilfe die lteren Ablage- rungen von den jngeren ' Unterscheiden und die zu- sammengehrenden erkennen knne. Dadurch erhielten die Versteinerungen fr die Geologie einen hervorragenden Werth, whrend sie in den vergangenen Jahrhunderten von den meisten Forschern, mit wenigen das Richtige ahnenden Ausnahmen, entweder fr Naturspiele gehalten wurden, oder sogar fr nicht zu vollstndiger Entwicklung gelaugten Samen noch in den Tiefen des Oceans lebender Thiere, welcher durch das die Erdfestc durchtrnkende Meerwasser in die Erdschichten hineingelangt sein sollte ! Charles Lyell bezeichnet dann den nchsten grossen Fortschritt in unserer Wissenschaft, indem er darthat, dass die Vernderungen der Erde nicht auf verschiedene, den ganzen Erdkrper in Mitleidenschaft ziehende grosse ^ Katastrophen, Ueberschwe